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Normalerweise ist der Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch eine recht geschmackssichere Instanz. Wie also hat es ein Buch wie dieses ins Verlagsprogramm geschafft? Vielleicht fühlte man sich angesichts der globalen Finanzkrise verpflichtet, auch mal was zum Thema Wirtschaftskriminalität zu machen - und möchte zugleich vom kommerziellen Erfolg der Verschwörungsthriller im Stile Dan Browns profitieren. Veit M. Etzold erzählt in seinem Debüt von brutalen Verbrechen in ganz hohen Wirtschaftskreisen, die im Zusammenhang stehen mit einem uralten Geheimbund. Logisch, dass der Vatikan auch mitmischen darf ... Dass "Das große Tier" zu vorsätzlich an Vorbildern wie "Sakrileg" orientiert ist, ist ein Manko. Hinzu kommen sprachliche Mängel: Manche Satzwendungen tauchen immer wieder auf, als hätte der Autor bei sich selbst kopiert, und viele der Dialoge klingen absurd konstruiert. Schlussendlich lässt Veit M. Etzold sein Ermittlerduo - eine hübsche Berliner Hauptkommissarin und einen schüchternen Kunststudenten - zwar in den Untiefen weltumspannender Verschwörungen wühlen; simple Details vernachlässigt er dabei aber. So entdeckt die Polizei gleich zu Beginn des Buchs an einem Tatort einen lateinischen Spruch - kommt aber erst viele, viele Seiten später darauf, diesen zu übersetzen. Dass KiWi das Ganze nicht als teures Hardcover, sondern als preiswertes Paperback auf den Markt bringt, ist womöglich ein Signal dafür, dass man doch geahnt hat: Ein Knaller ist das hier nicht ... (jul)
Kurzbeschreibung
»Es ist größer, als Sie glauben. Und schlimmer. Viel schlimmer.«Ein unheimlicher Investor, der durch Mord die Märkte bewegt ? Eine digitale Welt, in der globale Vernetzung globale Kontrolle bedeutet ? Und ein uralter Plan mit einem schrecklichen Ziel. Erster Januar: Stuart Hill, Chef von Promethean Industries, einem internationalen Konzern für Satellitentechnik, kommt nach durchfeierter Silvesternacht in seiner Berliner Adlon-Suite auf rätselhafte Weise ums Leben. Tags darauf stürzen die Aktienkurse in die Tiefe. Irgendjemand verdient gigantische Summen an Hills Tod.Sarah Jakobs, junge Hauptkommissarin für Wirtschaftskriminalität am LKA Berlin, wird mit den Ermittlungen betraut, als sich ein weiterer Mord ereignet. Die Opfer sind in einer rätselhaften, skulpturalen Weise angeordnet ? und: Wieder handelt es sich um ranghohe Manager, wieder fehlt von den Tätern jede Spur. Bis auf eine mysteriöse Botschaft, die am Tatort hinterlassen wurde. Gemeinsam mit Vincent Wagner, einem Bremer Doktoranden der Kunstgeschichte, versucht die junge Kommissarin, dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Einem Rätsel, das in ihr die unheilvolle Ahnung wachsen lässt, etwas Großem auf der Spur zu sein. Vielleicht etwas zu Großem. Die Spur führt über Dantes »Inferno« und den mittelalterlichen Satan zum altgriechischen Gott Kronos, Gott der Zeit und Vater des Zeus. Und zu einer uralten Vereinigung, die seit Jahrtausenden auf ihr Ziel hinarbeitet. Ein Ziel, das fast erreicht ist.
