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Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum: Roman [Taschenbuch]

Albert Drach
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Kurzbeschreibung

1. Dezember 2002
»[Albert Drachs Literatur] ist den Lesern in keinem Moment entgegengekommen, aber wer sich von ihr nicht abweisen ließ, hatte Teil an einigen der abgründigsten Höhepunkte deutschsprachiger Erzählkunst im 20. Jahrhundert ...« Frankfurter Rundschau

Es beginnt beinahe harmlos: Weil er ohne Ausweispapiere unter dem gleichnamigen Baum angetroffen wird, unterstellt die österreichische Justiz dem Juden Schmul Leib Zwetschkenbaum, sich an dessen Früchten delektiert zu haben. Ein Protokoll wird angefertigt, wie das in einem Rechtsstaat üblich ist, ›Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum‹.

Doch dieses Protokoll dient nicht der Wahrheitsfindung, sondern kehrt sich gegen einen Unschuldigen, der sich weder wehren kann noch will. Im Herrschaftsanspruch der Sprache zeigt sich die Unmenschlichkeit ihrer Benutzer und des Staates, dem sie dienen.


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423130261
  • ISBN-13: 978-3423130264
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,9 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 125.325 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

[Albert Drachs Literatur] ist den Lesern in keinem Moment entgegengekommen, aber wer sich von ihr nicht abweisen ließ, hatte Teil an einigen der abgründigsten Höhepunkte deutschsprachiger Erzählkunst im 20. Jahrhundert … Die kalte juristische Diktion von Albert Drachs Prosa ist methodischer Blick auf die Welt. Der Schrecken der Bürokratie ist Drachs Begleiter, und Drach geht zum Äußersten, indem er – als deren Protokollant – sich scheinbar mit ihr gemein macht und den Leser als Zeugen mit einbezieht. Er protokolliert die Entmenschlichung durch die Sprache.

Albert Drach treibt das an sich so trockene, staubgraue Vokabular der gerichtlichen Amtssprache zu bunten Sprach-Blüten, fügt an sich nüchterne Termini zu lebhaften poetischen Bildern … ein literarisches Unikum.

Ein Autor, der zum Höhenkamm des im deutschsprachigen Bereich seltenen literarischen Humors zu rechnen ist [durch den] von Drach selbst entwickelten Protokollstil: In den Formen gerichtlicher Sprachverwendung spiegelt sich der Zynismus staatlicher Macht ... In der umständlich amtlichen Protokollsprache des Gerichts entblößt Drach einen Unrechtsstaat, der sich nicht aus der Monstrosität seiner Vollstrecker, sondern aus der Summe mittelmäßiger, um ihr eigenes Wohl besorgter Bürokraten konstituiert.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum
OA 1964 Form Roman Epoche Moderne
Die Geschichte von Schmul Zwetschkenbaum, einem k. u. k.-Ahasver, der das Unglück anzieht wie das Licht die Motten, wurde bei ihrem Erscheinen zu einem großem Erfolg und verhalf Drach zu seinem literarischen Durchbruch. Der Roman bietet neben der eindrücklichen Schilderung altösterreichischer sozialer Welten eine der intelligentesten Interpretationen dessen, was gemeinhin als Antisemitismus bezeichnet wird.
Inhalt: Leib Schmul Zwetschkenbaum, 24 Jahre alt, ledig, von Beruf Talmudschüler und ohne festen Wohnsitz, gerät gegen Ende des Ersten Weltkriegs wegen Vagabundage- und Diebstahlverdachts in die Fänge der österreichischen Justiz. Die Rast unter einem Zwetschkenbaum ist ihm zum Verhängnis geworden. Frisch ausgespuckte Zwetschkenkerne sind einem Gendarm Beweis genug, dass sich der dort vorgefundene und über keine Papiere verfügende Jude sich des Diebstahls schuldig gemacht habe und der Justiz zuzuführen sei.
Den Arretierten ficht das nicht allzu sehr an. Auch im Gewahrsam vertieft er sich unbeirrt in seine Gebetsbücher, preist Gott und die Schönheit der Welt. Von seinen Mitgefangenen unverstanden und verprügelt, attestieren ihm drei Gutachter jeweils unterschiedliche Formen der Geisteskrankheit und veranlassen seine Überstellung in eine Irrenanstalt. Unwahrheit und Nichtigkeit der ursprünglichen Anklage geraten dabei bald außer Acht. Es beginnt eine grotes-ke Odyssee voller Missverständnisse, Böswilligkeiten und bedeutungsvoller Banalitäten. Zwetschkenbaum verhält sich völlig passiv, er tut nichts, ihm wird angetan – und was ihm angetan wird, wird ihm zur Last gelegt.
Unverhofft scheint sich das Blatt zu wenden: Aufgrund der Einsicht eines Beteiligten, dass Zwetschkenbaum Unrecht widerfahren ist, wird er zum verhätschelten Vorzugsinsassen und gewinnt schließlich die Freiheit wieder. Gerissene Betrüger, Glaubensbrüder noch zudem, nutzen jedoch seine Naivität aus und lassen ihn gestohlene Ware verkaufen. Wegen Hehlerei wird er erneut verhaftet – der Teufelskreis schließt sich. Zwetschkenbaum bleibt nichts als die abschließende Beteuerung, er habe die Zwetschken nicht gestohlen.
Struktur: Erst auf der letzten Seite erfährt der Leser, was es mit diesem Protokoll auf sich hat. Dort nämlich trägt der Richter im »Fall Zwetschkenbaum« einem jungen Gerichtsreferendar auf, die Vorkommnisse um den verdächtigen Juden gehörig zu belichten und in adäquater Form niederzuschreiben. Das Ergebnis dieses Auftrags ist das Drachsche Paradestück in Kanzleideutsch, ein Dokument der Vorurteile und Gemeinheiten, der Bürokratenallmacht und der Missachtung des Individuums, die sich im Missbrauch der Sprache spiegelt.
Wirkung: Als der bereits 1939 geschriebene Roman 1964 veröffentlicht wurde, begrüßte ihn die Kritik als künstlerisch originelles Werk und bedachte ihn mit großem Lob. Um Drach wurde es jedoch rasch wieder still und erst als dem Autor 1988 der angesehene Büchner-Preis verliehen worden war, wurde neben anderen Werken auch Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum neu aufgelegt. R. F. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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5.0 von 5 Sternen Übelnahme des Guten 1. Februar 2005
Format:Taschenbuch
Das grosse Protokoll gegen Zwetschkenbaum" schickt den Protagonisten durch die Gerichte, Behörden und Institutionen von Kakanien, die im allzeit guten, vernünftigen und gescheiten Zwetschkenbaum einen Verbrecher, einen Gestörten und sogar Blödsinnigen zu sehen belieben und mit den Konsequenzen Gefängnis und Psychiatrie belegen. Wie die Hierarchen dabei argumentieren und wie dieses Argumentieren von Drach über den abgehobenen und verschrobenen Protokollstil als grosser Witz entlarvt wird, das ist brillant und vergnüglich.

Der Talmudschüler Zwetschkenbaum wird nicht überraschend und ähnlich wie in de Sades Justine" unter den Verbrechern im Gefängnisspital als weiser Rabbi erkannt und anerkannt. Auch wenn Zwetschkenbaum durch einen Brief seiner Vielleichtfrau Sarah Windmühl desavouiert wird, so ist diese Episode dennoch auch eine Wende.

Drach mokiert sich im Folgenden mehr über die Merkwürdigkeiten des jüdischen Lebens in Kakanien. Zweimal lässt er drei anerkannte Lehrer auftreten, die zwetschkenbaumsche Episoden in drei verschiedenen Weisen, aber immer hochintelligent und komplex, interpretieren und beurteilen. Jedenfalls geht es Zwetschkenbaum etwas besser, dafür erfahren wir etwas über das jüdische Leben und Selbstverständnis.

Schon die Rezeptionsgeschichte des Romans gibt Anlass, hellhörig zu sein: Erst dreissig Jahre nach Niederschrift ist es erschienen und hat Drach - Jahrgang 1902 -1988 den Georg-Büchner-Preis eingebracht.

Es fällt auf, dass das Buch nichts von seiner Frische verloren hat. Schliesslich sind Falschurteile bis heute an der Tagesordnung, die modernen Staaten sind nicht frei von kakanischen Zügen und Drachs Witz und Humor überstrahlt alles.
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