...dann wissen doch die allermeisten Menschen noch, was damit gemeint sein könnte. Schwerer hat es da schon die Generation der Unter Zwanzigjährigen, die Post-"Bonanzarad"-Fahrer-Generation gewissermaßen.
"Nietenhosen" sagte meine Oma noch zu Jeans (oder das noch nettere, rheinische "Manchesterbux", mit Betonung auf "Mann" und mit weichem sch.), "Blümchenkaffee" und "Nickelodeon" waren ebenfalls in der ersten Generation des 20. Jahrhunderts durchaus gängige Begriffe.
Aber auch die Schlagworte der Siebziger- und Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind bereits weitestgehend aus dem kollektiven Sprachschatz verschwunden.
So ist dieses Buch von Bodo Mrozek eine wunderbare Fundgrube, ein Panoptikum von sprachlichen Schönheiten und Entgleisungen, von altmodisch-treffenden Begriffen, die heute erst sorgfältig umschrieben werden müssen, weil nicht nur der Begriff sondern auch der Gegenstand aus dem Alltagsleben verschwunden ist.
Bodo Mrozeks Kommentare sind augenzwinkernd und klug, man liest sich nur zu gerne fest in dieser etwas anderen Sprachchronik.
Es fehlen auch nicht die Stilblüten aus dem geteilten Deutschland, die die Wende nicht überlebten.
Ein Buch, das viel Freude macht, weil es den Leser unwillkürlich mit dem Zeitgeist vergangener Jahre konfrontiert und ein Buch, aus dem man eindeutig noch eine ganze Menge lernen kann. Denn einige dieser Begriffe sind nicht nur bedroht, sondern schon tatsächlich ausgestorben.
Schön, dass der Autor uns daran erinnert!