Obwohl durchaus ein reichhaltiger Fundus an Ornamenten aus allen Stilrichtungen, ist der Titel jedoch etwas irreführend, da es sich primär um einen Crossover zwischen Architektur, Kunsthandwerk, Design und Volkskunst handelt. So erklärt es sich, dass in der - dem Alphabet folgenden - Gliederung die Technik des Glasschliffs neben dem architektonischen Kapitell genauso erläutert werden, wie die Unzialschrift oder die Symbolik eines Hexagramms. Dieser Rundumschlag ist jedoch abwechslungsreich und durchaus kurzweilig.
Wie bei einem so umfassenden Thema fast unvermeidlich, taucht natürlich die Frage nach der Auswahl der Begriffe auf: Warum wird das Hexagramm erwähnt, nicht jedoch das Pentagramm? Warum findet die Gestalt des Kentauren Aufnahme, die Putte als wichtiges figürliches Ornament aber nicht? Warum fehlen Stilepochen wie der Manierismus? etc.
Ein weiterer Schwachpunkt ist die reine schwarz-weiß Darstellung, einen Teil des Bildmaterials hätte man durchaus in Farbe bringen können.
Trotz dieser kleineren Mängel ist es ein durchaus interessantes, als populärwissenschaftlich einzustufendes Buch, welches man sicher öfters zur Hand nimmt um etwas nachzublättern oder sich inspirieren zu lassen.