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Das große Heft
 
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Das große Heft [Taschenbuch]

Agota Kristof , Eva Moldenhauer
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 20 (Juni 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492207790
  • ISBN-13: 978-3492207799
  • Originaltitel: Le grand cahier
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 168.283 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Agota Kristof
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Während des Zweiten Weltkriegs werden die Zwillingsbrüder von ihrer Mutter aus der großen Stadt zu ihrer Großmutter aufs Dorf evakuiert. Wie die beiden Kinder spüren und sehen, daß die Zeiten hart sind, machen sie sbungen zur Abhärtung: Sie essen tagelang nichts, frieren mit Absicht in der Kälte, arbeiten hart, und sie schlagen sich, um gegen Schmerz immun zu werden. Aber sie lernen auch selbst lesen und schreiben und sogar die Sprachen der jeweiligen Besatzer. Sie scheinen berechnend zu sein und wollen doch nur eines: überleben. Die zwei Brüder halten bedingungslos zueinander, was sie nahezu unverwundbar macht. Alles, was sie als wahr erachten, tragen sie in 'Das große Heft' ein. Gegen die Stärke der beiden Kinder, aber auch gegen ihre Erbarmungslosigkeit, müssen die Erwachsenen erst einmal ankommen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor

Agota Kristof, geboren 1935 in Csikvánd in Ungarn, verließ ihre Heimat während der Revolution 1956 und gelangte über Umwege nach Neuchâtel in die französischsprachige Schweiz, wo sie bis heute lebt. Als Arbeiterin in einer Uhrenfabrik tätig, erlernte sie die ihr bis dahin fremde Sprache und schrieb auf französisch ihre erfolgreichen Bücher, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden, am berühmtesten »Das große Heft«. Sie wurde unter anderem 2001 mit dem angesehenen Gottfried-Keller-Preis und 2006 für »Die Analphabetin« mit dem Preis der SWR-Bestenliste ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr auf Deutsch »Irgendwo«. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unglaublich 30. Mai 2007
Format:Taschenbuch
Dieses erste Buch der 1935 geborenen und 1956 in die Schweiz geflüchteten Ungarin erschien 1986. Agota Kristof musste sich ihr Französisch erst erkämpfen. Dies kann man an vielen Stellen des Romans sehen und spüren. Die Wichtigkeit der Worte und des Schreibens sowie des zugehörigen Materials sind augenfällig. Es ist ein Glück, dass die Autorin nicht versucht hat, kunstvolle und lange Sätze zu bilden. Sie ist ihrem Stil bis heute treu geblieben. - "Das grosse Heft" ist der Anfang einer Trilogie. Alle Personen in der Geschichte leben nur durch ihre Funktion, sie tragen keine Namen. So gibt es die Zwillinge und die Grossmutter, die Nachbarin, den Pfarrer, die Magd und viele andere. Die Zwillinge wachsen im Krieg bei ihrer Grossmutter auf. Diese schenkt ihnen nichts. Die Zwillinge müssen arbeiten und lernen das Überleben erstaunlich schnell und mit der Konsequenz und Unerbittlichkeit, die kaum ein Erwachsener zustande bringt und daher unheimlich anmutet. Auch die Autorin schenkt uns nichts. Die Grausamkeit des Krieges spiegelt sich in den Seelen der Menschen wieder, egal ob es der Missbrauch junger Mädchen durch den Pfarrer und die nachfolgende Erpressung durch die Zwillinge ist oder die Magd, die den vorbeiziehenden Flüchtlingen hämisch ein Stück Brot verweigert. Vom Mord am jüdischen Schuster bis zum Heranrollen des nächsten totalitären Regimes ist alles vorhanden. Agota Kristof führt uns auf 150 Seiten, in vielen, sehr kurzen Kapiteln, die ganze Bandbreite zweier im Krieg Heranwachsender vor Augen, auf eine übernatürliche, distanzierte und erstaunlicherweise umso realistischere Art. Man liest dieses Buch - wie auch andere Werke von ihr - in ein paar Stunden. Hin und wieder werden die Bilder so schnell und dicht, dass man es für einen Augenblick zuklappen muss. Grosse Kunst! Unbedingt lesen!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erschreckend 23. August 2006
Von Beate
Format:Taschenbuch
Eines vorab: Diese Erzählung von Agota Kristof ist nichts für schwache Nerven! Beim Lesen schwankte ich zwischen Faszination und Ekel.
Die Geschichte der Zwillinge geht unter die Haut, wobei die bedrückende Atmosphäre durch die kurzen, fast adjektivlosen Sätze verstärkt wird.
Die emotionslose Aneinanderreihung von Hauptsätzen unterstreicht die Brutalität des Krieges und der Geschichte.
Die Zwillinge quälen, stehlen, lügen und morden, scheinbar ohne mit der Wimper zu zucken. Obwohl die Autorin ohne jede Gefühlsregung zu schreiben scheint, werden beim Leser vielfältige Gefühle geweckt. Eines wird allerdings ganz besonders ins Bewusstsein gerufen:
Die Abscheu vor dem Krieg, der Menschen dazu bringt, in ihrer Verzweiflung und Hilflosigkeit alle Skrupel fallen zu lassen, um die eigene Haut zu retten.
Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Man soll mit Superlativen vorsichtig sein, aber ich habe in letzter Zeit kein Buch gelesen, dass mich von der ersten Zeile an derart in seinen Bann gezogen hat. Dabei ist es ein kurzes Buch, das jeder innerhalb einiger Stunden zu Ende lesen kann. Aber es ist ein Buch, bei dem jeder Satz wie in Stein gemeißelt daherkommt. Das immer wieder geforderte Entschlacken des literarischen Textes von allem Nebensächlichem, seine Befreiung von allem Ballast, die pure Konzentration auf den Kern - in dem vorliegenden Buch ist sie gelungen.
Kompromisslos und kantig wie die Sätze, in denen die Geschichte erzählt wird, ist auch der Inhalt. Zwei Jungen, es handelt sich um ein Zwillingspaar, geraten in der Endphase des Zweiten Weltkrieges in das Elend des Hinterlandes an einer nicht näher bezeichneten Grenze (wahrscheinlich ist es die ungarische). Sie werden von ihrer Mutter bei einer monströsen Großmutter abgegeben und müssen bei der herzlosen, stinkenden alten Frau für jeden Bissen hart arbeiten. Doch die Zwillinge, die ebenso wie alle anderen Handlungsträger völlig namenlos bleiben, leiden nur kurz, bald finden sie sich zurecht und entwickeln eine geradezu gespenstische Überlebensfähigkeit. Für alle, die mit ihnen in Berührung kommen, die Magd, den Vater, den Offizier und andere werden sie zum Schicksal. Sie sind weder gut noch böse, sie folgen einfach einem inneren Kompass der sie manchmal zu Wohltätern und manchmal zu Richtern am Ende sogar über den Vater macht Das Buch enthält Schilderungen, wie ich sie noch niemals vorher gelesen habe und die ich nicht so schnell vergessen werde. Mehr wird nicht verraten. Einfach kaufen und lesen!
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