Das große Fitnessbuch liefert vor allen Dingen eines: Einen kompakten und allgemeinen Überblick zum Thema Fitness und Ernährung. Art und Aufmachung richten sich an die Zielgruppe der Einsteiger und der interessierten Fitnesssportler/innen.
Fitnesstests sind ein ebenso belebender wie wichtiger Einstieg in das Handbuch. Kaum jemand, der sich nicht selbst messen und seinen Leistungsstand ermitteln möchte.
Die 268 Seiten gliedern sich in 7 Teile (Kapitel): Fitness Basics, Trainingsplanung, Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer, Ernährung und Trainingsprogramme mit verschiedenen Schwerpunkten. Die "Muskelkunde" beschränkt sich auf eine Außenbetrachtung der Muskelgruppen. Das ist im Hinblick auf die Zielgruppe völlig ausreichend. Jede Muskelgruppe wird kurz erläutert, Dehn- und Kräftigungsübungen zugeordnet. Sie sind mit einem Buchstaben und einer fortlaufenden Zahl nummeriert. So steht sinnvollerweise das 'K` für Krafttraining und ein 'D` für Dehnung. Ein einfaches und überschaubares Ordnungssystem, das sich durch das ganze Buch zieht.
Während die 5 wichtigsten Komponenten der körperlichen Fitness erläutert werden, empfiehlt der Autor im Rahmen eines gesundheitsorientierten Fitnesstrainings die Beschränkung auf Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer. Das ist auch der Untertitel des Buches und durchaus legitim. Allerdings sollten in einer Zeit, in der der demografische Wandel sich gerade auch im Sport bemerkbar macht, Koordination und Gleichgewicht in einem 'großen' Fitnessbuch nicht fehlen. Zumal der Autor selbst auf die besondere Bedeutung im fortgeschrittenen Alter hinweist. Dafür hätte man ein paar großformatige Modelfotos sparen können.
Alle Übungen lassen sich im Fitnessstudio und zu Hause ausführen, ohne und mit Gerät. Richtigerweise wird darauf hingewiesen, dass freie Gewichte und Widerstandsbänder zu unfunktionellen bzw. belastenden Ausweichbewegungen führen können. Dazu mag der Hinweis auf die Korrekturmöglichkeiten im Spiegel ein Tipp sein.
Sehr übersichtlich wird jede Übung mit einer Ausgangsposition, Übungsdurchführung und Variante beschrieben. Hinweise auf Fehlhaltungen und die Vermeidung von Ausführungsfehlern fehlen nicht, werden aber nicht optisch hervorgehoben.
Ein in vielen Fitnessbüchern wiederkehrendes Problem ist die richtige Ausführung der abgebildeten Übungen, wenn sie von Models dargestellt werden. Die sind in diesem Fitnessbuch fast alle auch Fitnesssportlerinnen und nur zwei Übungen sind missverständlich dargestellt. Warum die männlichen Darsteller alle mit nacktem Oberkörper abgebildeten werden, erschließt sich nicht. Auch nicht, warum dem Autor Christoph Delp kein Lächeln gelingt.
Die Workouts am Ende des Buches sind gut abgebildet und zusammengestellt. In der Titelleiste anzugeben, um welches Workout es sich handelt (Radfahren, Schwimmen, Ganzkörper u.a.) und für welchen Trainingsschwerpunkt die Übungen ausgewählt worden sind, hätte die Lesbarkeit verbessert.
Apropos Training: Trainingspläne sollten ansprechend sein und ihre Einhaltung erleichtern. Auch bei aller theoretischer Trainingslehre und Übersichtlichkeit. Das ist verbesserungsbedürftig.
Bewegung und eine gesunde, bedarfsgerechte Ernährung gehören zusammen. Deshalb enthält der Teil Ernährung alle wichtigen Informationen und Hilfestellungen, die im Zusammenhang mit den eignen Trainingszielen wichtig sind. Übersichtlich, sachlich und ohne aufwendige Ernährungspläne werden dem normalen Fitnesssportler die Ernährungsprinzipien erläutert. Letztendlich kommt alles auf die gleiche Formel zurück: Negative Tageskalorienbilanz. Heißt, mehr verbrauchen als durch eine gesunde Ernährung aufgenommen wird. Bekannt, aber scheinbar zu einfach.
Fazit:
Ein Handbuch für den normalen Fitnesssportler, der zu Hause oder im Fitnessstudio effektiv trainieren möchte. Dazu erhält 'Das große Fitnessbuch' eine Vielzahl von Übungen und Trainingsprogramme für Fitness, Körperfettreduzierung und Muskelaufbau und ein kompaktes Hintergrundwissen zur Trainings- und Ernährungslehre.
Einsteiger und Fortgeschrittene werden gleichermaßen bedient.