Oft als Esoterik angesehen, verrät uns das sehr wissenschaftlich-konsquent verfasste Buch, salopp formuliert, das Geheimnis von Kung Fu. Dies ist absolut leicht und anschaulich zu erklären. Man tastet die Muskelspannung um den Bauch herum bei der Atmung ab und merkt, dass beim Einatmen diese Muskeln angespannt werden. Beim kräftigen Luftholen wird die Spannung höher als bei der Ruheatmung. Wird die Muskulatur hier als Experiment entspannt gehalten, so wird die Einatmung sehr schwach und man erstickt ja beinahe.
Nach der für uns hier wissenschaftlicher erklärten japanischen Version der fernöstlichen Atemtechnik wird also von dieser Abhängigkeit zwischen Bauchmuskelspannung und Einatmung Gebrauch gemacht, um nicht nur die Atmung selber zu trainieren, sondern auch als Mechanismus für die Verteilung von sonst stagnierendem Blut im Bauchraum und zur Unterstützung der Herztätigkeit. Sehr wichtig ist die Stärkung der Einatmung, wofür die europäische Medizin nur synthetische, bei COPD usw. angewandete Mittel kennt, welche die Atmung schwächen, weil sie die relevanten Muskeln vermutlich einrosten lassen. Zum Einstieg ist Abschnitt 12. Die Sammlung auf das Tanden zu empfehlen.
Das Buch hat also gar nicht mit europäischer Atemtechnik zu tun, darf nicht mit europäischen Augen gesehen werden.. Richard Friedel