Es ist kein Kuschelbuch, auch wenn die Geschichte von den Hasen nur vom Kuscheln und Knuddeln handelt; es geht um das Leben in seiner ganzen Breite und Tiefe und Höhe: Krieg und Frieden, Abenteuer (Mäuse, die unbedingt unter dem Rasenmäher durchlaufen müssen - als Mutprobe); verletzte Zugvögel, die sich in ein Flugzeug eingeschmuggelt haben und von Terroristen abgeschossen werden und immer auch um die Kraft der Träume, die den unglücklichen Hund Köter rettet und die Waschbären zu revolutionären Taten anstiftet, so dass die tatsächlich vorhaben, die Erdschieber umzukippen. Auch das stille Glück ist möglich mit Erwin, dem Eichhörnchen, das Briefmarken sammelt und schließlich allen seinen Freunden den schönsten Tag bereiten kann, weil die deutsche Fußballmannschaft wieder mal so schlecht gespielt hat. Das sind Zusammenhänge, auf die man nicht so leicht kommt. Vielleicht wirkt es etwas herbe für Kinder, wie die Punks fluchen und sich politisch so gar nicht korrekt verhalten, und so manches Kind mag keine Currywurst mehr essen, wenn es die Geschichte von dem Schweinekind Pascha gelesen hat - oder vorgelesen kriegt; denn all die Geschichen sind in einer Sprechsprache zum Vorlesen gedacht. Aber so ist das Leben. Es ist ein wahres Buch. Es gibt hier keine billige Antromorphologisierung (schweres Wort: soll soviel heißen, wie die Vermenschlichung der Tiere) - eben nicht: die Tiere sind auch nur Menschen wie Du und ich. Sie sind nicht besser. Sie verstehen die Welt auf ihre Art. Wer hat recht? Vielleicht das Murmeltier, das ein Weihnahtsfest unter den Menschen verbringt und bei der Gelegenheit zum ersten Mal den Schnee erlebt und beobachtet, wie die Kinder vor dem Schlafen die Zähne putzen und dabei auch gleich eine Erklärung hat, woher dieses viele Weiß kommt: aus den Zahnpastatuben. So führt uns das Höhlengleichnis zurück auf unsere eigene Sicht der Welt, die wahrscheinlich auch nur ein Mißverständnis ist. Auch wenn die Tiere in dem Buch nicht mit den Menschen reden (das können sie auch gar nicht), so ist es wohl das, was sie uns sagen wollen: irren ist menschlich. Und es gibt eine Art zu überleben: mit Humor und mit der Kraft der Träume