1992 erschien mit dem "Who is Who der deutschen Fußballvereine" ein vielbeachtetes Werk, das mit seiner dritten Fortsetzung, dem 2001 erschienen "Vereinslexikon" seinen Höhepunkt erfuhr.
Die vorliegende Neuerscheinung war natürlich notwendig. Knapp 10 Jahre bedeuten im Fußball eine immens lange Zeit, und das eine weitere Überarbeitung in der Struktur vorgenommen wurde, ist grundsätzlich zu begrüßen.
Allerdings wurde in der Auswahl der Mannschaften aus Platzgründen der Sensenschnitt angelegt. Man mag jetzt natürlich darüber streiten, ob jede Sternschnuppe aus seeligen Amateurligazeiten unbedingt in gleicher Weise wie die großen Kometen des Fußballs gewürdigt werden müssen. Da man aber zum Einen durch die 2001-Ausgabe, die ein verläßliches Kompendium zum deutschen Fußball darstellt, regelrecht verwöhnt wurde, und zum Anderen, da es gerade zu solchen Vereinen (Amateurliga oder Vorkriegszeit) sehr wenige Alternativquellen gibt, vermisst man die Pokalstatistiken sowie eben Vereine wie den SV Rehnenhof und Konsorten.
Als quantitativen Zuwachs erhält der Fußballfreund dafür nicht mehr nur reine Tabellen, sondern auch einen Einleitungstext zur Geschichte des betreffenden Clubs. Allerdings bedeutet hierbei Quantität nicht unbedingt Qualität, denn während es zu den bekannten Vereinen natürlich viel zu berichten gibt (und in unzähligen anderen Quellen zu beziehen), besteht der Text bei den unbekannteren Vereinen auch nur aus der in Fließtext umgewandelten Statistiktabelle des Clubs (überspitzt ausgedrückt: wurde 1908 gegründet...spielte lange Zeit keine Rolle...stieg plötzlich 1968 in die 1. Amateurliga auf, aus der man 1972 wieder verschwand und nie mehr zurückkehrte).
Sehr Schade, da von Grünes hervorragenden Büchern besonders das "Vereinslexikon" eine unerschöpfliche Quelle darstellte. Die aktuelle Ausgabe ist natürlich auch ein statistisches und nützliches Meisterwerk, kommt aber an den Vorgänger nicht heran. Lieber auf den Fließtext verzichten, aber dafür einer ganzen Anzahl an heute vergessenen Vereinen wieder einen kleinen Auftritt aus dem Dunkel der Geschichte verschaffen.