das positive an diesem arbeitsbuch ist die detailgenauigkeit mit der die bilder des crowley-tarot beschrieben werden. auch das angebot der deutungen ist sehr tiefgehend und detailgenau.
leider - und das ist das unheilbar schlechte an dem buch - ist es sehr dogmatisch geschrieben und lässt wenig platz sich aufgrund anderer (geschriebener) eindrücke. das wesentliche für das kartenlegen mit tarot - wie auch mit anderen decks - ist, dass jeder für sich selbst herausfindet, erfühlt, wie er/sie karten zieht, sie legt und sie deutet.
dabei ist es wenig hilfreich, wenn die autoren schreiben, dass es "ohne bedeutung" sei, wie man die karten erlangt, ob man sie auf seide auslegt, sie ausräuchert, sie aufbewahrt usw.
eine theorie ("legende") die ein anderer bedeutsamer tarot-autor (hajo banzhalf) bezüglich des unterschieds münzen-scheiben in die welt setzte, wird von den autoren als unfug abgetan.
weiter vorn schreiben die autoren, dass es gleichgülitg sei, ob die karten mit dem aufrechten bild oder dem bild üver kopf aufgedeckt seien, um dann bei der deutung des "gehängten" bei umgekehrter position eine ganz eigene deutung zum ausdruck zu bringen.
in den diskussionsbeiträgen zu jeder karte wird in diesem buch zwar die eine oder andere deutungsmöglichkeit anderer autoren dargestellt, jedoch - sollte sie nicht in die deutung dieses buches passen - als im prinzip falsch abgetan, wozu worte wie "unverständlich" (beim magier), "fälschlicherweise" (bei der hohepriesterin), "nicht gerecht" (beim kaiser), eine deutung von g. ziegler "ist nicht zutreffend" (bei ausgleichung) u.v.m.
im ergebnis lassen die deutungen der autoren beim lesen keine andere meinung zu. es fehlte mir beim lesen an toleranz für andere meinungen und deutungen.
zieht man dieses buch alleine zur literatur heran gerät man in die von den autoren diktatorisch auferlegten deutungsschablonen, von denen die autoren bei der beschreibung des gehängten gerade abraten.
dieses buch empfielt sich lediglich für die detailgenauen beschreibungen der karten und sollte darüber hinaus nur als eine von vielen deutungsmöglichkeiten verwendet werden, um seinen eigenen weg zu finden.
der umgang der autoren mit anderen deutungen / meinungen sollte - ähnlich wie es die autoren zur handhabung der untertitel der kleinen arkanen raten - abgeklebt oder mit dem daumen zugehalten werden.