"Das grüne Küken" ist eine schöne, abwechslungsreiche Geschichte über ein geschlüpftes Drachenbaby, das scheinbar gar nicht zum ihn ausgebrütetem Gänserich passt. "Wo gehört es hin? Wem sieht es ähnlich? Wer ist das wirkliche Elternteil?" Dies sind die prägenden Fragen, denen sich das Baby auf der Suche nach dem wirklichen Vater zu stellen hat - bis es schließlich doch bei dem "Pflegevater" Gänserich landet und weiß, wo der wirkliche Vater ist.
Neben dieser Kindperspektive enthält das Buch aber ebenso die Sichtweise von Paaren, die keine Kinder bekommen können, und sich so sehr ein Kind wünschen sowie die Perspektive der anderen Menschen in der Gesellschaft, die kein Verständnis für den kindlos gebliebenen Menschen hat.
Feinfühlig beschreiben Adele Sansone und Anke Faust in Text und Bild das Geschehen auf dem Bauernhof. Mit den Figuren Gänserich, Hund, Hahn, Hühner und Frosch, Eidechse und Fisch wird in der Geschichte die Möglichkeit geschaffen, sich in die unterschiedlichen Positionen und Erlebniswelten hineinzuversetzen.
Mit einem ansprechendem Maß an Humor, kräftigen Farben, klaren Kontursetzungen und die Einbeziehung von Fotomaterial in die Zeichnungen gelingt es, ein abwechslungsreiches, buntes Pottpouri zu schaffen. Dabei wirken gerade die Fotoeinsätze und die verstreut über eine Seite platzierte Anordnung der Illustrationen sehr ansprechend.
Der Text der Erzählung selbst ist mit vielen Dialogen versehen und von der Sprache her einfach genug, um selbst schon im Kindergartenalter gut verstanden zu werden.
Ein ideales Buch für alle Kinder, die sich in ihren Pflege- oder Adoptivfamilien nicht immer zuhause fühlen, die noch ihren richtigen Platz im Familienverband suchen sowie für die partnerschafliche Zusammenarbeit mit den Eltern zur Vorbereitung von Pflegeverhältnissen oder Adoptionen.