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Der Roman handelt von dem Geheimnis des Glücks. Thassadit Amzwar, eine junge Berberin aus der Kabylei, hat das Grauen des algerischen Bürgerkriegs überlebt und strahlt dennoch vor Glück - und das permanent. Mit ihrem ungebremsten Frohsinn verzaubert sie ihre Freunde und Bekannte in ihrer neuen Heimat Chicago, die süchtig nach ihrer Gegenwart werden. Auch Russell Stone, gescheiterter Autor und Literaturdozent an der Uni, ist von Thassa fasziniert und grübelt über ihr Glücklichsein: Liegt es an Thassas Charakter, ist es eine Krankheit oder gar genetisch bedingt? Dann gerät der Fall Thassa in die Medien und der Genomiker und Biotech-Unternehmer Thomas Kurton wird auf sie aufmerksam. Seine Labortests überzeugen ihn von der Existenz eines Glücks-Gens. Thassa wird zum Objekt der medialen und wissenschaftlichen Begierde und von einer Welle aus Medienrummel und religiösem Fanatismus überrollt. Kann ihr Glück dem Medienwahnsinn und der Profitgier der Biotechniker standhalten?
Mit Das größere Glück hat Powers einen klugen Roman über den Wahn der Naturwissenschaften und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Konsequenzen geschrieben, der hochaktuelle ethische und philosophische Fragen stellt. Er entwirft das düstere Bild einer korrumpierten Wissenschaft und setzt sich kritisch mit den wissenschaftlichen Versuchen der genetischen Perfektionierung des Menschen auseinander. Dieses brisante Thema verpackt Powers gekonnt in eine literarisch reflektierte, komplex konstruierte und spannend erzählte Geschichte, die dem Leser großen Lesegenuss bereitet. Sehr empfehlenswert! -- Alexandra Plath
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Große Worte, aber..........,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das größere Glück (Gebundene Ausgabe)
Mit Richard Powers' Romanen erlebte ich bisher ein Wechselbad der Gefühle."Der Klang der Zeit" war die ersten 400 Seiten eine echte Herausforderung für mich, kehrte sich dann überraschend um und gehörte zum Schluß zum engeren Kreis meiner Lieblingsbücher. "Schattenflucht" war von Anfang an anstrengend und schwierig und hat mich in keinster Weise erreicht. "Das Echo der Erinnerung" war dann wieder ein Roman, der mir von Beginn an gefiel. Und was kam jetzt? Große Worte ohne Frage. Doch das allein reicht mir nicht. Manch einer mag sich ja möglicherweise baden in dem Gefühl, das anspruchsvolle Werk eines anspruchsvollen Autors gelesen zu haben, fühlt sich aufgrund dieser Tatsache ebenfalls aufgewertet und ergießt sich daher in Lobeshymnen; ich jedoch habe seit langem nicht mehr so sehr dem Ende eines Buches entgegengefiebert und zwar aus dem Grund, endlich ein anderes Buch lesen zu können. Die Story hat seinen Reiz: Gibt es ein "Glücksgen", das es einem ermöglicht, auch dann noch lächelnd in die Welt zu schauen, wenn man gerade die Wirren eines Bürgerkrieges miterleben mußte? Und wie geht die Gesellschaft und die Forschung mit dieser Entdeckung um? Powers gelingt es trotz seines nicht abzustreitenden hervorragenden Schreibstils jedoch nicht, Spannung oder irgendein anderes Gefühl außer Langeweile zu erzeugen. Die Charaktere bleiben so oberflächlich und nichtssagend und die Story dümpelt vor sich hin. Ich ahne ja bereits, daß mir von Liebhabern dieses Buches mit Sicherheit mangelnder Intellekt vorgeworfen wird, aber mehr als ein Stern war nicht drin............ Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Erfüllt nicht die Erwartungen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das größere Glück (Audio CD)
Das neueste Buch von Richard Powers (von mir auf English gelesen - "Generosity") hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. War "The Time of Our Singing" noch ein packendes, mitreißendes Buch mit auch literarischen Ambitionen, so fällt dieses Buch aus meiner Sicht weit ab. Schon "The Echo Maker" war dick aufgetragen und für mich unglaubwürdig, das hier besprochene Buch ist es noch mehr.Kurz die Geschichte: ein heruntergekommener Literarurprofessor in Chicago übernimmt eine Klasse "creative non-fictional writing", also kreative Reportage, in der sich eine begabte Algerierin befindet, die auffällig resistent gegen alle emotionale Irrungen und Wirrungen ist. Die Vermutung ist, dass sie von Geburt aus so ist, und über ein fehlgeleitetes E-Mail-Posting wird letztlich der Geschäftsführer einer Biotech-Firma auf sie aufmerksam und wittert das große Geld: er vermutet, dass sie genetisch prädisponiert ist und überredet sie dazu, ein Genom-Screening, untermauert durch psychologische Tests zu unternehmen. Das Ergebnis ist vorhersehbar: in der Tat ergibt die Genom-Analyse eine außerordentliche emotionale Stabilität. Da die Algerierin einen Bruder in Algerien besitzt, der dringend Geld benötigt, willigt sie ein, Ihre Eizellen zu verkaufen. Bedingt durch Medikamente, die sie nehmen muss, um die Fertilität der Eizellen sicherzustellen, die massive psychische Wirkungen haben und durch den per Internet-Hype verursachten Psycho-Terror bricht sich schließlich zusammen und führt einen Selbstmord-Versuch durch, den sie aber überlebt. "Was für eine Geschichte ... ", ging es mir immer durch den Kopf - "geht's denn nicht auch eine Nummer kleiner, sehr geehrter Herr Powers". Schwer erträglich finde ich auch die permanente Demonstration des erworbenen Wissens (Richard Powers hat eine Ausbildung als Physiker, er ist aber kein Biologe und hat sich ganz offensichtlich intensiv mit dem Thema beschäftigt), es werden Gen-Sequenzen und biologische und chemische Begriffe rauf- und runtergebetet. Der Hype um ein Glücks-Gen ist ja aus amerikanischer Sicht verständlich (ganz gut dargestellt finde ich den Zwang zur emotionalen Perfektion der Amerikaner, die Unfähigkeit bzw. die Nicht-Akzeptanz, auch mal zu leiden und daran zu wachsen und die Bereitschaft, sich nach Belieben durch Hilfsmittel der Pharma-Industrie wieder auf Spur zu bringen), es wird aber z.B. der Zweig der Epigenetik, also der notwendigen Umgebungsbedingungen zur letzlichen Manifestierung der genetischen Prä-Disposition völlig ausgespart, wie auch der Aspekt der Spiritualität zur Erlangung des Glücks nur ganz am Rande mal erwähnt wird. Die LeserIn kann an einer Stelle vielleicht vemuten, dass Thassalit (die Algeriererin) ihre Stabilität einer spirituellen Erfahrung des Sufismus verdankt - das bleibt aber alles sehr vage. Richard Powers bleibt hier rein auf der naturwissenschaftlichen Ebene - philosophische und psychologische Aspekte, die für eine umfassende Betrachtung sich nachdrücklich hier anbieten würden, sind ganz offensichtlich nicht sein Thema - sie scheinen ihn auch nicht (mehr ? - im Vergleich zu seinem "The Time of Our Singing") zu interessieren. Stil: Richard Powers schreibt wie ein Reporter, was als Stilmittel (es geht ja um das creative non-fictional writing des Literatur-Professors) vielleicht ganz gut passt - dieser Stil macht aber nicht viel Freude beim Lesen, das ganze Buch wirkt irgendwie gehetzt, provisorisch und hektisch. Ein vom Autor eingeführter vermeintlicher Kunstgriff (er beschreibt oft seine Figuren "von oben" bzw. aus der Distanz gesehen) und erschwert es dem Leser dadurch noch weiter, sich mit den Personen zu identifizieren, was die ganze Geschichte letztlich noch absurder macht. Der (vermeintliche) Kunstgriff wird damit aus meiner Sicht zum Fehlgriff. Was mir ganz unerträglich ist, ist die permanente Bewertung der Handlungen der Personen: typischerweise wird das Verhalten in einem Absatz beschrieben und im letzten Satz kommt dann "aus dem Off des Autors" die Erklärung oder die Kritik. Richard Powers versucht auch, alle aktuell wichtigen, speziell amerikanischen Themen in dem Buch zu verbraten: Internet-Hype, Biotech-Boom, Talk-Shows (die Darstellung einer Talk-Show mit der Super-Talk-Masterin - ganz offensichtlich auf Oprah Winfrey gemünzt - ist allerdings sehr gut gelungen), radikaler Islam und die Unfähigkeit mit dem Islam umzugehen, der Zwang, emotional zu funktionieren, usw. Etwas weniger wäre mehr gewesen. Man hätte aus dem Thema eine wunderbare Satire machen können (Beispiele: großartig "Gottes kleiner Krieger" von Kiran Nagarkar, oder Tom Woolfes "Fegefeuer der Eitelkeiten"), oder eine tiefgreifende, emotional bewegende Analyse (z.B. "die Korrekturen" von Jonathan Frantzen, oder "Stand der Dinge" von Richard Ford) - die aufgeführten Bücher alle Werke, die lange nachwirken. Ich vermisse hier den Humor - nur ansatzweise vorhanden in der Rolle des Bruders des Literatur-Professors, und auf lange Sicht bleibt von dem Buch nicht viel Erinnerung ... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Normalität oder Fortschrittsglaube, das ist hier die Frage!,
Rezension bezieht sich auf: Das größere Glück (Gebundene Ausgabe)
Was ist das Glück?Bewegt diese Frage nicht Philosophen, Mystiker und Kleriker seit eh und je? Richard Powers macht den Versuch, in seinem neuen Buch das Thema "Glück" auf vielfältige Weise zu umkreisen. Protagonistin seines Versuchs ist Thassadit Amzwar, eine aus Algerien stammende Schülerin des kreativen Schreibkurses von Russel Stone in Chicago. Sie ist vor den Gräueln des Krieges in Algerien, in dem sie ihre Eltern verloren hat, nach Amerika geflohen. Ihrem Schicksal trotzend strahlt sie vor Glück und Zufriedenheit, ist heiter und ausgeglichen. Ihr Lehrer Russel Stone hingegen ist ein glückloser Schriftsteller, der sich mit Lektoraten und journalistischen Arbeiten durchs Leben schlägt. Umso erstaunter und tiefer bewegt ihn die glückliche Natur seiner Schülerin, die alle in ihren sorglosen und heiteren Bann schlägt. "Glückliche Menschen müssen etwas kennen, das niemand anderer kennt. Irgendein Geheimnis des Lebendigseins, hart erarbeitet und rätselhaft, aber außer Reichweite." ( S. 74) So umschreibt Russel sein Erstaunen über seine Schülerin, und bis hierher bewegt sich die Geschichte im Rahmen des Menschlichen. Ein übergeordneter Erzähler scheint von außen dem Treiben der Helden im Buch zuzuschauen. Denn nun beginnt Thassadits Geschichte auch die Wissenschaft in Gestalt von Gen- und Glücksforschern zu interessieren. Es beginnt eine Odyssee, in der sie zum Studienobjekt wird, wahrlich nicht immer zu ihrer Freude! In schneller Folge, die zuweilen etwas verwirrend ist, bekommt die Erzählung Tempo und entwickelt sich zu einer Mischung aus Reality Show und Science Fiction. Forscher, Medienstars und die Psychologin Candace Weld bereiten das Feld, um uns in die Welt der erhofften Zukunftsvisionen zu entführen. Die Möglichkeiten der Biotechnologie führen uns schauerlich vor Augen, wohin uns die Suche nach dem Glück bringen könnte. Neurose und Fortschrittsglaube contra Normalität und reines Gemüt. Klar und selbstverständlich bleiben einige der ansonsten recht verrückten Gestalten, die uns zu einem versöhnlichen Ende führen. Etwas surreal mutet die Geschichte an, wenn uns der von außen geschickte Erzähler / Betrachter an seinen Fantasien teilhaben lässt. Nicht zuletzt ist es die hohe Kunst des Erzählens, die uns hier vorgeführt wird. Richard Powers, der überragende Berichterstatter des schönen Buches vom ' "Klang der Zeit'," beweist erneut seine Fabulierkunst und gibt uns Anregungen, über Glück und Unglück zu meditieren. Ist alles nur Vererbung oder manipulierbar? Der Leser möge selber schauen, welche Schlüsse er aus dem Roman ziehen möchte! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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