Buch der 1000 Bücher
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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Das goldene Notizbuch
OT The Golden Notebook OA 1962 DE 1978Form Roman Epoche Moderne
Das goldene Notizbuch von Doris Lessing gehört zu den klassischen Romanen der Frauenbewegung, das die Situation der Frauen auf dem Weg zur Gleichberechtigung dokumentiert.
Inhalt: Das goldene Notizbuch ist eine Darstellung der psychologischen Krise, in der sich die Schriftstellerin Anna Wulf, eine aus Südafrika stammende, in London lebende Schriftstellerin, befindet. Erzählt werden die Jahre 195057, in denen Anna mit Hilfe verschiedener Tagebücher ihre Depressionen zu überwinden versucht. Jedes Tagebuch schildert eines der verschiedenen Leben der Protagonistin: Schwarz enthält die afrikanischen Erinnerungen, Rot ihr politisches Engagement in London, Gelb ihre literarischen Ideen und Blau ihr Alltagsleben. Durch das Schreiben kommt Anna mit sich selbst ins Reine, lernt ihre eigenen Schwächen zu akzeptieren. Als sie dies erreicht hat, schließt sie die einzelnen Tagebücher mit einem Schlussstrich ab und führt ihre vier Identitäten in einem »goldenen Notizbuch« zusammen.
Aufbau: Mit Das goldene Notizbuch hat Lessing den konventionell-realistischen Erzählstil ihrer ersten Bücher überwunden und eine eigenständige Form gefunden. Das verschachtelte Schema ihres Buchs, das vielen Lesern Probleme bereitete, erklärte die Autorin im 1971 verfassten Vorwort zur Neuauflage folgendermaßen: »Es gibt ein Skelett oder einen Rahmen, genannt Ungebundene Frauen, der einen konventionellen kurzen Roman darstellt, etwa 60 000 Wörter lang, und der für sich allein stehen könnte. Aber er ist in fünf Abschnitte geteilt und durch die jeweiligen Stadien der vier Notizbücher, Schwarz, Rot, Gelb und Blau, unterbrochen.«
Zwischen den vierten und den fünften Teil des Romans hat Lessing das 37 Seiten umfassende Goldene Notizbuch eingeschoben, die Synthese der vier Leben ihrer Heldin Anna Wulf.
Die Einträge in die verschiedenen Tagebücher hat Lessing mit Kommentaren wie »Hier endete Annas Handschrift« oder »Schwarzer Strich quer über die Seite« versehen, um ihnen den Anstrich authentischer Dokumente zu geben.
Wirkung: Das goldene Notizbuch gehört zu den Bestsellern des 20. Jahrhunderts. Als das Buch 1978, 16 Jahre nach Erscheinen der englischen Originalausgabe, in Deutschland veröffentlicht wurde, machte es die Autorin hier zu Lande über Nacht zu einer Kultfigur der Frauenbewegung. Lessing selbst legte allerdings Wert darauf, wie sie u. a. im 1971 verfassten Vorwort zu Das goldene Notizbuch schrieb, dass dieser Roman »keine Posaune für Womans Liberation« ist. Erst von Verlegern und Freunden habe sie erfahren, »dass ich einen Traktat über den Geschlechterkampf geschrieben hatte, und entdeckte rasch, dass nichts, was ich einwendete, diese Beurteilung ändern konnte«. Die Protagonistin Anna Wulf wurde von den Lesern unterschiedlich bewertet: Die einen sahen in Anna eine Symbolfigur der Frauenbewegung, die anderen zählten sie zu den Unemanzipierten, weil sie nur mit Unterstützung ihres Geliebten Saul Green ihre Krise überwinden kann. M. E.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Das goldene Notizbuch, längst ein klassisches Dokument in der Geschichte der Befreiung der Frau, ist das komplexeste Werk über weibliche Intellektualität, das es gibt, und zugleich ein großer Roman über das geistige und moralische Klima in der Mitte unseres Jahrhunderts. Zunächst aber ist es die Geschichte von zwei Frauen, zwei Freundinnen - der Schriftstellerin Anna Wulf und der Schauspielerin Molly Jacobs. Beide sind um die vierzig, geschieden und haben ein Kind zu versorgen: »ungebundene Frauen«, die viele Beziehungen durchleben, haltbare und unhaltbare.
Eingeflochten in den Roman dieser Frauen sind die Notizbücher der Schriftstellerin Anna - das schwarze, das rote, das gelbe und das blaue. »Sie führt vier und nicht eines«, schreibt Doris Lessing, »weil sie, wie sie erkennt, die Dinge voneinander getrennt halten muß, aus Furcht vor dem Chaos, vor Formlosigkeit - vor dem Zusammenbruch.« Ihnen wird schließlich ein Ende gesetzt, und es entsteht etwas Neues: Das goldene Notizbuch.