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Das goldene Notizbuch. [Taschenbuch]

Doris Lessing
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 800 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag GmbH; Auflage: 19. (1. Mai 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596253969
  • ISBN-13: 978-3596253968
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 162.955 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Doris May Lessing
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das goldene Notizbuch
OT The Golden Notebook OA 1962 DE 1978Form Roman Epoche Moderne
Das goldene Notizbuch von Doris Lessing gehört zu den klassischen Romanen der Frauenbewegung, das die Situation der Frauen auf dem Weg zur Gleichberechtigung dokumentiert.
Inhalt: Das goldene Notizbuch ist eine Darstellung der psychologischen Krise, in der sich die Schriftstellerin Anna Wulf, eine aus Südafrika stammende, in London lebende Schriftstellerin, befindet. Erzählt werden die Jahre 1950–57, in denen Anna mit Hilfe verschiedener Tagebücher ihre Depressionen zu überwinden versucht. Jedes Tagebuch schildert eines der verschiedenen Leben der Protagonistin: Schwarz enthält die afrikanischen Erinnerungen, Rot ihr politisches Engagement in London, Gelb ihre literarischen Ideen und Blau ihr Alltagsleben. Durch das Schreiben kommt Anna mit sich selbst ins Reine, lernt ihre eigenen Schwächen zu akzeptieren. Als sie dies erreicht hat, schließt sie die einzelnen Tagebücher mit einem Schlussstrich ab und führt ihre vier Identitäten in einem »goldenen Notizbuch« zusammen.
Aufbau: Mit Das goldene Notizbuch hat Lessing den konventionell-realistischen Erzählstil ihrer ersten Bücher überwunden und eine eigenständige Form gefunden. Das verschachtelte Schema ihres Buchs, das vielen Lesern Probleme bereitete, erklärte die Autorin im 1971 verfassten Vorwort zur Neuauflage folgendermaßen: »Es gibt ein Skelett oder einen Rahmen, genannt ›Ungebundene Frauen‹, der einen konventionellen kurzen Roman darstellt, etwa 60 000 Wörter lang, und der für sich allein stehen könnte. Aber er ist in fünf Abschnitte geteilt und durch die jeweiligen Stadien der vier Notizbücher, Schwarz, Rot, Gelb und Blau, unterbrochen.«
Zwischen den vierten und den fünften Teil des Romans hat Lessing das 37 Seiten umfassende Goldene Notizbuch eingeschoben, die Synthese der vier Leben ihrer Heldin Anna Wulf.
Die Einträge in die verschiedenen Tagebücher hat Lessing mit Kommentaren wie »Hier endete Annas Handschrift« oder »Schwarzer Strich quer über die Seite« versehen, um ihnen den Anstrich authentischer Dokumente zu geben.
Wirkung: Das goldene Notizbuch gehört zu den Bestsellern des 20. Jahrhunderts. Als das Buch 1978, 16 Jahre nach Erscheinen der englischen Originalausgabe, in Deutschland veröffentlicht wurde, machte es die Autorin hier zu Lande über Nacht zu einer Kultfigur der Frauenbewegung. Lessing selbst legte allerdings Wert darauf, wie sie u. a. im 1971 verfassten Vorwort zu Das goldene Notizbuch schrieb, dass dieser Roman »keine Posaune für Woman’s Liberation« ist. Erst von Verlegern und Freunden habe sie erfahren, »dass ich einen Traktat über den Geschlechterkampf geschrieben hatte, und entdeckte rasch, dass nichts, was ich einwendete, diese Beurteilung ändern konnte«. Die Protagonistin Anna Wulf wurde von den Lesern unterschiedlich bewertet: Die einen sahen in Anna eine Symbolfigur der Frauenbewegung, die anderen zählten sie zu den Unemanzipierten, weil sie nur mit Unterstützung ihres Geliebten Saul Green ihre Krise überwinden kann. M. E. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Das goldene Notizbuch, längst ein klassisches Dokument in der Geschichte der Befreiung der Frau, ist das komplexeste Werk über weibliche Intellektualität, das es gibt, und zugleich ein großer Roman über das geistige und moralische Klima in der Mitte unseres Jahrhunderts. Zunächst aber ist es die Geschichte von zwei Frauen, zwei Freundinnen - der Schriftstellerin Anna Wulf und der Schauspielerin Molly Jacobs. Beide sind um die vierzig, geschieden und haben ein Kind zu versorgen: »ungebundene Frauen«, die viele Beziehungen durchleben, haltbare und unhaltbare.
Eingeflochten in den Roman dieser Frauen sind die Notizbücher der Schriftstellerin Anna - das schwarze, das rote, das gelbe und das blaue. »Sie führt vier und nicht eines«, schreibt Doris Lessing, »weil sie, wie sie erkennt, die Dinge voneinander getrennt halten muß, aus Furcht vor dem Chaos, vor Formlosigkeit - vor dem Zusammenbruch.« Ihnen wird schließlich ein Ende gesetzt, und es entsteht etwas Neues: Das goldene Notizbuch.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Es gibt unzählige Aussagen darüber, wie wichtig Lessings "Goldenes Notizbuch" sei - aber wenn man genauer nachfragt, haben es die wenigstens Leute gelesen, die es loben. Das hat seinen Grund: es ist anstrengend und anspruchsvoll zu lesen. Es ist kein Schmöker für zwischendurch oder den Strand. Allein die Konstruktion erfordert Konzentration. Die Hauptperson versucht die verschienden Aspekte ihres Lebens voneinander zu trennen. Ausdruck findet dieses Bestreben in parallel geführten Tagebüchern. Dadurch, dass diese Tagebücher im Buch auch parallel geführt werden, wird der Lesefluss immer wieder unterbrochen. Gleichzeitig versteht man, warum es der Protagonistin immer schwerer fällt, die Illusion aufrecht zu erhalten, man könne sein Leben aufsplitten in verschiedene Bereiche. Sie selbst schafft es schliesslich, dem Zusammenbruch dadurch zu entgehen, dass sie ihre Leben vereint - eben im "Goldenen Notizbuch".
Das Buch erzählt die Geschichte eines Lebens in all seinen Facetten und wird dadurch auch zum Dokument der Emanzipation. Hat man sich "eingelesen" ist es fesselnd und beschäftigt einen für lange Zeit über die Lektüre hinaus.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Doris Lessing beschreibt in ihrem Roman klassische Abhängigkeitsverhältnisse in unserer Kultur. Aus diesem Grund meinen wohl einige Leser, einen Roman über Feminismus gefunden zu haben. Diese Bewertung wird dem vielschichtigen Buch jedoch nicht gerecht. Vielmehr sehe ich in diesem Buch die Schwierigkeit beider Geschlechter, mit vorherrschenden Konstruktionen (mit oder ohne klassische Bindung) umzugehen. Denn eines wird sicherlich deutlich in ihren Notizbüchern. Weder Frauen noch Männer wirken wirklich glücklich und suchen Auswege. Jedoch findet man keine Kämpfe für Gleichberechtigung, keine Lösungsideologien und überhaupt merkt man: sie weiß auch nicht, wie dieser Konflikt zu lösen ist. Doch darum geht es auch nicht. Die Größe des Buches liegt darin, dass sie sich unentwegt selbst ertappt und wenn man es zulässt auch den Leser. Das ist aber nicht alles. Gleichzeitig fand ich eine ausgiebige Auseinandersetzung mit dem Thema Kommunismus und zwar in der kapitalistischen Welt der brittischen KP. Da fiel es mir zum ersten Mal wie Schuppen von den Augen. Die Parallele zwischen Demagogie in der Frauenbewegung und des Kommunismus. Das Benutzen vom Begriff der "Gleichberechtigung" und die erschreckenden Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit innerhalb der KP - auch ohne kommunistische Staatsgewalt. Und auch hier wieder: Die Suche nach einer besseren Gesellschaft und keine Lösung. Tatsächlich ist dieses Buch wohl eines der wichtigsten Geschichtsbücher des 20. Jh., weil es auf eindrucksvolle Weise die Gedankenwelten und Lebensweisen dieser Zeit widerspiegelt. Ausserdem kann es Menschen dazu treiben, sich mit ihrem eigenen Leben etwas ehrlicher zu befassen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Als Doris Lessing 2007 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, war vor allem dieser Roman in aller Munde. Die späte Ehrung bestätigte noch einmal die große Wirkung des Goldenen Notizbuchs, das bereits 1962 erschienen war. Noch heute beeindruckt der Roman durch das Engagement seiner Verfasserin. Der Name Doris Lessing steht nicht nur für eine klare antirassistische Haltung und eine kritische Sicht auf die eigenen kommunistischen Ideale. Wirklich berühmt wurde die Autorin mit diesem Buch als Vorkämpferin des Feminismus. Endlich wurde aus Sicht einer Frau radikal über weibliche Themen geschrieben. Lessing selbst wollte sich allerdings von der Frauenbewegung nicht vereinnahmen lassen und verwies auf die vielschichtige Struktur des Romans, durch die sie noch zahlreiche andere Möglichkeiten der Wirklichkeitswahrnehmung abgebildet habe. Nach wie vor lesenswert.
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