(Kinoversion)
Der gute McG ist ja bekannt dafür, vorrangig krawallige Actionfilmchen und -serien in Szene zu setzen. Meistens fungiert er dabei als Produzent, ab und an lässt er sich aber auch mal auf dem Regiestuhl nieder. McG, der eigentlich Joseph McGinty Nichol heißt, hat so schöne wie bekloppte Serien wie "Fastlane", "O.C. California", "Human Target", "Nikita" und "Supernatural" produziert, bei Filmen wie "Drei Engel für Charlie" und "Terminator Salvation" hat er dann ebenfalls die Regie übernommen. Und auch für "Das gibt Ärger" hat McG entschieden, Cast und Story so zu choreographieren, dass ein schnittiger Actioner ohne großen Tiefgang dabei rauskommt, der sowohl für Männer (Verfolgungsjagden, Prügeleien und eine schnuckelige Blondine) als auch Frauen (zwei smarte Hauptdarsteller, die um die Gunst erwähnter Blondine buhlen) geeignet ist. Und ja, was eine simple Story, unglaubwürdige Aktionen und sexy Protagonisten angeht, hat McG eindeutig gepunktet. Dass solche Filmchen weder besonders nachhaltig noch beeindruckend sind, liegt in der Natur der Sache. Aber man kann sich von "Das gibt Ärger" immerhin 97 Minuten fluffig unterhalten lassen, ohne dass man Gefahr läuft, sein Gehirn benutzen zu müssen. Der Film ist nur insofern was fürs Köpfchen, als dass man seine Augen abwechselnd wohlwollend über Chris Pine, Tom Hardy und Reese Witherspoon gleiten lassen muss und sie zukneifen sollte, wenn Granitkiefer Til Schweiger die Bildfläche betritt, weil das wie immer eher peinlich anmutet.
So, die Top-Spione FDR (Chris Pine, "Star Trek", "Carriers") und Tuck (Tom Hardy, "Inception", "Bronson") sind nach einem Einsatz, der mehr Aufsehen erregt hat, als er sollte, von Chefin Collins (Angela Bassett, "What's love got to do with it") zum langweiligen Innendienst verdonnert worden. Vor lauter Langeweile meldet Tuck sich daraufhin auf einem Dating-Portal an und lernt so die knuffige Produkttesterin Lauren (Reese Witherspoon, "Walk the Line", "Natürlich Blond") kennen. Blöd ist nur, dass diese kurz darauf auch mit FDR in Kontakt kommt. Als die beiden Agenten feststellen, dass sie dieselbe Frau daten, folgt der obligatorische verbale Griff ans Gemächt, bevor sich die Zwei darauf verständigen, Lauren selbst entscheiden zu lassen, welchen der beiden Testosteronbeutel sie haben will. Was die Jungs selbstredend nicht davon abhält, sich selbst ins beste Licht zu rücken und die Dates des jeweils anderen zu sabotieren, wo es nur geht. Wie praktisch, dass sie als CIA-Agenten fast unbegrenzten Zugriff auf neueste Spionage-Technik haben und sowohl Lauren als auch den jeweiligen "Gegner" rund um die Uhr überwachen können. Die arme Lauren weiß gar nicht, wie ihr geschieht, als diese beiden Prachtexemplare so exzessiv um sie zu buhlen beginnen, dass schon bald erste Folgeschäden der eifersüchtigen Bespitzelungen zu beklagen sind. Ach ja, und dann gibt es ja noch den (vollkommen überflüssigen) Gangster Heinrich (Schweiger), der grimmig guckend den Tod seines Bruders durch FDR und Tuck rächen will, bla fasel…
Die "Story" ist natürlich Quatsch mit Soße und dient lediglich als rudimentärer Rahmen, um hier eine Handvoll knackiger Mimen ins rechte Licht zu rücken. Der Handlungsstrang um den Deutschen Heinrich ist so wenig ausgearbeitet wie er belanglos ist, er dient eindeutig nur dazu, den Film mit ein paar Actionsequenzen anzureichern und die ansonsten eher mäßige Spannungsschraube ein wenig anzuziehen. Denn wirklich spannend ist "Das gibt Ärger" nicht, dazu ist er viel zu vorhersehbar. Dennoch ist McG ein ziemlich kurzweiliger Film gelungen, was vorrangig den sympathischen Darstellern zu verdanken sein dürfte.
Reese Witherspoon als schlanke Blondine mit herzigem Lächeln dürfte ausreichend Männerherzen zum Klopfen bringen und auch unsere beiden Kerle bedienen wohl viele Frauengeschmäcker. Man kann sich für den All-American-Guy Chris Pine entscheiden, der groß, schlank, muskulös und wunderbar blauäugig ist (also blaue Augen hat), dafür aber eine komische Frisur zur Schau trägt und eindeutig seine Augenbrauen stutzen sollte. Weiche Züge, ein zu breiter Mund und eine gewisse Durchschnittlichkeit machen aus ihm einen nur unzureichenden Sunnyboy, der aber genug Frauenherzen zum Schlagen bringen dürfte. Dem gegenüber steht der Brite Tom Hardy, dessen bulliger Charme von etwas zu vollen Lippen, charmant schiefen Zähnen und kleinen Äuglein, die einem aber ebenfalls meerblau entgegenstrahlen, unterstrichen wird. Er ist kleiner als Pine, verfügt dafür aber über breite, tätowierte Oberarme, einen Knackarsch und eine anbetungswürdige männliche Ausstrahlung. So richtig kann man sich zwischen diesen beiden Kerlen gar nicht entscheiden, da beide etwas für sich haben, aber zum Glück muss man das ja auch nicht.
Gelungen sind die Parts, wo die beiden Agenten mit den technischen und ihren eigenen physischen Mitteln die Dates des jeweils anderen sabotieren und versuchen, sich selbst ins bestmögliche Licht zu rücken. Jeder will den anderen übertreffen, was zu so absurden wie amüsanten Situationen führt. So unrealistisch dies auch sein mag, ist es amüsant genug, als dass man ruhig noch ein paar mehr solcher Aktionen in die Story hätte einbauen können. Es ist nämlich sehr putzig, den beiden Kerlen dabei zuzusehen, wie sie sich um Lauren bemühen und wie absurd-kreativ sie dabei teilweise vorgehen. Denn genau das macht den zwar simplen, aber effektiven Charme des Films aus.
Was dafür nervt, ist z. B. Laurens neunmalkluge, latent prollige und verbrauchte Freundin, da ihr notgeiles Hausfrauengewäsch wirklich niemanden interessiert und ziemlich aufgesetzt wirkt. Und auch Stahlfresse Schweiger glänzt wie üblich durch Talentlosigkeit und guckt lediglich finster in der Gegend rum, wenn er nicht gerade einen seiner drei Sätze, die er im Film von sich geben darf, aufsagt. Was darüber hinaus die großartige Angela Bassett bewogen haben mag, sich mit so einer bedeutungslosen Minirolle zufriedenzugeben, weiß ich auch nicht.
Also, "Das gibt Ärger" bietet seichte und eher plumpe Action-Romantik-Unterhaltung für (fast) jedermann, die niemandem weh tut. Der Film ist für seine dünne Story und teils hanebüchene Logik erstaunlich kurzweilig und lädt tatsächlich zu mehrmaligem Schmunzeln ein. Die Story ist ungefähr so tiefgründig wie eine RTL 2-Reportage, kann aber mit einem hübschen Cast und ein paar netten Dating-Ideen punkten. Alles in allem prima Popcornkino ohne Anspruch, dafür mit Schmunzelgarantie. Ergo durchschnittliche drei von fünf sabotierten Dates, die trotzdem Spaß machen.