Der grausam ermordete Experte für afrikanische Kunst steht am Beginn eines spannenden Puzzlespiels, in das Martin Arz seinen Ermittler Max Pfeffer schickt. Schnell ist klar, dass es nicht um einen Raubmord oder ein Eifersuchtsdrama geht. Die Wurzeln des Verbrechens reichen weit zurück in ein Kapitel dunkler deutscher Geschichte, als die Reichsflagge über der deutschen Kolonie Kamerun wehte. Arz verquickt geschickt zwei Handlungsstränge: Einen Mordfall in der Gegenwart und die eingestreuten ?Tagebuch?-Aufzeichnungen eines deutschen Kolonialpioniers. Beide Geschichten lesen sich spannend, beide haben eng miteinander zu tun und vor allem der historische Teil sowie die Feinheiten zur afrikanischen Kunst sind sehr sorgfältig recherchiert. Besonders sympathisch ist, dass Arz die Charakterisierung seiner Hauptfiguren mit interessanten Nebengeschichten abrundet. So ist z. B. der Ermittler Max Pfeffer nicht nur alleinerziehender Vater zweier halbwüchsiger Söhne, die mitten in der Pubertät stecken, er ist auch schwul. Dabei steht sein ?Anderssein? nicht im Mittelpunkt, es ist einfach ein Fakt.
Mehr als ein Krimi, ein Roman mit ungewöhnlichen Figuren und originellem Plot.