Galsan Tschinag ist ein Schamane der Tuwa,einer ethnischen Minderheit in der Mongolei.In seiner Jugend hat er lange Zeit in der DDR gelebt,wo er die deutsche Sprache,in der er auch seine Werke verfasst,nahezu perfekt erlernt hat.Nachdem er in die Mongolei zurückgekehrt war,hat er sein Volk,das während der sozialistischen Herrschaft unterdrückt und umgesiedelt worden war,in einer aufsehnerrengenden Wanderung in seine ursprüngliche Heimat,das Tuwa-Gebrige im Nordwesten der Mongolei zurückgeführt und wieder an die nomadische Lebensweise gewöhnt.
In seinem Buch "Das geraubte Kind" geht es auch um die Geschichte der Tuwa.Ein Kind,das unter seltsamen Umständen geboren wurde und dem prophezeit wurde,es werde abwechselnd acht Jahre auf der Erde und acht Jahre im Himmel verbringen,wird während eines Festes unbemerkt von Chinesen entführt,nach China gebracht und sinisiert.Er wird dort darauf vorbereitet,eines Tages zu seinem Volk zurückzukehren und es auf die Aufnahme in chinesische Mandschu-Reich vorzubereiten.Als er acht Jahre später zu seinem Volk zurückkehrt,wandelt ersich jedoch zum Freiheitskämpfer und führt einen aussichtslosen Kampf gegen den übermächtigen Nachbarn.
Ein Buch über das Recht auf kulturelle Selbstbestimmung,das einen interessanten Einblick in das nomadische Leben und die schamanische Religion bietet.Galsan Tschinag ist ein vielversprechender Autor,der hier ein überzeugendes Werk abgeliefert hat.