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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Undeutlich vermitteltes "Verletzte Frau" - Drama,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das gelbe Segel (DVD)
Der indische Regisseur Udayan Prasad gestaltete 2008 ein optisch eindrucksvolles Movie nach dem japanischen Film "Shiawase no kiiroi hankachi" mit einprägsamen, melancholischen Bildern des von der Flutkatastrophe hart getroffenen Louisiana.In einem Imbiss irgendwo in Louisiana gönnt sich Brett (William Hurt, 58), eben aus der Haft entlassen, sein erstes Bier. Ein paar kleine Zufälle bringen ihn mit dem jungen, unsicheren Gordy (Eddie Redmayne, 26) und der überspannten Schülerin Martine (Kristen Stewart, 18) zusammen. So landen die drei Außenseiter in einem uralten Cabriolet zu einer Reise über den Missisippi, den Fluß entlang ins Ungewisse. Martine lehnt sich etwas an den älteren Mann an, der sich aber ebenso um den bei Indianern aufgewachsenen Jungen kümmert. Doch durch eine kleine Schlägerei kommt die Vergangenheit Bretts ans Licht, Martine und Gordy wollen erfahren, was Brett hinter Gitter gebracht hat. In Bretts Erinnerungen besitzen eine alte Brücke, die schöne May (Maria Bello, 41) und ein gelbes Segel ganz besondere Bedeutung. IM FOLGENDEN WERDEN WESENTLICHE TEILE DER HANDLUNG AUFGEDECKT Die nette, kleine Geschichte, bei der leider das junge Paar fast nur eine Zuschauer-Rolle einnimmt, könnte durchaus einen sehenswerten Film abgeben. Doch drei Momente - stets zwischen Mann und Frau - verspielen den ansonsten guten Gesamteindruck, weil Buch und Regie dort aus einer gewissen Ungeschicklichkeit heraus, vielleicht aber auch wegen Auslegungsdifferenzen der Macher, die Logik der Handlung und die Entwicklung der Charaktere aus dem Auge verlieren. So wird eine relativ lächerliche Aktion zwischen den Jugendlichen, die in keiner Weise eskaliert war, mit viel Geschrei zu einer versuchten Vergewaltigung hochstilisiert (etwa 19. Minute). Das passt zu diesem Zeitpunkt vorne und hinten nicht, weder zu der jungen Frau noch zu der Entwicklung der Szene. Nun soll dies nach dem Willen der Macher den Zuschauer auf einen Vergewaltigungshintergrund in der Haupthandlung sensibilisieren - aber diese Absicht läuft für einen unbefangenen Zuschauer völlig ins Leere. Eine ganz ähnliche Szene spielt sich dann zwischen den zwei Verliebten ab (etwa 35. Minute). Sie streichelt ihn, sie küssen sich das erste Mal, zärtlich und leidenschaftlich, aber als er beginnt, ihren Rock hochzustreifen, gerät sie in völlig überzogene Panik und schickt ihn für alle Zeit zum Teufel. Auch dies passt hier zunächst in keiner Weise - weder zu der Szene, noch zu der Entwicklung, noch zu den Charakteren, wie sie sich schließlich darstellen. Und wieder ist es so, dass in der Intension der Regie die merkwürdig schrille Reaktion auf eine frühere Vergewaltigung Bezug nehmen soll, was der Betrachter aber nicht wissen kann und ihm auch in keiner Weise erklärt wird. Auch dieser Zug der Erzählung muss daher für den Zuschauer unverständlich bleiben. Erst, als sich die beiden wiederfinden und Sie die völlige Passivität des Mannes einfordert, wird spürbar, dass sie traumatisiert ist. Aber auch da muss man wissen, worum es geht, und sehr genau hinschauen, damit die Szene stimmig und verständlich wird - das wird einem unbefangenen Zuschauer, der nicht automatische jede Frau als Vergewaltigungsopfer sieht, erst bei wiederholtem Anschauen des Films gelingen. Damit bleibt aber ein Großteil der Zuschauer - auf jeden Fall sensiblere Cineasten - beim ersten Betrachten des Werks "außen vor". Ebenso unglaubwürdig ist schließlich die brüske Reaktion eines stolzen, frisch gebackenen, aber noch werdenden Vaters, als das Kind durch Abort verloren geht, und er im Krankenhaus erfährt, dass seine 40-jährige neue Liebe früher mal eine Abtreibung hatte: Er trennt sich von der - ich wiederhole mich - angeblichen Liebe seines Lebens und lässt sich in den Knast wegsperren. Nur so kann es natürlich zu der Kernhandlung des Films kommen - aber auch der verkrampfteste Western-Macho würde nicht so überzogen reagieren, und der im Film dargestellte ruhige und besonnene Mann, der alles zu verlieren hat, schon gar nicht. Man versteht also beim zweiten, dritten Mal, was gemeint war - aber beim ersten Mal verdirbt es einem den Fluß und die Logik des Geschehens. Das ist schade, weil dem Hintergrund durchaus eine anrührende Geschichte unterliegt, die man ohne allzu große Verrenkungen auch verständlich hätte machen können. Nun mögen in den Stil der Umsetzung Kultur-Unterschiede hineinspieler - der Regisseur ist Inder, ein Land, in dem die Männer-Frauen-Beziehung immer noch äußerst frauenfeindlich ist. Inhaltlich ist leider auch in manchen US-Staaten Verkrampfung im Umgang zwischen Mann und Frau der gelebte Standard, die "verletzte Frau" also die Regel und nicht die Ausnahme - allerdings gerade nicht im französisch geprägten Louisiana. Fest steht: Der für das Verständnis unverzichtbare(!) Hintergrund der "verletzten Frau" wurde bis fast zum Schluss des Films weder gezeigt noch erklärt. Dadurch bleibt das Hauptmotiv der Erzählung schwer erfassbar, somit blass und wird zudem durch scheinbar unerklärbare Handlungen beschädigt. Ebenso bleibt dem Zuschauer rätselhaft, was die beiden Jugendlichen nun eigentlich in dem Film sollen - die Rolle als Fahrer, Zuhörer und Stichwortgeber ist doch ein wenig mager. Insgesamt hinterlassen Buch und Regie also einen unkonzentrierten und hilflosen Eindruck, vor allem aber überfordern sie die prophetischen Gaben des Betrachters. Daran können auch die interessanten und glaubwürdigen Schauspieler Hurt, Redmayne und Bello nicht viel ändern. Natürlich muss man beim ersten Anschauen eines Films nicht alles verstehen - viele gute Produktionen halten Metaebenen bereit, die sich erst bei mehrmaliger, intensiver Betrachtung erschließen. Aber eine gute Regie muss auch dem nicht vorinformierten Erstbetrachter die Chance geben, das Werk in einer stimmigen Weise zu "erleben". Das ist hier nicht gegeben. Im deutschen Titel wurde aus dem "Gelben Taschentuch" der englischen Version das "Gelbe Segel" - schwer zu verstehen, warum man nicht auch dem deutschen Zuschauer dieses kleine Stück Unsicherheit und Spannung bis zum Ende lässt. Im Original 102 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm Film, DD|DTS|SDDS. Selbst wenn man den Film in HD anschaut, könnte man aus normaler Entfernung noch glauben, er sei vollständig digital produziert, so detailreich, klar und frei von Störungen aller Art sind die Bilder. Jedenfalls war das das beste Bild, das ich bisher von 35 mm Film gesehen habe. Aber auch am Ton gibt es nicht das Mindeste zu kriteln. film-jury 3* A0677 14.9.2011r 17A Genre: Drama Romanze Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
glaubwürdiger eindringlicher Roadmovie,
Rezension bezieht sich auf: Das gelbe Segel (DVD)
>> Ich vermisste seit einiger Zeit dieses Gefühl in einen Film eintauchen zu können. Sich vollends auf die Geschichte zu konzentrieren und gegen Ende zu merken, dass es doch kein Traum war, sondern ein Film der einem für 1,5 Stunden die eigene Realität entzogen hat.<< Seit langem habe ich genau dieses von mir geliebte Phänomen in der Filmbranche vermisst.Der Film hat genug Handlung um nicht langweilig zu werden. Man kauft den Schauspielern ihre Schicksale ab. Der Film scheint nicht durch (zu viel oder zu typische) Zufälle die Storry am Leben zu halten. Es werden logische Erklärungen geliefert wie es zu dem Zusammentreffen der drei Reisenden kommt. Gerade das stört mich bei den meisten Filmen, bei denen sich die Protagonisten nicht von Anfang an kennen. Auch Spannung wird durch den erst zu Ende aufklärenden Grund für den Gefängnisaufenthalt von Brett erzeugt. Ich hatte nicht das Gefühl das ich durch sinnlose bzw. überflüssige Dialoge zu irgendeinem schon erwartenden Ende gelenkt werde. Der Film hat lange Zeit keine konkrete Richtung, das Ende bleibt bis kurz vor Schluss offen. Gerade hier gelingt es diese Zeit zu nutzen um die Charakterien besser kennenzulernen, da man hier nicht von einer Situation auf die Nächste auf irgendetwas wartet was die Handlung zu sehr voranbringt. Kurz gesagt: Ein durch die gute schauspielerische Leistung und geschicktes Einsetzen von richtungsweisende Handlung sowie wunderschöne Landschaftsaufnahmen Nordamerikas Südens, geprägter Film. Viel Spaß beim Eintauchen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gut, aber...,
Von sligachan "seagull" (nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das gelbe Segel (DVD)
den Film habe ich ( leider) nur auf deutsch sehen können, vielleicht wäre er im Original ( wie so oft) besser gewesen, denn die deutschen Dialoge wirkten auf mich sehr holprig.Die Geschichte ist eigentlich gut, William Hurt als gebrochener, und mit sich selbst ringender Ex-Sträfling ist brillant ( wobei W. Hurt das immer ist). Die Bilder und die Stimmung des Films sind toll. Allerdings hatte ich an manchen Stellen ein paar Probleme, was die Stimmigkeit von Situation und Reaktion betrifft. Einige Szenen zwischen W. Hurt und M Bello wirken schon fast schizophren. ACHTUNG SPOILER: Als er versucht, sie nach ihrer Aufforderung zu küssen und weitergehen will, rastet sie total aus, und will ihn nie mehr wiedersehen, schleppt ihm sogar ihr Boot an, um ihm dann wieder in die Arme zu fallen - und sie sind zusammen. In einer anderen Szene motzt sie ihn erst gleichgültig und herablassend an, nur um im nächsten Moment glücklich lächelnd neben ihm zu liegen, nachdem die frohe Kunde verbreitet wurde. Und dann am Schluß ist alles einfach prima, das Segel gehisst, das junge Paar glücklich zusammen, das alte auch, alles was vorgefallen ist, ist vergessen. - Das ist mir persönlich zu oberflächlich und unstimmig gewesen, und wird dem extremen Vorlauf mit dem Verlust des Kindes und einem Toten dann auch einfach nicht gerecht. Fazit: Ich fand den Film gut, und sehenswert, aber er hat einige Schwachstellen, die nicht am Budget, oder am mangelnden Können der Darsteller lagen, sondern am nicht gut durchdachten Drehbuch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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