Nach einigem Blättern im Buch und nachdem ich den Hekate-Artikel gelesen hatte, war ich doch etwas genervt. Ein derart schlecht recherchiertes und unerträglich naiv geschriebenes Buch habe ich schon lange nicht in der Hand gehabt. Man sieht auf jeder Seite, wie sie aus zweiter und dritter Hand abschreibt (sehr viel von Ranke-Graves und Joseph Campbell) und bei den Fakten schlampt, z.B. die Jains mal eben zu einer buddhistischen Sekte erklärt oder behauptet, Hekate käme aus Ägypten, weil es eine ägyptische Froschgöttin Hek(e)t gibt. Eine völlig absurde These.
Oder was soll ich von Argumentationen wie der folgenden halten: "Die hawaiische Vulkangöttin Pele hütete, wie Hel, die Seelen der Verstorbenen in einem regenerierenden Feuer. Pele und Hel sind möglicherweise sprachlich verwandt, denn in den indoeuropäischen Sprachen waren p und h austauschbare Laute." Nur leider ist Haiwaianisch todsicher keine indoeuropäische Sprache, sondern gehört zur australisch-polynesischen Sprachfamilie. Walker behauptet auch schlankweg, die indogermanischen Sprachen hätten sich aus dem Sanskrit entwickelt - Unsinn. Und so geht das andauernd. Damit macht sie sich unnötig angreifbar und entwertet die brauchbaren Informationen, die in ihrem Buch auch enthalten sind.
Dass es andes geht, zeigen Forscherinnen wie Gerda Lerner oder Marija Gimbutas, die man auch wissenschaftlich ernst nehmen kann.
Und aus diesem Buch schöpfen also tausende von Frauen ihr Wissen und merken nicht, dass ihnen anstelle echten Wissens eine Stammtisch-Wissenschaft verzapft wird, die schon leicht sektenhafte Züge annimmt. Ne, ne, Mädels, so
wird das nichts.