Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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57 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schön angelegte geheimnisvolle Familiensaga mit Krimielementen, 15. November 2007
Mit ihrem Debütroman "Das geheime Spiel", der im australischen Original unter dem deutlich besser zur Handlung passenden Titel "The Shifting Fog" und in England und Amerika unter dem Titel "The House at Riverton" erschienen ist, führt uns die Literaturwissenschaftlerin Kate Morton nach England in die Zeit um den ersten Weltkrieg. Ihr Roman ist Familiensaga, Gesellschaftsroman, Romanze und Krimi zugleich und ist eine Hommage an Romane, die Elemente der Gruselliteratur einsetzen wie z. B. "Rebecca" von Daphne du Maurier, "Der blinde Mörder" von Margaret Atwood, "Die dreizehnte Geschichte" von Diane Setterfield und viele mehr.
"Das geheime Spiel" erzählt uns die Geschichte der adligen Geschwister Hannah und Emmeline Hartford aus Sicht ihrer ehemaligen Dienstbotin Grace Bradley. Grace kam kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs nach Riverton Manor und war schnell von den beiden Schwestern fasziniert. Eines Tages brachte der Bruder der beiden Schwestern den Dichter Lord Robert Hunter nach Riverton Manor - eine Bekanntschaft, die das Leben der beiden Schwestern, aber auch das Leben von Grace nachhaltig prägen sollte. Graces Bemühungen, Unheil von den beiden jungen Frauen fern zu halten, sind nicht von Erfolg gekrönt und so wurde Grace in eine Familiengeheimnis hineingezogen, das sie 75 Jahre bewahrt hat und dem sie sich erst im Alter von 98, als die Geschichte der Hartford-Schwestern verfilmt werden soll, stellt.
Die Erzählperspektive, die Kate Morton gewählt hat, bringt ihre Tücken mit sich. So ist es einerseits zwar recht schön, die Geschichte aus Sicht von Grace erzählt zu bekommen, in manchen Passagen aber auch reichlich unglaubwürdig. Auch wenn Dienstboten zur damaligen Zeit vieles vom Familienleben ihrer Herrschaft mitbekommen haben, waren sie zweifellos nicht bei intimen Diskussionen ihrer Herrschaft von Beginn bis Ende dabei, ganz zu Schweigen davon, dass es nicht Usus war, mit seiner Herrschaft einen intimen persönlichen Kontakt aufzubauen. Auch erscheint es seltsam, dass sich Grace nach einer Spanne von 75 Jahren noch wortwörtlich an die damaligen Dialoge erinnern kann. Schön ist, dass uns diese Erzählperspektive dem interessanten Charakter Grace näher bringt, obwohl die Autorin m. E. das Potential dieser Figur nur zum Teil ausschöpft. So ist es mir beispielsweise vollkommen unverständlich, dass Grace, als sie nach 2/3 des Buches ihre Verbindung mit dem Haus Riverton, die der Leser schon lange erahnt hat, entdeckt, kaum Reaktion zeigt und auch keine Konsequenzen zieht. Die Gespräche mit der Produzentin eines Films über die Hartford-Mädchen und einer der Schauspielerinnen tragen in keiner Weise zum Film oder zur Handlung des Buches bei und bringen uns die Charaktere der Hartfords nicht näher.
Das Ambiente des Vorkriegsenglands einzufangen, gelingt der Autorin recht gut. Auch die Geschichte selbst ist schön angelegt und wird von ihr langsam und in einer schönen Sprache vorangetrieben und enthüllt. Gelegentliche Längen hätten durch ein aufmerksames Lektorat sicher vermieden werden können. Wer viel liest und gerne Filme schaut, wird die in der bis zu den letzten Seiten aufgehobenen Enthüllung des Familiengeheimnisses enthaltene überraschende Wende nicht unbedingt sehr überraschend finden.
Die Anleihen, die Kate Morton bei "Das Haus am Eaton Place" und "Der blinde Mörder" genommen hat, sind überdeutlich. Wer "Das Haus am Eaton Place" noch kennt, wird als Butler von Riverton Manor nie Mr. Hamilton sondern immer Mr. Hudson vor Augen haben und die Köchin Mrs. Townsend wird im Geiste wie Mrs. Bridges aussehen. Dies empfand ich jedoch nicht als störendes Kopieren, sondern eher als Reminiszenz. Die Anleihen an Bücher wie "Der blinde Mörder" oder "Rebecca" hingegen sind ein wenig kritischer zu betrachten, da sie den Leser, der diese Werke kennt, schnell kommende Ereignisse vorausahnen lassen.
Insgesamt sehe ich "Das geheime Spiel" von Kate Morton, als schön angelegte geheimnisvolle Familiensaga mit Krimielementen mit einigen Schwächen, dennoch habe ich das Buch recht gerne gelesen und werde sicher nach einem weiteren Roman von Kate Morton Ausschau halten.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbare Mischung aus Familiensaga, Krimi, Liebes- und historischem Roman, 19. März 2008
Das geheime Spiel" ist eine wunderbare Mischung aus Familiensaga, Krimi, Liebes- und historischem Roman. Wie die Autorin Kate Morton langsam die Erzählstränge miteinander verwebt, damit das Netz des Erzählten immer enger wird und den Leser immer stärker gefangen nimmt, dabei von der Vergangenheit in die Gegenwart springt und Zeitungsausschnitte und Drehbuchteile einflicht, das zieht den Leser in seinen Sog. Auch wie die Atmosphäre langsam von einer unbeschwerten Kindheit auf dem Land zu einer Jugend in Kriegszeiten und einem Erwachsenenalter mit großen Gefahren übergeht, ist faszinierend.
Dabei beschränkt die Autorin sich keineswegs nur darauf zu erklären, wie es so weit kommen konnte. Auch das Leben der Dienstboten, ihre Freuden und Pflichten auf Riverton Manor, ihre Hoffnungen und Träume, werden beleuchtet, ebenso auch die verschiedenen Lebensentwürfe zu dieser Zeit. Einerseits der alte englische Adel, in Kontrast dazu die aufstrebenden amerikanischen Neureichen, andererseits die selbstbewusste und emanzipierte Hannah, die ständig gegen die Männervorherrschaft kämpft, und Emmeline, die unbeschwerte Schauspielerin, die Skandale verursacht und ganz damit zufrieden ist, einfach nur schön zu sein.
Außer gesellschaftlichem Leben und der Zeit des Weltkriegs wird noch eine weitere historische Entwicklung berücksichtigt: Die Emanzipation der Frau, anfangs noch dargestellt als Spinnerei eines jungen Mädchens, das schwört, niemals zu heiraten, sondern Forscherin zu werden, später eigentlich Realität, wobei das Mädchen, nun erwachsen, immer noch um ihr Recht auf Selbstbestimmung kämpfen muss.
Das geheime Spiel" macht neugierig und nachdenklich, erfreut und erschüttert zugleich. Wie leicht hätte man den Lauf der Geschichte doch ändern können, wird sich der Leser überlegen, wie schön wäre es gewesen, wenn manche kleine Umstände, die eine Katastrophe ausgelöst haben, anders gewesen wären ...
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Roman mit Sogwirkung..., 10. März 2008
Es gibt Bücher, die haben eine enorme Sogwirkung, der man sich schon nach den ersten Seiten nicht mehr entziehen kann. Dann möchte man eigentlich alles andere vergessen und nur noch lesen, lesen, lesen...
Bei "Das geheime Spiel" handelt es sich um so ein Buch - ein außergewöhnlicher Roman, in den man abtaucht und sich dabei fühlt, als wäre man hautnah am Geschehen beteiligt. Aus Sicht des Dienstmädchens Grace, die kurz vor dem Ersten Weltkrieg nach Riverton Manor kommt, wird die Geschichte der beiden Hartford-Schwestern Hannah und Emmeline erzählt. Diese beiden erleben zusammen mit ihrem Bruder David eine unbeschwerte Kindheit, die aber mit dem Ausbruch des Krieges ein jähes Ende findet. Die Begegnung mit dem Dichter Robert Hunter verändert das Leben der Schwestern auf tragische Weise.
Der Leser wird dabei mit einem Geheimnis konfrontiert, das Grace ihr Leben lang mit sich herumträgt, das aber erst ganz am Ende aufgelöst wird. Der Schluss bietet auch noch weitere Überraschungen und rundet das Buch ab zu einem absoluten Lesegenuss!!! Ich kann mir gut vorstellen dieses Buch in ein paar Jahren noch einmal zu lesen, so gut hat es mir gefallen.
Auch die Einblicke in das Leben in dieser Zeit sind sehr interessant und jede Nebenfigur so ausgearbeitet, dass man sich die Personen direkt vorstellen kann. Am Ende ist man traurig, dass man von ihnen Abschied nehmen muss...
Absolut empfehlenswerte Lektüre!
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