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Das geheime Abendmahl: Historischer Roman
 
 
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Das geheime Abendmahl: Historischer Roman [Gebundene Ausgabe]

Javier Sierra
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Keiner der Händler, Geldwechsler oder Mönche, die abends noch in der Nähe von San Francesco Grande unterwegs sind, bemerkt den mit einer Tonsur geschmückten Mann, der sich als Bettler verkleidet hat. Unbemerkt betritt er das Mailänder Gotteshaus, um sich die „Felsengrottenmadonna“ anzuschauen. Sein Ziel sind geheime, im Gemälde versteckte Botschaften, mit denen Leonardo da Vinci wahren Gläubigen wie ihm angeblich den wahren Glauben vermitteln will. Aber der vermeintliche Bettler wird enttäuscht. Die „Felsengrottenmadonna“ wurde übermalt, vom Meister selbst. Und damit nicht genug: Der geheimnisvolle Pilger wird von einem Mann erwartet, der sich Schwarzseher nennt und die Welt von Ketzern wie dem Mann mit der Tonsur befreien will. Er durchbohrt den Ketzer, zieht eine Spielkarte aus dessen Gewand und schreibt mit dem Blut des Sterbenden eine verschlüsselte Nachricht auf die Rückseite, die nur einer entschlüsseln kann.

Dieser eine ist der dominikanische Inquisitor Augustin Leyre aus dem Vatikan. Nachdem der Schwarzseher ihm diverse Briefe hat zukommen lassen, in denen er vor einer geheimen Verschwörung des Kreises um Leonardo da Vinci warnt, macht sich der Ich-Erzähler des Romans Das geheime Abendmahl auf den Weg nach Mailand, um die vielen damit verbundenen Rätsel zu lösen. Und tatsächlich wird er im Umfeld da Vincis, der gerade mit seinem „Abendmahl“ sein Opus Magnum vollendet, fündig. Bevor Leyre dem charismatischen Maler aber auf die Schliche kommt, geschehen noch einige andere Morde (und merkwürdige Selbstmorde), die den Inquisitor und seine Helfer auf die richtige Spur bringen...

„Ich biete meinen Lesern einen neuen, vollständigeren Zugang zu Leonardos Kunst“, hat der spanische Schriftsteller Javier Sierra das Konzept seines Romans Das geheime Abendmahl überaus selbstbewusst umrissen. „In diesem Sinn ist mein Buch viel näher an Umberto Ecos ‚Im Namen der Rose’ als an Dan Browns ‚Da Vinci Code’!“ Das stimmt natürlich nur bedingt. Und nach dem Sensationserfolg von Browns Bestseller müssen sich ohnehin alle Bücher um die angeblich kryptologisch zu entschlüsselnden Bilder des Renaissancegenies an diesem messen lassen. Das geheime Abendmahl allerdings muss den Vergleich nicht scheuen. Es kommt wesentlich ruhiger und unspektakulärer als Browns Reißer daher -- und ist gerade deshalb besonders spannend. -- Stefan Kellerer

Pressestimmen

"Atmosphäre, Geschichte und Charaktere passen einfach und fangen den Leser ein." (Handwerksblatt )

"Sierra hat viel mehr literarischen Tiefgang als Dan Brown, und er eröffnet eine frische Sicht auf die Geisteswelt der Renaissance!" (Kirkus Reviews )

„Sierra liefert einen klugen Kunstgeschichte-Krimi mit Anspruch und ohne Klischees.“ (WOMAN )

Kurzbeschreibung

Unter Verdacht: Leonardo da Vinci.
Ein Ketzer? Verschlüsselte Botschaften im »Letzten Abendmahl«?
Mailand, 1497. Trauer am Hof des Herzogs Ludovico Sforza – die blutjunge Herzogin Beatrice ist unerklärlicherweise an den Folgen einer Frühgeburt gestorben. In Rom erfährt der dominikanische Inquisitor Augustin Leyre als einer der Ersten davon. Das unchristliche Treiben des Herzogpaares missfällt ihm schon länger. Kurz darauf lässt ihm ein anonymer Absender eine ungeheuerliche Information zukommen: Leonardo da Vinci, erklärter Günstling der Herzogs, soll in seinem neuesten Gemälde »Das letzte Abendmahl« ketzerische Botschaften verstecken. Zudem häufen sich mysteriöse Todesfälle um das Kloster Santa Maria delle Grazie, in dem Leonardo an seinem Fresko malt. Unverzüglich bricht Leyre nach Mailand auf, um Licht in die dubiose Angelegenheit zu bringen. Kann er die geheimen Botschaften des Gemäldes entschlüsseln und Leonardo tatsächlich der Ketzerei überführen?

Klappentext

"Ich biete meinen Lesern einen neuen, vollständigeren Zugang zu Leonardos Kunst. In diesem Sinne ist mein Buch viel näher an Ecos 'Name der Rose' als an Browns 'Da Vinci Code'."
Javier Sierra

"Mysterium und Geschichte vereinigen sich in diesem großen Roman über die Rätsel, die das wichtigste Kunstwerk der Christenheit uns immer noch aufgibt!"
El Mundo

"Nach diesem Roman werden Sie da Vincis »Letztes Abendmahl« mit anderen Augen betrachten!"
EMERREVUE

Über den Autor

Javier Sierra, 1971 im spanischen Teruel geboren, ist Schriftsteller und Journalist. In Spanien moderiert er eine eigene Fernsehshow, in der er sich mit den Rätseln der Menschheitsgeschichte befasst. Bislang veröffentlichte er drei Sachbücher zu historischen und religionswissenschaftlichen Themen und vier historische Romane. Sein Roman "Das geheime Abendmahl" war ein internationaler Bestseller. Javier Sierra lebt zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn in Málaga.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Noch nie stand ich vor einer so schwierigen und rätselhaften Aufgabe wie zu Neujahr 1497. Im Vatikan verfolgten wir aufmerksam die traurigen Vorgänge am Hofe von Ludovico il Moro.
Damals war die Welt ein unwirtlicher und unzuverlässiger Ort. Aus dem Orient strömten neue Ideen in die westliche Welt und drohten, unsere eintausendfünf-hundertjährige Tradition in einer Hölle aus Treibsand untergehen zu lassen. Platons Griechenland, das Ägypten Kleopatras oder Marco Polos extravagantes Reich der Mitte sollten plötzlich weitaus mehr gelten als unsere auf die Bibel zurückgehende Kultur.
Das Christentum stand im Zeichen des Aufruhrs. Der aus Spanien stammende Papst Alessandro VI., ein skrupelloser Machtmensch, hatte die Tiara im letzten Konklave einfach erkauft. Nun schacherte er dreist und unverhohlen mit Kirchenämtern. Während der Pontifex Geschäfte machte, huldigten die weltlichen Herrscher dem schönen Schein. Im östlichen Mittelmeerraum aber rüsteten die Türken auf und bedrohten unsere Religion. In unserer langen Geschichte war der Gottesglaube noch nie so schutzlos gewesen.
Turbulente Zeiten - auch für mich, den Diener Gottes, der sich mit dieser Schrift an Euch wendet. Mit jedem Tag wuchs die Welt damals über ihre Grenzen hinaus, und wir hatten Mühe, damit Schritt zu halten.
Die Erde wurde immer größer, viel schneller als unser geographisches Wissen. Wir Geistlichen standen damit vor einer sehr großen Herausforderung: Es waren Millionen von Ungläubigen zum Christentum zu bekehren. Die Skeptiker unter uns sahen mit den herannahenden heidnischen Horden auch das Chaos in Europa einfallen.
Dennoch waren es aufregende Jahre. Jetzt, da ich als alter Mann im Exil von meinen Erinnerungen zehre und meine Kräfte nachlassen, blicke ich wehmütig zurück. Meine Hände gehorchen mir kaum noch, und die Augen sind schlecht geworden. Ägyptens sengende Sonne trübt meinen Verstand. Nur in den Stunden vor Sonnenaufgang ist mein Kopf klar. In Gedanken gehe ich dann den schicksalhaften Weg, der mich hierher brachte, noch einmal. Meine Schritte wurden gelenkt von Platon, Alessandro VI. und den Ungläubigen.
Doch gemach, alles zu seiner Zeit. Ich möchte nichts vorwegnehmen.
An dieser Stelle sei nur so viel verraten, dass ich nun allein bin. Keiner meiner einstigen Sekretäre steht mir mehr zur Seite. Nur der junge Abdul versorgt mich noch. Meine Sprache ist ihm fremd. Für ihn bin ich ein schrulliger Einsiedler, der zum Sterben hierher gekommen ist. In einem alten, in die Felsen geschlagenen Grab lebe ich mehr schlecht als recht. Um mich herum sind nur Staub, Sand und Skorpione. Meine Beine tragen mich kaum mehr. Der treue Abdul bringt mir täglich ungesäuertes Brot und die Reste seines kargen Mahls. So wie vor langer Zeit ein Rabe dem inzwischen hier vermodernden Eremiten Paulus das tägliche Brot brachte. Als Dreingabe schenkt mir Abdul noch sein unsicheres Lächeln - eine unverdiente Gabe des Herrn für einen so großen Sünder wie mich.
Einsamkeit und Schwermut bedrücken mich. Zu meinem Kummer wird Abdul nie erfahren, warum ich in sein Dorf kam. Gebärden und Zeichen reichen dafür nicht aus. Und er wird auch diese Zeilen nie lesen können. Vielleicht verkauft er sie nach meinem Tod an einen Kameltreiber, der in einer kalten Wüstennacht damit sein Lagerfeuer anfachen wird. In dieser Gegend ist niemand des Lateinischen mächtig. Immer wenn Abdul mich schreiben sieht, staunt er über diese Seiten, wohl ahnend, dass ihm etwas Wichtiges entgeht.
Tag für Tag martert mich dieser Gedanke. Tief in meinem Inneren weiß ich, dass kein Christ jemals diese Zeilen lesen wird. Tränen der Verzweiflung steigen in mir hoch. Ich werde das Manuskript mit ins Grab nehmen. Am Jüngsten Gericht wird es dann der Todesengel an meiner Seite dem Ewigen Vater reichen. Traurig, dass der Strom der Geschichte an so vielen Geheimnissen vorübertreibt.
Wird er mein Geheimnis lüften?
Ich bezweifle es.
Nahe an den fruchtbaren Ufern des Nils befinden sich die Höhlen von Yabal al-Tarif. Ich flehe zum Herrn um Zeit, hier diese schriftliche Beichte zu Ende bringen zu können. Wie lang liegen die Privilegien aus römischen Tagen zurück! Nicht einmal die Gnade des jetzigen Papstes würde mich wieder auf Gottes Pfad zurückführen. Ohne die Klagen der Muezzine von ihren fernen Minaretten könnte ich nicht mehr leben. Meine letzten Tage wären von der Sehnsucht nach diesem gastfreundlichen Land überschattet.
Es tröstet mich, das Geschehene niederzuschreiben. Vieles erfuhr ich am eigenen Leib, von anderem hingegen hörte ich erst Jahre später. Für Euch, ersehnter Leser, habe ich die Dinge geordnet. Zu gern möchte ich das große Geheimnis, welches mein Leben verändert hat, mit Euch teilen.
Nein, ich darf dem Schicksal nicht länger den Rücken kehren. Auch wenn es niemandem mehr nützt, fühle ich mich verpflichtet, Zeugnis über das Vergangene abzulegen.

2

Diese rätselhafte Geschichte beginnt, fern von Ägypten, am ersten Tag des Jahres 1497. Den Chroniken zufolge war jener Winter vor vierzig Jahren ungewöhnlich kalt. Es hatte heftig geschneit, und die gesamte Lombardei war von einer dicken weißen Schneedecke überzogen. Die Klöster San Ambrosio, San Lorenzo und San Eustorgio, ja selbst die Giebel der Kathedrale verschwanden im dichten Nebel. Auf den Straßen sah man nichts als mit Brennholz beladene Karren. Halb Mailand schien sich in einem tiefen Winterschlaf zu befinden.
Es geschah gegen elf Uhr nachts. Der markerschütternde Schrei einer Frau durchdrang die eisigen Mauern der Sforza-Burg. Dem Schrei folgten bald Schluchzen und das Jammern der Klageweiber. Mit dem letzten Atemzug Ihrer Hoheit, Beatrice d'Estes, endete auch der Traum von Ruhm und Glanz des Fürstentums. Die junge schöne Gattin des Herzogs von Mailand starb mit weit aufgerissenen Augen. Wütend. Christus und alle Heiligen verfluchend, die sie so früh zu sich riefen. Mit aller Kraft klammerte sich Beatrice an die Röcke ihres entsetzten Beichtvaters. Ja. Damit begann alles.
Ich war fünfundvierzig Jahre alt, als ich zum ersten Mal den Bericht jenes schicksalhaften Tages las. Es war ein erschütterndes Dokument. Wie üblich in solchen Fällen hatte Bethania unter strengster Geheimhaltung beim Hofkaplan von Il Moro den Bericht angefordert. Noch am selben Tag schickte ihn der Geistliche mit einem Kurier nach Rom. Die Augen und Ohren des Vatikanstaates funktionierten so effizient und schnell wie die keines anderen Landes. Lange bevor die offizielle Todesanzeige der Prinzessin im diplomatischen Büro des Heiligen Vaters eintraf, hielten unsere Brüder bereits alle Einzelheiten in Händen.
Zu jener Zeit war ich innerhalb der komplexen Struktur Bethanias der Adlatus des Generalmeisters vom Orden des heiligen Dominikus. Unsere Kongregation handelte streng vertraulich. Palastintrigen, Giftmorde und Familienverrat gehörten zum Alltag und erforderten einen kircheneigenen Intormationsdienst. Wir waren ein geheimer Orden, nur dem Papst und dem offiziellen Haupt der Dominikaner unterstellt. Deshalb kannte uns kaum jemand. Als Tarnung diente die Abteilung für Geheimschriften des Vatikans. Dies war eine wenig bedeutende, neutrale Einrichtung, die kaum in Erscheinung trat und nur geringe Befugnisse hatte. Intern war unsere Kongregation jedoch für alle geheimen Vorgänge zuständig. Wir bildeten eine Art Dauerkommission zur Prüfung der Staatsangelegenheiten. Auf diese Weise halfen wir dem Heiligen Vater, seinen zahlreichen Feinden zuvorzukommen. Selbst die geringste, den Status quo der Kirche gefährdende Nachricht ging zuerst durch unsere Hände. Wir bewerteten sie und leiteten sie an die zuständige Amtskraft weiter. Das war unsere Aufgabe.
So gelangte der Bericht über den Tod unserer Gegnerin Donna Beatrice d'Este in meine Hände. Ich sehe noch die über die Nachricht erfreuten Gesichter meiner Brüder. Ignoranten. Sie glaubten, der natürliche Lauf der Dinge habe ihnen die Arbeit erspart. Diese Einfaltspinsel! Ihr Denken reichte nur bis zum... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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