Inhalt:
Kate ist verzweifelt, denn ihre Mutter ist sterbenskrank und es ist nur eine Frage der Zeit bis sie auf sich selbst gestellt ist. Als letzten Wunsch reist Kate mit ihrer Mutter nach Eden, wo ihre Mutter lange Zeit gelebt hat und aufgewachsen ist. Obwohl Kate sich weigert in der Kleinstadt zu bleiben, umgeht das Schicksal sie, denn als sie eines Abends Avas Leben bewahren will, verspricht sie einem mysteriösen jungen Mann etwas. Doch die Tage verstreichen und als Kate plötzlich zwischen Leben und Tod entscheiden muss, will sie ihren Freunden und vor allem ihrer Mutter helfen, denn Henry verspricht ihr ihre Mutter am Leben zu halten, wenn Kate sich verpflichtet bei ihm als Wintermädchen zu bleiben, 6 Monate lang ' Doch damit beginnt erst Kates Abenteuer, denn es warten Aufgabe auf sie, die sie zu bewältigen hat.
Story 2/5
Spannung 2/5
Romantik 2/5
Charaktere 2/5
Tiefgang 1.5/5
Recherche 2/5
Meinung:
'Das göttliche Mächen' ist der Start einer neuen Jugendbuch Trilogie. Die Reihe ist im englischen unter dem Titel 'Goddess Test' bekannt geworden und stammt aus der Feder von Aimée Carter. Der Roman richtet sich vor allem an Jugendliche/junge Erwachsene und ist eine Mischung aus Fantasy/Mythologie und Romantik. Stark hervorgehoben wird vor allem die griechische Mythologie.
Die Geschichte wird aus Kates Sicht erzählt. Sie lebt mit ihrer sehr kranken Mutter zusammen, die dabei ist zu sterben. Aus diesem Grund reisen beide nach Eden, damit Kates Mutter noch einmal ihre Heimat sehen kann. Kate ist von Anfang an klar, dass sie so schnell wie möglich wieder nach New York zurück möchte, jedoch hängt sie sehr stark an ihrer Mutter. Während sie sich damit abfindet in Eden zu hausen, passieren seltsame Dinge, denn sie rettet einem etwas arroganten Mädchen das Leben bzw. trägt sie dazu bei, denn der mysteriöse junge Mann Henry tut ihr diesen Gefallen, wenn sie ihm ein Versprechen gibt. Sie soll sein Wintermädchen werden und 6 Monate lang bei ihm verbringen. Kate sieht ihn ihm zunächst einen Verrückten, doch als Henry anbietet das Leben ihrer Mutter aufrecht zu erhalten, wird sie hellhörig.
Ich schluckte. Dafür, dass er null Sozialkompetenz besaß, war ich für ihn wie ein verdammtes offenes Buch. (31)
Als Charakter ist Kate sehr einfach gestrickt. Sie ist sehr liebevoll und zudem extrem naiv. Sie liebt ihre Mutter über alles und hängt so sehr an ihr, dass sie sogar auf Henrys Deal eingeht. Zudem kann sie zwar durchgreifen, jedoch bereut sie solche Entscheidung schnell wieder, da sie sehr sanftmütig beschrieben wird.
Während ihrer Zeit bei Henry wird auch einiges klarer, denn Henrys Anwesen und Grundstück sind etwas ganz besonderes, denn Henry wacht über das Totenreich, ist so zusagen Hades. Kate soll zu ihm kommen, um ihm dabei zu helfen über die Unterwelt zu regieren. Damit geht die Autorin direkt auf den Mythos um Hades und Persephone ein. Allerdings belässt es die Autorin nicht dabei, sondern Kate wird nicht mal eben so zu seinem Wintermädchen, sie muss nämlich vor dem Rat der anderen Götter 7 Aufgaben bestehen und nur wenn sie diese Aufgaben besteht wird sie offiziell zum Wintermädchen und verbringt alle 6 Monate an Henrys Seite.
Ich ging durch das Tor auf das Gelände, und die Atmosphäre veränderte sich sofort. (77)
Henry scheint zunächst sehr nett. Er ist ein zuvorkommender, attraktiver Mann, der lange Zeit alleine war. Im Grunde besteht er fast nur aus positiven Aspekten, lediglich gerät er ab und an schnell in Rage. Er scheint irgendwie nicht wie der typische Hades und angeblich ist er dann auch noch Jungfrau ('). Zu Henry gesellen sich dann viel weitere Charaktere, die auf Henrys Grundstück leben. Dabei handelt es sich vorwiegend um Tote. Dennoch ist sehr viel Trubel los, sodass Kate nicht langweilig wird.
Die gesamte Geschichte ist ein typisches Jugendbuch mit Fantasy- und Romantikelementen. Der Fantasyanteil besteht hier aus der griechischen Mythologie, wozu dann noch das Christentum kommt. Im Gesamtpaket werden Mythos und Glaube gemischt, wodurch die Autorin meiner Meinung auf etwas größeres hinaus möchte. Im großen und ganzen ist die Geschichte auch nett zu lesen. Es gibt ein wenig Spannung, es gibt ein wenig Fantasy und ein wenig Liebe. Alles in allem hat 'Das göttliche Mädchen' aber nur Fanfiktion Potenzial. Wieso? Hier drei Gründe:
1. Der Plot bietet meiner Meinung nach Potenzial, das jedoch nicht genutzt wird. Die Geschichte beginnt spannend doch dann pendelt sich alles ein. Kate bleibt die ganze Zeit auf Henrys Grundstück und macht dies und das. Ab und an gibt es spannende Szenen, aber man hätte das Buch auch in der Hälfte von Seiten erzählen können, denn die Tiefe der Charaktere ist relativ flach, sodass die Seitenzahl weder durch die Handlung noch durch die Charaktere begründbar ist.
2. Die Idee. Ja, ich muss zu geben, dass ich die Idee gar nicht so übel finde. Mich stört es auch nicht, dass die Autorin verschiedene Mythen und Ideen miteinander vermischt, dass ihre Recherche an manchen Stellen etwas fragwürdig ist. Allerdings stört es mich extrem, dass die Idee dann nicht richtig und konsequent ausgeführt wird. Es gibt ständig etwas anderes, die Autorin springt und geht nur sehr oberflächig auf ihre Idee ein. Es gibt kaum Informationen zu den ganzen griechischen Mythen und dann ist die Autorin auch schon wieder beim Christentum mit den 7 Sünden. Hier fehlte einfach die Konsequenz und das herum gespringe nahm mir beim Lesen einfach die Spannung.
3. Kate als Charakter. Sie ist einfach zu lieb und nett, dass freundliche Mädchen von nebenan, das alles für seine Mutter tun würde. Sie wirkt nicht echt, nicht authentisch und ich konnte ihr Handeln nur ab und an nachvollziehen. Das sie sich dann auch noch in Henry verliebt verstehe ich noch weniger. Das ganze erinnert stark an das Stockholm Syndrom, bei dem man Gefühle für seinen Kidnapper entwickelt. Zudem fehlt hier wieder die Tiefe! Kate hat überhaupt keine Probleme damit ein Wintermädchen zu werden, sie denkt nicht einmal richtig darüber nach was das ganze heißt. Sie findet sich damit ab dort zu leben, denn plötzlich sind ja alle ihre Familie. Über das Ende darf ich dann noch weniger nachdenken, denn das trumpft dann nur noch mit Gedankenchaos auf.
Diese drei Punkte rauben dem Roman meiner Meinung nach eindeutig das vorhandene Potenzial der Idee. Selbst ein Jugendroman sollte eine gewisse Tiefe erhalten und spannend sein. Wo der Anfang noch interessant war, flachte die Geschichte mehr und mehr ab, leider. Das Ende war dann für mich der Schlusspfiff. Ich will natürlich hier keinen Inhalt vorgreifen aber am Ende war ich nicht gefesselt oder gebannt, sondern eher verwundert über so eine vorhersehbare und langweilige Variante der Lösung. Dummerweise wurde eine gewisse Namensliste hinten auch so positioniert, dass ich beim ersten durchblättern schon wusste was Sache ist '
Die Tür öffnete sich, und alles Blut wich mir aus dem Gesicht, als ich sah, wer auf der anderen Seite stand. (160)
Insgesamt gebe ich dem Roman 2 Sterne. Das Cover hat mich wohl einfach zu bezaubert und der Inhalt dann extrem enttäuscht. Man kann die Geschichte lesen, aber es ist nichts neues und gerät garantiert schnell wieder in Vergessenheit. Wenn die oben genannten Punkte einem Leser egal sind, wird 'Das göttliche Mädchen' garantiert eine gute Unterhaltung für zwischendurch sein.
Der Schreibstil ist einfach und wieder nichts besonders. Man liest den Roman schnell und flüssig, dass war es dann aber auch schon. Ich konnte zudem mit der durchgehenden Perspektive von Kate kaum etwas anfangen. An vielen Stellen war diese Ich Perspektive langweilig. Außerdem sind mir in der deutschen Taschenbuchausgabe auch so ein paar Fehler aufgefallen ;-)
Das Cover ist wunderschön und war der ausschlaggebende Grund wieso ich das Buch so gerne rezensieren und besprechen wollte. Auch die weiteren Bände haben sehr schöne Cover und ich finde die Idee und das Cover einfach nur schön. Dennoch kann selbst das hübscheste Cover auf Erden nicht den Inhalt verbessern, schade.
Ich Dummerchen. Wie sollte ich den Zeit mit ihr verbringen, wenn ich tot war und sie nicht? (252)
Fazit:
'Das göttliche Mädchen' erhält von mir 2 Sterne für einen guten Ansatz und einer netten Idee. Das Cover hat mir an dem ganzen Roman am besten gefallen, denn mir ist die Geschichte einfach zu oberflächig. Das Niveau erinnert nicht an einen guten Jugend-/Fantasyroman was ich sehr schade finde. Dennoch kann der Roman für zwischendurch eine nette Unterhaltung sein, wenn man sich nicht zu viele Gedanken über Tiefe, Inhalt und Charaktere macht.