- Gebundene Ausgabe
- Verlag: Volk und Welt (2000)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3353011811
- ISBN-13: 978-3353011817
- Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14 x 2,2 cm
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Produktinformation
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Der Einstieg ist deutlich: "Es gibt keinen Christus jenseits des heiligen Paulus." Es gibt keine weich gespülte, "ursprünglich authentische Botschaft Christi", mit der man an Paulus, der die Institutionalisierung der Kirche in die Wege leitete und der eigentliche Erfinder des Christentums ist, vorbeikommt. Danach aber wird enttäuscht sein, wer sich eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Menschenbild des paulinischen Christentums erwartet. Zunächst geht es um die Verbrechen des 20. Jahrhunderts, die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den stalinistischen Säuberungen. Denn der mit diesen Desastern verbundene Untergang aller Hoffnungen auf eine bessere Gesellschaft, macht die Menschen, die sich nur noch als Opfer und Konsumenten wieder erkennen, anfällig für religiösen Fundamentalismus und Obskurantismus.
Zizeks These ist es nun, dass allen Spielarten heutiger religiöser Sehnsucht der entscheidende ethische Akt fehlt: die Überschreitung der Gesetzesnorm, die zugleich neu definiert, was die Gesetzesnorm ist. Der Mensch muss "für das Gesetz tot sein", zitiert Zizek Paulus, für die Neubestimmung dessen, was gut und was schlecht ist. Das beste Beispiel dafür bietet freilich der Bolschewik, der über eine Spionin eine "strenge und gerechte Strafe" verhängt, die sie nur als "exzessive Vergebung und Großzügigkeit" verstehen kann -- womit die Neudefinition gelungen ist. Auch Zizeks Traktat selbst könnte der Versuch sein, argumentative Stringenz neu zu definieren. Letztlich interessiert ihn alles mehr als die paulinische Kirche -- am Ende etwa das elektronische Netz. --Brigitte Werneburg
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