"Das fliegende Klassenzimmer", Erich Kästners Internatsgeschichte, ist vielleicht sein bestes Kinderbuch! In jedem Fall ist es bis heute mein persönlich liebstes Kinderbuch aus seiner Feder!
Zunächst einmal erzählt es eine ungeheuer temporeiche, spannende Geschichte. Vor allem aber ist es ein Buch, in dem Kästner gründlich damit aufräumt, dass man als Kind immerzu fröhlich zu sein hat! Mit zutiefst menschlichem Verständnis für Kindernöte und -sorgen ist ihm Ende der Zwanziger Jahre sein zeitlosestes Kinderbuch geglückt!
Der fleißige Sebastian, der stets gerechte Johnny Trotz, der schüchterne Uli von Simmern und der stets hungrige Matz bereiten zusammen mit ihren Klassenkameraden ein Theaterstück mit dem Titel "Das fliegende Klassenzimmer vor". Das soll am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien aufgeführt werden, als Überraschung für den Hauslehrer Dr. Bökh. Dieser ist das Vorbild der Jungs, denn er ist stets verständnisvoll und warmherzig. Und sie planen eine weitere Überraschung für ihren Justus, denn sie erfahren, dass ihr anderer erwachsener Freund, der Nichtraucher in seinem Eisenbahnwaggon, ein alter Freund von Justus ist. Bis es soweit ist, gibt es aber zunächst mal eine heftige Keilerei mit den Erzfeinden der Realschule, eine beinahe unglücklich ausgegangene Mutprobe des schüchternen Uli von Simmern und ganz großen Kummer bei Sebastian, dessen Eltern zu arm sind, um das Fahrgeld für die Eisenbahnfahrt nach Hause schicken zu können.
Kästner vermittelt in diesem Buch Werte wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und liest den Erwachsenen sanft die Leviten, in dem dieses Buch auch ein glühender Appell ist, Kinder ernst zu nehmen!
Wunderbar!