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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Informatives und unterhaltsames Gespräch zweier Visionäre, 6. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Das fliegende Auge (Gebundene Ausgabe)
Das fliegende Auge, passender könnte dieser Buchtitel nicht gewählt worden sein. Das weiß man spätestens wenn man dieses grandiose Gespräch zwischen Tom Tykwer und Michael Ballhaus gelesen hat. Da kann man es verschmerzen, wenn man erfährt, das man sich diesen Buchtitel bei einem Dokumentarfilmer "geborgt" hat; natürlich mit dessen Einverständnis. Mit Tom Tykwer und Michael Ballhaus haben sich hier 2 Menschen getroffen, die eine große Leidenschaft gemeinsam haben: Das Kino und die Magie der bewegten Bilder. Beginnend mit dem prägenden Einfluß von Michael Ballhaus Eltern und seiner Zeit als Kameramann beim SWF in der Anfangszeit des deutschen Fernsehens entwickelt sich das Gespräch immer intensiver und detaillierter, ohne jedoch mit übermäßigem Fachjargon zu irritieren. Dabei ist nicht nur interessant, wie sich im Laufe der Zeit und mit wechselnden Regisseuren der Stil und auch der Anspruchs Ballhaus änderte, sondern auch seine Erlebnisse mit Kollegen und Weggefährten. Allen voran natürlich Faßbinder und Scorsese. Was das Buch geradezu vergnüglich und für Filmfreaks unbedingt lesenswert macht, sind die netten und kleinen Geschichten von Stars und solchen die es vorgeben zu sein. Denn Michael Ballhaus ist mittlerweile einer der besten und anerkanntesten Kameramänner der Welt und hat in Hollywood schon einiges erlebt. Und obwohl Ballhaus beileibe kein Denunziant ist, sagt er was er denkt. John Travolta z.B. hat Schwierigkeiten, selbst kurze Textpassagen zu lernen. Meryl Streep wiederum sei schwierig zu fotografieren. Auch die Art und Weise, wie bestimmte Regisseure an einen Film herangehen, wird spannend erzählt. So ist gerade die Entstehungsgeschichte von Scorseses Passion spannender wie der Film selbst. Oder der Einfluß, den ein Kameramann manchmal hat, größer als der des Regisseurs. Nach knapp 250 Seiten ist dann leider schon alles vorbei und man wünscht sich, mehr von den beiden zu lesen und zu hören. Wie Tykwer und Ballhaus hier plaudern, fühlt man sie fast auf dem Sofa neben sich sitzen. Und durch so viele neue Details und anderen Ansichten zu Filmen, die man unter diesem Aspekt noch nicht betrachtet hat, lernt man vielleicht auch, mit den Augen eines Kameramannes zu sehen. Für Fans von Ballhaus und auch Tykwer, und solchen die es werden wollen, ist dieses Buch sowohl vom Inhalt als auch von der Aufmachung her ein Meisterwerk der informativen Unterhaltung. Grandios. Auf den Punkt bringt Regisseur Mike Nichols die Fähigkeiten von Michael Ballhaus mit einem wunderschönen Kompliment: Mit Michael zu arbeiten ist, als wäre man im Himmel. Allerdings ohne dafür sterben zu müssen. Nach diesem Buch kann man diese Aussage nachvollziehen. Für jeden Cineasten ein Muß.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Höchst interessanter Blick hinter die Kamera, 15. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Das fliegende Auge (Gebundene Ausgabe)
Für alle "Making Of"-Interessierten ein Muss: Ein Filmbuch in der Form eines Gesprächs zwischen zwei der besten deutschen Filmschaffenden. Der (leider) inzwischen quasi ausgewanderte Director of Photography Michael Ballhaus hat sich von Regisseur Tom Tykwer (Lola rennt) interviewen und dabei tief in die Trickkiste schauen lassen. Nahezu chronologisch wird das bisherige Lebenwerk Ballhaus angesprochen: knapp die Kindheit und Lehrjahre als Fotograf, die Anfänge als TV-Kameramann beim Südwestfunk, die Zusammenarbeit mit Fassbinder und schließlich die internationale Anerkennung durch Filme mit Martin Scorcese und anderen Hollywood-Regisseuren. Darunter so bekannte Filme wie Goodfellas, Die Farbe des Geldes, Die Waffen der Frauen, Zeit der Unschuld, Outbreak, Air Force One bis hin zu Gangs of New York (Oscarnominiert). Auch wenn man die angesprochenen Filme nicht kennt, ist es dennoch interessant, die mit amüsanten Anekdoten verknüpften Ausführungen zu verfolgen. Dabei hält sich Tykwer, obwohl selbst sicher mittlerweile ein "Star", erfreulicherweise zurück, begnügt sich allerdings nicht mit der Rolle des reinen Stichwortgebers. Immer wieder spürt man sein Interesse, wenn Ballhaus erläutert, mit welchen Mitteln er und die anderen am Film Beteiligten diese oder jene Szene realisiert haben. Manche sind mit viel Aufwand, andere verblüffend einfach entstanden. Die unterschiedlichen Arbeitsweisen verschiedener Regisseure und Schaupieler kommen ebenso zu Sprache wie die Schwierigkeiten vor, während und sogar nach der Produktion. Neu für mich war z.B., dass es nur etwa 6 (Premieren-)Kopien pro Film gibt, die die bestmögliche Qualität haben. Das, was der normale Kinobesucher sieht, sind nicht selten (FastFood-)Kopien, deren Farbgebung und Schärfe in sich und durch die Projektion sehr leiden. Manche DVD sieht besser aus. Die Fotos können nur unzureichend die Magie der Kamera wiedergeben, schon gar nicht die "Ballhaus"-Kreisfahrten. Und auch bei anderen ausführlich analysierten Filmszenen habe ich es bedauert, dass es keine DVD zum Buch gibt. Ansonsten hätte das Buch von mir auch 6 Sterne bekommen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mr. Ballhaus, wie haben sie das gemacht ?, 28. März 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das fliegende Auge (Gebundene Ausgabe)
Dieses schöne Buch ist eine Art Biografie/Filmografie eines Mannes, der sehr viele Filme beeinflusst hat, ohne dass sein Name in der Öffentlichkeit groß die Runde gemacht hat. Jeder kennt Scorcese, aber die wenigsten kennen Michael Ballhaus. Die Arbeit der Menschen hinter der Kamera, die im deutschen leider immer noch ein bisschen abwertend "Kameramänner" genannt werden, beeinflussen die visuelle Seite eines jeden Films maßgeblich ! Michael Ballhaus ist dabei zu einem der ganz großen geworden, gleichzeitig aber charakterlich nie abgehoben. Dieses Gespräch zwischen Tom Tykwer und Michael Ballhaus ist ein wahrer Lesegenuss. Man kann ein Gespräch zweier Filmemacher mitverfolgen, dass ganz offensichtlich in sehr entspannter Atmosphäre entstanden ist. Ganz nebenbei erfährt man noch von Ballhaus ,in der einen oder anderen Anekdote, eine ganze Menge über die Arbeit als DOP (Director of Photography) und die technische Seite des Filmes an sich. Man bekommt einen guten Eindruck darüber wie die Arbeit eines DOP aussieht und wie Ballhaus, in den Filmen, an denen er mitgewirkt hat, die Vorstellungen der Regisseure (und oft auch seine eigenen) in die Bilder umgesetzt hat, die die Filme zu etwas besonderem gemacht haben. Das Buch ist jeden Cent wert. Nicht nur für Filmfans.
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