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Das fliegende Auge
 
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Das fliegende Auge [Gebundene Ausgabe]

Michael Ballhaus
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Wollte man es provokant ausdrücken, so müsste man sagen, dass der deutsche Film im Gegensatz zum amerikanischen Kollegen keine Künstler außer Regisseure und Schauspieler kennt. Oft genung hat es den Anschein, als ob alle anderen Beteiligten neben den Genannten reine Handwerker sind. Einer, der diese Annahme ganz sicher auf beiden Seiten des Atlantiks nachhaltig widerlegen konnte, ist Kamera-Profi Michael Ballhaus. Kaum ein anderer hat wie er eines bewiesen: dass Vertreter seiner Zunft viel eher Directors of Photography als Kameraleute sind.

Nicht weniger als 80 Filmen in 40 Jahren Berufserfahrung hatDie Ehe der Maria Braun), Wolfgang Petersen (Air Force One), Francis Ford Coppola (Bramstoker's Dracula) oder eben mit Martin Scorsese (Die letzte Versuchung Christi, Goodfellas oder Gangs of New York), die Liste ist lang und beeindruckend. Hohe Zeit also, sich mit diesem Künstler der Kamera auseinanderzusetzen. Genau das hat Regisseur Tom Tykwer mit Das fliegende Auge. Michael Ballhaus. Director of Photography nun getan. Nicht, dass das Prinzip des Buchs besonders innovativ wäre. Immerhin gibt es bereits mehrere ebenfalls exzellente Werke von Filmemachern über Filmemacher -- man denke in diesem Zusammenhang besonders an Truffauts Hitchcock oder Peter Bogdanovichs Wer hat denn den gedreht? Interviews --, die sich allesamt der Interviewform bedienen.

Tykwers Werk ist aber definitiv das erste deutschsprachige Werk, das sich ausnahmsweise einmal nicht mit anderen Regisseuren auseinandersetzt. In mehr als 50 Stunden Gespräch entwickelt Michael Ballhaus in auch für Laien sehr verständlichem Sprachstil ein Bild seiner Arbeit oder gibt Auskunft über den Unterschied seiner Arbeit in Deutschland und Amerika. Dabei kann der Leser beinahe die angenehme Atmosphäre spüren, die zwischen den beiden Partnern existiert haben muss. Hier stimmte die Chemie! Und da der sehr hübsch gestaltete Band dann auch noch adäquat bebildert ist, lässt sich eigentlich nur ein Fazit ziehen: Projekt gelungen, bitte mehr davon! --Constanze Quanz

Neue Zürcher Zeitung, 18. Oktober 2002

Dies sind Memoiren, wie sie sich der Filmenthusiast erträumt. Es wird geistreich aus dem Nähkästchen eines Profis geplaudert. Denn für diese Publikation nahm man sich das Filmbuch, das sich jeder als Erstes zulegen sollte, zum Vorbild: Francois Truffauts "Le cinéma selon Hitchcock" - zu Deutsch "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?". Um diese Frage Herrn Ballhaus zu stellen, setzte man Tom Tykwer, einen der spannendsten deutschen Filmautoren, mit dem Kameramann zusammen; für fünfzig Stunden.
Von Tykwer neugierig und klug geführt, entstand ein Gespräch nicht nur über Ballhaus' Karriere, sondern auch über die Faszination des Filmens und die Leidenschaft für das Kino. (...)
Zur lustvollen Lektüre des von Thomas Binotto bearbeiteten Buchs trägt schließlich die Illustration entscheidend bei: fim stills, kuriose Aufnahmen von Dreharbeiten und vor allem Bilderfolgen, welche das Raffinement von Ballhaus' Kamerabewegungen erahnen lassen.


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Informatives und unterhaltsames Gespräch zweier Visionäre, 6. Mai 2004
Von 
Thomas Kerstens - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das fliegende Auge (Gebundene Ausgabe)
Das fliegende Auge, passender könnte dieser Buchtitel nicht gewählt worden sein. Das weiß man spätestens wenn man dieses grandiose Gespräch zwischen Tom Tykwer und Michael Ballhaus gelesen hat. Da kann man es verschmerzen, wenn man erfährt, das man sich diesen Buchtitel bei einem Dokumentarfilmer "geborgt" hat; natürlich mit dessen Einverständnis. Mit Tom Tykwer und Michael Ballhaus haben sich hier 2 Menschen getroffen, die eine große Leidenschaft gemeinsam haben: Das Kino und die Magie der bewegten Bilder. Beginnend mit dem prägenden Einfluß von Michael Ballhaus Eltern und seiner Zeit als Kameramann beim SWF in der Anfangszeit des deutschen Fernsehens entwickelt sich das Gespräch immer intensiver und detaillierter, ohne jedoch mit übermäßigem Fachjargon zu irritieren. Dabei ist nicht nur interessant, wie sich im Laufe der Zeit und mit wechselnden Regisseuren der Stil und auch der Anspruchs Ballhaus änderte, sondern auch seine Erlebnisse mit Kollegen und Weggefährten. Allen voran natürlich Faßbinder und Scorsese. Was das Buch geradezu vergnüglich und für Filmfreaks unbedingt lesenswert macht, sind die netten und kleinen Geschichten von Stars und solchen die es vorgeben zu sein. Denn Michael Ballhaus ist mittlerweile einer der besten und anerkanntesten Kameramänner der Welt und hat in Hollywood schon einiges erlebt. Und obwohl Ballhaus beileibe kein Denunziant ist, sagt er was er denkt. John Travolta z.B. hat Schwierigkeiten, selbst kurze Textpassagen zu lernen. Meryl Streep wiederum sei schwierig zu fotografieren.
Auch die Art und Weise, wie bestimmte Regisseure an einen Film herangehen, wird spannend erzählt. So ist gerade die Entstehungsgeschichte von Scorseses Passion spannender wie der Film selbst. Oder der Einfluß, den ein Kameramann manchmal hat, größer als der des Regisseurs. Nach knapp 250 Seiten ist dann leider schon alles vorbei und man wünscht sich, mehr von den beiden zu lesen und zu hören. Wie Tykwer und Ballhaus hier plaudern, fühlt man sie fast auf dem Sofa neben sich sitzen. Und durch so viele neue Details und anderen Ansichten zu Filmen, die man unter diesem Aspekt noch nicht betrachtet hat, lernt man vielleicht auch, mit den Augen eines Kameramannes zu sehen. Für Fans von Ballhaus und auch Tykwer, und solchen die es werden wollen, ist dieses Buch sowohl vom Inhalt als auch von der Aufmachung her ein Meisterwerk der informativen Unterhaltung. Grandios. Auf den Punkt bringt Regisseur Mike Nichols die Fähigkeiten von Michael Ballhaus mit einem wunderschönen Kompliment:
Mit Michael zu arbeiten ist, als wäre man im Himmel. Allerdings ohne dafür sterben zu müssen. Nach diesem Buch kann man diese Aussage nachvollziehen. Für jeden Cineasten ein Muß.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Höchst interessanter Blick hinter die Kamera, 15. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Das fliegende Auge (Gebundene Ausgabe)
Für alle "Making Of"-Interessierten ein Muss: Ein Filmbuch in der Form eines Gesprächs zwischen zwei der besten deutschen Filmschaffenden. Der (leider) inzwischen quasi ausgewanderte Director of Photography Michael Ballhaus hat sich von Regisseur Tom Tykwer (Lola rennt) interviewen und dabei tief in die Trickkiste schauen lassen.

Nahezu chronologisch wird das bisherige Lebenwerk Ballhaus angesprochen: knapp die Kindheit und Lehrjahre als Fotograf, die Anfänge als TV-Kameramann beim Südwestfunk, die Zusammenarbeit mit Fassbinder und schließlich die internationale Anerkennung durch Filme mit Martin Scorcese und anderen Hollywood-Regisseuren. Darunter so bekannte Filme wie Goodfellas, Die Farbe des Geldes, Die Waffen der Frauen, Zeit der Unschuld, Outbreak, Air Force One bis hin zu Gangs of New York (Oscarnominiert). Auch wenn man die angesprochenen Filme nicht kennt, ist es dennoch interessant, die mit amüsanten Anekdoten verknüpften Ausführungen zu verfolgen. Dabei hält sich Tykwer, obwohl selbst sicher mittlerweile ein "Star", erfreulicherweise zurück, begnügt sich allerdings nicht mit der Rolle des reinen Stichwortgebers. Immer wieder spürt man sein Interesse, wenn Ballhaus erläutert, mit welchen Mitteln er und die anderen am Film Beteiligten diese oder jene Szene realisiert haben. Manche sind mit viel Aufwand, andere verblüffend einfach entstanden. Die unterschiedlichen Arbeitsweisen verschiedener Regisseure und Schaupieler kommen ebenso zu Sprache wie die Schwierigkeiten vor, während und sogar nach der Produktion. Neu für mich war z.B., dass es nur etwa 6 (Premieren-)Kopien pro Film gibt, die die bestmögliche Qualität haben. Das, was der normale Kinobesucher sieht, sind nicht selten (FastFood-)Kopien, deren Farbgebung und Schärfe in sich und durch die Projektion sehr leiden. Manche DVD sieht besser aus.

Die Fotos können nur unzureichend die Magie der Kamera wiedergeben, schon gar nicht die "Ballhaus"-Kreisfahrten. Und auch bei anderen ausführlich analysierten Filmszenen habe ich es bedauert, dass es keine DVD zum Buch gibt. Ansonsten hätte das Buch von mir auch 6 Sterne bekommen.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mr. Ballhaus, wie haben sie das gemacht ?, 28. März 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das fliegende Auge (Gebundene Ausgabe)
Dieses schöne Buch ist eine Art Biografie/Filmografie eines Mannes, der sehr viele Filme beeinflusst hat, ohne dass sein Name in der Öffentlichkeit groß die Runde gemacht hat. Jeder kennt Scorcese, aber die wenigsten kennen Michael Ballhaus.

Die Arbeit der Menschen hinter der Kamera, die im deutschen leider immer noch ein bisschen abwertend "Kameramänner" genannt werden, beeinflussen die visuelle Seite eines jeden Films maßgeblich ! Michael Ballhaus ist dabei zu einem der ganz großen geworden, gleichzeitig aber charakterlich nie abgehoben.

Dieses Gespräch zwischen Tom Tykwer und Michael Ballhaus ist ein wahrer Lesegenuss. Man kann ein Gespräch zweier Filmemacher mitverfolgen, dass ganz offensichtlich in sehr entspannter Atmosphäre entstanden ist. Ganz nebenbei erfährt man noch von Ballhaus ,in der einen oder anderen Anekdote, eine ganze Menge über die Arbeit als DOP (Director of Photography) und die technische Seite des Filmes an sich. Man bekommt einen guten Eindruck darüber wie die Arbeit eines DOP aussieht und wie Ballhaus, in den Filmen, an denen er mitgewirkt hat, die Vorstellungen der Regisseure (und oft auch seine eigenen) in die Bilder umgesetzt hat, die die Filme zu etwas besonderem gemacht haben.

Das Buch ist jeden Cent wert. Nicht nur für Filmfans.

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