Zum Inhalt: Nachdem ihr Mann Guido bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, stellt Anne von Seydlitz Nachforschungen an, da sie glaubt, er habe sie betrogen. Dabei stößt sie auf die Spur eines alten Pergaments, dessen Inhalt von unglaublicher Imminenz sein muss, weshalb Anne das Geheimnis des Schriftstücks lüften will. Die Spurensuche führt sie und bald auch ihren Freund Adrian Kleiber nach Paris, San Diego und zu einem Orden verrückter Wissenschaftler, bevor es in Rom zum großen Finale kommt.
Zusätzlich wird die Geschichte auch noch aus der Perspektive des erwähnten Ordens und des Vatikans geschildert, wobei alle drei Geschichten gut und rasch miteinander verwoben werden, was enorm zur Spannung beiträgt.
A propos Spannung: Die Hintergrundinformationen zum Thema sind sehr gut recherchiert, sodass eine ungemein dichte Atmosphäre entsteht, in der eine Handlung erzählt wird, die durch den beim und nach dem Lesen ständig auftretenden "Was-wäre-wenn"-Faktor zu den auch nachhaltig beeindruckendsten im Genre zählt. Der erwähnte Was-wäre-wenn-Faktor beruht zum einen auf dem weltbewegenden Hintergrund, vor dem die Geschichte spielt, zum anderen auf der Glaubwürdigkeit der in Maßen, aber wirkungsvoll und zielgerichtet eingesetzten Spekulationen. Was Vandenberg sich hier als Hintergrund erdacht hat, kann nicht als garantiert unwahr abgestempelt werden.
"Das fünfte Evangelium" ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe, und wird von mir allen empfohlen, die sich auch nur schwach für Religion(sgeschichte) interessieren.