Ornela Vorpsi nimmt hier in ihrem Debuet ihr Heimatland Albanien, "die geliebte Hoelle", scharf unter die Lupe. Entzuendete Wut, die in Ironie abklingt, treibt sie zum Schreiben: Neid unter den Frauen (die Haende, die das patriachaliche Machtgewebe noch enger knuepfen), sexuelle Gewalt, Megalomanie, der Drang zur Tragik ( "Lebe, auf dass ich dich hasse und sterbe, auf dass ich dich beweine!"). Das Maedchen, das uns durch die Seelenlandschaft Albaniens fuehrt, oft seine Namen wechselt und doch immer die selbe bleibt, erleidet durch die kommunistische Mutter-Partei und ihre eigene Tante Gewalttaetigkeiten und erzaehlt mit einem weinenden und einem gluehenden Auge die desperate Geschichte ihres Landes und gerade deswegen vielleicht auch ihre hoffnungsvolle Zukunft.
Vorpsi selbst fluechtete im Alter von 22 Jahren aus Albanien nach Italien ("La terra promessa"). Dort erlernte sie die Sprache, mittels der sie jetzt ihre Wundmale in Prosa umzuwandeln versucht. Eine mutige Autorin, die wahrscheinlich von vielen ersehnt wurde und von anderen verflucht sein wird.