42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Lustig samma ..." (Loch im Kopf und ... dings ... :-), 1. September 2004
Man muss Wolf Haas' Romane um den Privatdetektiv Simon Brenner einfach ins Herz schließen, meine ich. Wenn man grade wieder eine Lektüre aus seiner Feder gelesen hat, dann fällt es sichtlich schwer "normal" zu schreiben. Wolf Haas macht es einem relativ einfach seinen witzigen, einmaligen Erzählstil nachzuahmen.
Dabei wird in seinen Kriminalromanen die Jagd nach dem vermeintlichen Täter eigentlich zur Nebensache...
Ein bisschen kann man den Brenner ja schon verstehen. Quasi, beste Jahre vorbei. Zu früh für die Pensionierung und Dienstwohnung wird's wohl auch keine mehr geben. Da zieht's den Brenner "back to the roots". Nach Graz. Ins Haus der Grosseltern, wo er dann doch merkwürdig sentimentale Anwandlungen bekommt. Obwohl er die auch in den vorangegangenen Romanen schon zu Hauf hatte. Aber diesmal geht's ihm selber an den Kragen und einer seiner Jugendstreiche holt ihn ein.
Doch wie erwähnt: Der Krimi wird dem Brenner-Fan nur nebensächlich interessieren. Vielmehr ist es auch unterhaltsam diesen tief im Protagonisten sitzenden Weltschmerz mitzuerleben, weil der Brenner, quasi Philosoph! Was für ein Wunder, dass es ihn da in die Sigmund-Freud-Klinik verschlägt.
Und wen's interessiert, warum der Arnold Schwarzenegger überhaupt eine Laufbahn als Muskelprotz eingeschlagen hat, der MUSS dieses Pamphlet sogar unbedingt lesen.
(Ich hab beim Lesen einige Male derart laut aufgelacht, dass ich nicht umhin kam meiner Schwester, die da so quasi neben mit am Strand vor sich hingebruzzelt hat, aber einen tödlich langweiligen historschen Roman als Lektüre hatte, die witzigsten Stellen vorzulesen, oder nachzuerzählen. Und ich glaube die Geschichte mit dem Arnold Schwarzenegger, die war derartigermaßen witzig in die Handlung eingebaut, da bleibt einem nicht viel übrig, als laut zu lachen.)
Wer Wolf Haas und seine "Brenner"-Romane nicht kennt und Lust auf einen etwas anderen Krimi hat, dem kann ich "Das Ewige Leben" nur ans Herz legen (so wie sämtliche seine anderen Bücher auch). Das Buch liest sich - nach einer kurzen Eingewöhnungsphase - recht flüssig. Vor allem aber abwechslungsreich anders. Amüsant. Meine ich jedenfalls. 5 Sterne!
Hier die Brenner-Krimis in chronologischer Reihenfolge mit (Handlungsort), Verlag, Erscheinungsdatum und ISBN
Auferstehung der Toten (Zell am See), Rowohlt, 1996, ISBN 3499228319
Der Knochenmann (Klöch in der Steiermark), Rowohlt, 1997, ISBN 3499228327
Komm, süßer Tod (Wien), Rowohlt, 1998, ISBN 3499228149
Silentium! (Salzburg), Rowohlt, 1999, ISBN 3499228300
Wie die Tiere (Wien), Rowohlt, 2001, ISBN 3499233312
Das ewige Leben (Graz), Hoffmann und Campe, 2003, ISBN 349224095X
Der Brenner und der liebe Gott, 2009, ISBN 978-3-455-40189-9
(Stand von Mai 2011. Als Quelle für diese Auflistung diente mir wikipedia.de))
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ewig währt am längsten, 29. Juni 2004
Und jetzt ist schon wieder etwas passiert...Simon Brenner, gerade in seine Heimatstadt Graz zurückgekehrt- befindet sich auf der Intensivstation der Sigmund-Freud Klinik, hat ein Loch in seinem Kopf und ist dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen. Für den Psychiater liegt ein Selbstmordversuch auf der Hand aber Brenner will davon gar nichts wissen: "Das weiß heute jedes Kind, wie man sich korrekt umbringt. Die lernen schon im Kinderfernsehen unbedingt in den Mund schießen aber ja nicht seitlich, davon wirst du womöglich blind".
Er stiehlt sich aus der Klinik und macht sich auf die Suche nach seiner Erinnerung. Einziges Indiz- die Kugel aus seinem Kopf. Diese führt ihn zurück in seine Ausbildungszeit zum Polizisten, in der er gemeinsam mit drei Kollegen an einem Banküberfall beteiligt war. Dieser mißlingt gründlich, sowohl Beute als auch das Leben Brenners besten Freundes Saarinnen gehen auf der Flucht verloren. Brenner ist überzeugt daß nur einer ihm nach dem Leben trachtet...Aschenbrenner damals Mittäter der es inzwischen an die Spitze der Grazer Polizei geschafft hat will verhindern daß auf Brenners Rückkehr sein Untergang folgt. Und als dann auch noch der vierte im Bunde, Köck, tot in seiner Wohnung liegt- gibt es für Brenner keine Zweifel mehr. Oder doch? Vom Ende sei nur soviel zu verraten...Brenner wird es nicht mehr geben, aber sterben muß er deshalb nicht.
Zum sechsten Mal setzt Haas seinen Erzähler auf Brenner an. Dieser parliert in schönstem Österreichisch, schweift ab, belehrt und läßt dabei das Prädikat gern einmal beiseite. Denn Haas, gebürtiger Österreicher und studierter Linguist, liebt nach eigenem Bekunden Halb- und Nichtsätze, weil "ganze Sätze immer gefährlich". Diese Satzamputation ist gewöhnungsbedürftig, entlohnt aber den Geduldigen. Scheinbar lapidare Floskeln und alberne Bemerkungen entpuppen sich als brillante Spitzen bei denen einem das Lachen gelegentlich im Halse stecken bleibt. Für Krimifans ein Novum- für Satiriker ein absolutes Muß- Haas gehört gelesen- Bibel nichts dagegen!
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
krönender Abschluß, 14. Februar 2005
"Das ewige Leben" stellt wahrlich einen krönenden Abschluß einer originellen Krimireihe dar. Diesmal kehrt Brenner zurück zu seinem Ursprung: Graz. Doch Brenner wird schnell von seiner Vergangenheit eingeholt und schließlich wacht er in "Puntigam links" mit einem Loch im Kopf auf. Ein echter Brenner läßt sowas natürlich nicht auf sich sitzen und krempelt daher seine alte Heimatstadt auf.
Für mich diesmal als halber Grazer ein besonderes Vergnügen das Buch zu lesen, da man sich wirklich vorstellen kann, wie Brenner durch die Innenstadt wandert. Wolf Haas ist es wunderbar gelungen die besondere Atmosphäre, die von dieser Stadt ausgeht einzufangen und wiederzugeben.
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