Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Die Schönheit der Hässlichkeit, 3. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Das erste Mal sah ich sie an einem Samstagnachmittag (Gebundene Ausgabe)
Wie ist es, wenn man sich selber durch und durch hässlich findet? Wenn man sich am liebsten unter einer Decke verstecken würde? Und wie, wenn diese Hässlichkeit auch gleichzeitig der einzige Halt, der einzige konstante Faktor ist, den man hat? So fühlt Marica Barbier sich, als sie (Anfang 20) in Kontakt zu dem 40jährigen Maler/Fotografen Joachim Kellermann kommt. Irgendwann kommt dann bei Marica die Hoffnung auf, dass Joachims Malerei ihre Hässlichkeit in Schönheit umsetzen kann. Was genau sie in einander finden, ist das Thema des Buches. Ist es der Narzissmus in Marica oder ist es die finstere Faszination, die Joachim für all diejenigen empfindet, die monströse Äusserlichkeiten aufzeigen. Im Schlussteil zeigt sich dann, wer als Sieger aus diesem Machtkampf nach vorne tritt. Anne-Sophie Brasme schildert die dunklen Seiten zwischen Modell und Fotograf/Maler in extremer Form. Ihre unverblümte Sprache unterstützt die Handlung auf effektive Art und Weise. Nicht unbedingt ein schönes Thema, aber wohl eines, welches mich persönlich aufgrund seiner Originalität fasziniert hat.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
4.0 von 5 Sternen
Eine düstere Studie über Lust und Ekel, 19. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Das erste Mal sah ich sie an einem Samstagnachmittag (Gebundene Ausgabe)
Der zweite Roman der erst 21-jährigen Autorin erzählt die Geschichte einer fatalen Beziehung: Der Künstler Joachim sucht die Entstellten, die Missgeburten. Er lernt Marica kennen mit ihrem schiefen Mund, ihren Allergien und ihrer Gier nach Sex - den sie noch nie hatte. Sie wird erst sein Modell, dann seine Bettgenossin. Damit beginnt eine verhängnisvolle Verstrickung: Joachim kann sich der triebhaften Marica nicht entziehen, fühlt aber zugleich Ekel vor ihr. Und Marica nimmt immer mehr die Jämmerlichkeit ihrer Beziehung wahr. Sie haben sich nichts zu sagen, ihnen bleibt nur schlechter Sex und schlechte Kunst. "Le carnaval de monstres", durch den deutschen Titel und das hübsche Schwarzweiß-Cover arg verharmlost, ist eine düstere Studie über Lust und Ekel und den Fluch der Entstellung - der körperlichen wie der seelischen. Wechselnd aus Sicht des Mannes und der Frau geschrieben, zieht die dichte Sprache von der ersten Seite an in das Buch hinein. Das einstige Wunderkind Anne-Sophie Brasme ist mit diesem reifen Buch den hohen Erwartungen mehr als gerecht geworden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
4.0 von 5 Sternen
Was ist hässlich, 20. März 2010
Bevor man anfängt dieses Buch zu lesen, sollte man sich mit Brasme's Erstlingswerk "Dich Schlafen Sehen" vertraut machen. Denn in ihrem zweiten Buch, zeigt sie ihr Können in nackter, schöner "Hässlicherkeit". Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine Erzählung zweier Personen, meiner Meinung nach. Sondern lediglich um die Beschreibung der Hässlichkeit in einem Menschen und dessen Äußeren und wie es auf den Charakter zurück leitet und auch die Mitmenschen beinflusst, oder gar manipuliert. Brasme neigt besonders dazu den Körper, die Seele und Sex in ihren rohen Perspektiven zu zeigen. Mir wurde am Ende dann bewusst, dass der Leser derjenige war, der diese Dinge als hässlich bezeichnete und nicht das Buch selbst. Nur weil etwas "unzensiert" gezeigt wurde, heißt das noch lange nicht, dass es entweder schön oder hässlich sei. Und das mag ich an Brasme besonders gern: Sie lässt mich selbst entscheiden ob ich den Fotografen nun als ein krankes Hirn ansehe, oder als einen innerlich gebrochenen Mann und dass die "hässliche" Marica das Spiegelbild seines inneren Geistes war. Jedenfalls kam es mir so vor. Schließlich kommt es darauf bei Brasme dann auch immer an, wie man sich am Ende fühlt: Verärgert? Verängstigt? Traurig? Desorientiert? Oder doch glücklich dass man die Person ist die man ist und kein anderer. (Einen Stern muss ich allerdings abziehen, weil mir die Liebe zum Schreiben zwischen den Zeilen gefehlt hat, die doch jeder Autor haben sollte)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|