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Das erschöpfte Selbst: Depression und Gesellschaft in der Gegenwart (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
 
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Das erschöpfte Selbst: Depression und Gesellschaft in der Gegenwart (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Alain Ehrenberg , Manuela Lenzen , Martin Klaus
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ehrenbergs Befund: Sich als Individuum zu befreien habe nervös gemacht, sich aber mit seinem eigenen Selbst behaupten zu müssen mache depressiv - denn jedem sitze das Scheitern im Nacken, das inzwischen als individuelles Versagen gilt. Wenn eine Demokratie immer noch mündige Bürger braucht, dann ist dieses Buch eine Lektüre für Demokraten.« (Elisabeth von Thadden Die Zeit )

Kurzbeschreibung

Die Ausbreitung von Depressionen, der steigende Konsum von Antidepressiva und die Zunahme der Alkoholabhängigkeit in den westlichen Gesellschaften sind für Alain Ehrenberg Reaktionen auf die allgegenwärtige Erwartung eigenverantwortlicher Selbstverwirklichung. Damit hat das Projekt der Moderne, die Befreiung des Subjekts aus überkommenen Bindungen und Traditionen, eine paradoxe Verkehrung erfahren. War die Neurose die pathologische Signatur eines repressiven Kapitalismus, so ist die Depression die Kehrseite einer kapitalistischen Gesellschaft, die das authentische Selbst zur Produktivkraft macht und es bis zur Erschöpfung fordert. Ehrenberg untersucht in einer erhellenden Kombination von Psychiatriegeschichte und Zivilisationsdiagnose, welchen psychischen Preis die Individuen für diese Verkehrung heute zu zahlen haben.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
46 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "bm13021"
Format:Taschenbuch
Das Buch von Ehrenberg ist ein interessantes Fachbuch, was psychiatrische Aspekte im jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld etwa seit dem Jahr 1900 beschreibt. Es ist eine sachliche, wertfreie Darstellung, wie das Krankheitsbild der Depression sozial geprägt ist und auf welche Weise die sogenannten Geisteskrankheiten in der jeweiligen Zeit beschrieben werden. Dabei wird keineswegs das Leiden relativiert, sondern das Buch zielt auf die wechselnde Beschreibung und Rolle der Depression in der wechselnden Denke und Sprache einzelner Zeitabschnitte. Das Buch ist auch für Betroffene, also für depressive Patienten, sehr interessant. Vorurteilsfrei und sachlich werden auch Behandlungen wie der Elektroschock beschrieben. Die Qualität des Buches ist seine sachliche, umfassende Darstellung der Depression und ihrer Ursachen und Folgen in unserer jetzigen Gesellschaft. Das Buch ist kein Lebensberater, sondern ein Fachbuch, und für den Laien gut verständlich, aber konzentriertes Lesen und Mitdenken sind unverzichtbar.
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41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Abriss
Alain Ehrenberg (AE) stellt zu Beginn 2 Hypothesen auf:
1) "... denn sie (die Depression) ist eine Krankheit einer Gesellschaft, deren Verhaltensnorm nicht mehr auf Schuld und Disziplin gründet, sondern auf Verantwortung und Initiative. (...) Die Depression ist ein Laboratorium für die Ambivalenz einer Gesellschaft, in der der Massenmensch sein eigener Souverän sein soll." [20]
2) "Der Erfolg der Depression beruht auf dem verlorenen Bezug auf den Konflikt, auf dem der Begriff des Subjekts basiert ..." [22]

Als das Individuum noch in einer von Moral und Gesetz bestimmten Welt lebte, spielten bei den psych. Erkrankungen die Begriffe Konflikt und Schuld die Hauptrolle - doch mehr und mehr kam eine Krankheit auf, die von Leere, Hemmung, Verlangsamung und Kraftlosigkeit gekennzeichnet war. Auf Spurensuche der Depression, nimmt uns diese Studie des französischen Soziologen mit auf eine Reise durch die Irrenhäuser früherer Zeiten, vorbei an den Elektroschocks Cerlettis, den Theorien von Lacan, Freud, Bleuler, Kuhn, usw. Wir durchmessen den Raum von den guten alten Trizyklika bis zum Prozac, vom Urschrei bis zu New Age, von verstaubten Periodika der 1960er (Elle, Marie-Claire aber auch Fachblätter, wie L'Encéphale, La Revue du praticien) bis zu dem "topmodernen" "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders - DSM III und IV". Mit populärwissenschaftlichen Berichten zur Depression und zur Psyche allgemein leisten die Zeitschriften dieser Jahre einen wichtigen Beitrag: erstmals entdecken die Menschen eine Grammatik des Innern, sie erhalten die Begriffe, um über die Befindlichkeiten ihrer Psyche sprechen zu können und damit die Tabuisierung aufzubrechen. Das Individuum emanzipiert sich von einem Schicksal, das bisher durch Religion, soziale Gegebenheiten und Autoritäten determiniert war. Dies alles klingt fast zu schön, um war zu sein - doch die neue Freiheit ist für die Menschen ungewohnt und fordert ihren Tribut. Nach der inneren Befreiung, die fast schon einer Enthemmung gleich kommt, stürzt das Selbst erneut in eine Verzweiflung.
"Ein neuer Blick auf die Depression macht sich im analytischen Millieu breit. Ihn prägt ein Stil der Verzweiflung, den die frühen Generationen nicht kannten." [163]
Sucht kann auch als Selbstmedikation des Depressiven betrachtet werden, sie ist oft nur zusammen mit der Depression zu verstehen:
"Der ... Depressive erträgt keine Frustration. Alkoholismus und Abhängigkeit von Rauschmitteln oder Medikamenten dienen dazu, einen Ausgleich zu schaffen ... Die Erfüllung durch die Sucht ist die Kehrseite der Leere der Depression." [173]
Auch die ständigen Veränderungen in Beruf und Alltag der Menschen bleiben ein Nährboden für die Problematik:
"Die Triade Asthenie, Schlaflosigkeit, Angst ist eine verhaltensmässige und affektive Antwort auf die unaufhörlichen Veränderungen im Alltag der demokratischen Gesellschaften." [184]
Immer stärker schiebt sich der Verzicht auf Psychopathologie, Ätiologe, verstehende Psychiatrie und eine medikamentöse Überlagerung der Depression in den Vordergrund. Die Psychiatrie versucht in immer neuen Anläufen die Depression zu fassen oder auch nur kohärent zu beschreiben. Als sich dies als kaum möglich erweist, werden alte Ansätze über Bord geworfen:
"... verzichtet auf den Begriff der Persönlichkeit und die Kompetenz des Psychiaters (...) Da sich die Psychiater nicht über die Ursachen und daher nicht über die den Syndromen zugrunde liegende Krankheiten einigen können, muss man die Semiologie von ätiologischen Problem befreien (...) Das technische Mittel dazu besteht darin, standardisierte Diagnosekriterien zu entwickeln ..." [139]
Doch auch diese Entwicklung ruft Kritik auf den Plan:
"Oft genug muss der Depressive nicht selbst die Hilfe der Drogen suchen; seine Ärzte machen in zu einem passiven Süchtigen ..." [213, Zitat von Bergeret]
"Die neuen Methoden, uns vor der Depression zu befreien oder sie zu erleichtern, führten zu der Befürchtung, dass wir aus unserer Psyche, wie es Pierre Legendre schrieb, "einen regulierbaren Apparat" machen." [214]
Wenn der Depressive wirklich eine Vorstufe des Nietzscheanischen Übermenschen darstellen sollte, dann wird es keine Heilung geben - denn das Rad der Zeit kann nicht zurückgedreht werden. Vielmehr dürfte dann die Depression ein Wachstumsschmerz sein, der vielleicht zu einer besseren Welt führt - vielleicht.
"Die Antworten auf die Krise der Heilung suggerieren, dass es heute nicht mehr so sehr darum geht, geheilt zu werden, als vielmehr darum, mehr oder weniger ständig betreut und verändert zu werden, und zwar sowohl durch Pharmazie als auch durch die Therapie und die Gesellschaftspolitik." [221]
Doch auch die neueren Medikamente der 1990er Jahre sind nicht über jeden Zweifel erhaben, und die Erkenntnisse der Neurowisschenschaften bringen die Psychiatrie vorerst nicht weiter.
"Die bedeutendsten Biochemiker, Neurologen und Psychopharmakologen sind sich einig: Sie wissen nicht, ob die Schwankungen des Serotoninspiegels für die antidepressive Wirkung verantwortlich sind, ..." [236]

Etwas Kritik
- Die Identifikation des Depressiven mit jenem, der "versprechen darf", wie ihn Nietzsche in "Zur Genealogie der Moral" in Aussicht gestellt hat, finde ich voreilig. Entweder hat sich Nietzsche "das souveräne Individuum, das nur sich selbst gleiche" zu monolithisch, zu ungebrochen vorgestellt, oder Ehrenberg konnte nicht lange genug warten. Ich selber setze auf Nietzsche.
- Wiederholung. Ich schätze mal, dass eine verbesserte und vom Autor durchgesehene Auflage locker an die 20 bis 30 Seiten kürzer ausfallen könnte, ohne an dieser gelungenen Studie inhaltlich etwas zu streichen. Etwa das Konflikthafte, das in der Diagnose zunehmend an Bedeutung verliert oder das Wegfallen von Normen, Verboten, Dogmen oder die bedeutunsschwangere Heraufkunft des "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" sind Gravitationszentren, derer sich der Autor in immer wieder neuen Formulierungen zu versichern scheint. Man nimmt es in Kauf.
- sehr knapp fallen Recherchen und Schilderungen des modernen Berufslebens aus. Doch der Autor ist problembewusst: "Das Unternehmen ist das Vorzimmer der nervösen Depression geworden." [245] und verweist damit auf "Le culte de la performance" - ein anderer Titel seiner Trilogie über das moderne Individuum. Leider liegt davon keine Deutsche Übersetzung vor.

Perspektive
"Soziologen oder Historiker haben den Menschen nicht vorzuschreiben, wie sie leben oder denken sollen." [279]
Daran hält sich AE weitgehend, darüberhinaus ist Verstehen ohne Perspektive wahrscheinlich unmöglich. AE will die widersprüchlichen Argumente herausarbeiten, die das Bild der Depression prägen. Wenn man dabei immer tiefer dringt, stösst man früher oder später auf philosophische Fragen. "Die Absicht ist also Aufklärung in einem politischen Sinn. Sie zielt weniger auf eine wissenschaftliche Wahrheit, ... Sie (die Psychiatrie) ist eine erstrangige Quelle, wenn man beobachten will, wie sich die Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft verändern."
AE ergreift in all den geschilderten Debatten nur ungern Position, deutet oft nur an oder lässt den Leser darüber rätseln, ob er nun einen weiter oben ziterten Autoren paraphrasiert, oder ob es eigene Statements sind. Mehr oder weniger klar wird immerhin, dass AE die alte französische Phalanx der Metaphysik dem Anachronismus zurechnet, den pragmatisch-utilitaristischen Stil von Peter Kramer und seinen Beipackzettel zu Prozac (Listening to Prozac) mag und dann aber doch froh ist, dass die Wirkungsmacht moderner Antidepressiva noch nicht jenes Mass erreicht hat, das ein gewisser Solomon Snyder schon 1987 vollmundig verkündet hat:
"[dass] neue psychotrope Wirkstoffe mit ausserordentlicher Kraft und Selektivität aufkommen werden ... Mit diesen Medikamenten wird man selektiv die emotionalen Nuancen modellieren können, die heute so fein sind, dass sie sich im Vokabular der Dichter wiederfinden und nicht in dem der Psychiater." [239]
Werden wir diesen Snyder'schen Tag noch erleben? Was wird dann sein? Heute gehen wir vielleicht einmal pro Jahr zur Dentalhygiene, in Zukunft können wir vielleicht gleich noch einen Termin zur Rekalibrierung der Psyche anhängen. Wird das das Ende der Geschichte sein, wird das Subjekt dann endgültig verschwunden sein? Worauf kann sich Gesellschaftskritik dann noch berufen, wenn die Störungen, Leiden und Schmerzen einfach "wegmodelliert" werden?

Fazit
Entstanden ist eine umfangreiche, interessante Auslegeordnung über die Wandlungen des Subjekts, die Problemgeschichte der Psychiatrie, die das Subjektive zu objektivieren sucht, die verschiedenen Akteure, die um die Definitionsmacht dieser verbreiteten Krankheit (Depression) kämpfen und auch einwenig die philosophischen Untiefen, die sich dahinter verbergen. Dass Manches etwas frankozentrisch ausgefallen ist, stört kaum, das meiste davon lässt sich leicht auf andere Mentalitäten übertragen. Für konzentrierte Lesearbeit wird man reich belohnt, man findet in diesem Buch soetwas wie die erste Landkarte eines gerade erst entdeckten Kontinents und wird zum eigenen Denken angeregt.

Man könnte wegen der Wiederholungen 1 Stern abziehen - doch das was nach Abzug der Redundanz noch bleibt, ist immer noch 5 Sterne wert. Also 5 Sterne.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Es sind wahrhaft großartige und erfuhrchteinflößende Worte, die bis heute nichts von ihrer Kraft verloren haben: "Werde, der du bist", rief Nietzsche den Menschen zu und entwarf sein Ideal des selbstbestimmten und schöpfungsfähigen Übermenschen. "Wir sind zur Freiheit verurteilt" verkündete Sartre sechs Jahrzehnte später, um die Verantwortung des Einzelnen in einer an sich sinnlosen Welt zu betonen. Doch ist der Mensch überhaupt zu dieser Art von Freiheit geschaffen? Was passiert, wenn er nicht zum Schaffen geeignet ist und seine Versuche stets als Scheitern erlebt? In seiner weitreichenden Darstellung "Das erschöpfte Selbst" untersucht Alain Ehrenberg die Auswirkungen einer auf Können und Leistung ausgerichteten Gesellschaft auf die sie konstituierenden Individuen.

"Das Recht, sich sein Leben zu wählen, und der Auftrag, man selbst zu werden, verorten das Individuum in einer ständigen Bewegung. [...] Die Grenze zwischen dem Erlaubten und dem Verbotenen schwindet zugunsten der Spannung zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen" (19). Alte Normen, die auf Schuld und Disziplin gründen, haben, so Ehrenberg, ihre sinnstiftende und handlungsanleitende Funktion verloren. Der Einzelne könne nun nicht mehr allein durch das Gehorchen eines vorgegebenen Regelwerks zu einem nützlichen und angesehenen Mitglied einer Gemeinschaft werden. Nein, der neue Mensch müsse etwas Schaffen und sich in ständigen Vertikalspannungen ergehen, um vor anderen und vor allem vor sich selbst bestehen zu können. Und gerade hier liege der Kern für die enorme Zunahme von Depressionserkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten: 'Die Depression zeigt uns die aktuelle Erfahrung der Person, denn sie ist die Krankheit einer Gesellschaft, deren Verhaltensnormen nicht mehr auf Schuld und Disziplin gründen, sondern auf Verantwortung und Initiative. [...] Die Depression ist eher eine Krankheit der Unzulänglichkeit als ein schuldhaftes Fehlverhalten, sie gehört mehr ins Reich der Dysfunktion als in das des Gesetzes" (20). Zum besseren Verständnis unterscheidet Ehrenberg zwischen einer Neurose und einer Depression, in dem er die Neurose als eine "Krankheit des Gesetzes" und die Depression als eine "Krankheit der Unzulänglichkeit" (170) bezeichnet, die sich in einer "Erschöpfung davon, man selbst zu sein" (80) manifestiere.

Was lässt sich gegen diesen Zustand unternehmen? Gibt es überhaupt so etwas wie Heilung? Ehrenberg legt dar, dass Heilung und Glück nicht identisch sind und Heilung auch und vor allem in der Akzeptanz des Leidens liege: "Wohlbefinden ist nicht Heilung, denn Heilung bedeutet, leiden zu können, in der Lage zu sein, das Leiden zu tolerieren. Geheilt sein heißt aus dieser Perspektive nicht glücklich, sondern frei zu sein, das heißt, eine Macht über sich selbst zurückgewinnen" (269).

Die große Frage, warum manche Menschen an Depressionen erkranken und manche nicht, warum Medikamente einigen helfen und bei anderen völlig versagen, kann Ehrenbergs Untersuchung natürlich auch nicht erklären. Das Verdienst des Buches liegt vor allem darin aufzuzeigen, welche gesellschaftlich-kulturellen Entwicklungen in den vergangenen Jahrzehnten sich dafür verantwortlich zeichnen, dass immer mehr und mehr Menschen Opfer dieses Unzulänglichkeitsgefühl werden, welches wir als Depression bezeichnen. Wie schon in den beiden Darstellungen Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne von Hartmut Rosa und Müdigkeitsgesellschaft von Byung-Chul Han spielt auch für Ehrenberg das Phänomen der Beschleunigung eine zentrale Rolle, die maßgeblich für die Überforderung von Individuen mitverantwortlich sei. Für alle, die an dieser spannenden Thematik interessiert sind, bieten diese drei Bücher einen hervorragenden Einstieg.
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