Während des ersten Drittel des kurzen Romans begleitet der Leser Hector bei seiner Sammelleidenschaft, die sich auf Wahlkampfanstecker ebenso erstrecken kann wie auf Seifenschalen. Dass dieses Verhalten krankhaft ist, ist ihm klar - und immer wieder hatte er versucht aufzuhören, ist daran aber gescheitert. Dabei unterstützt ihn die gesamte Belegschaft der Kanzlei, in der er arbeitet, dabei - und nach seinem letzten Rückfall wollte er sich das Leben nehmen.
Aber auch das misslang; 6 Monate in der Klinik wolte er seiner Umgebung aber nicht beichten, also erfand er eine Reise durch die USA. Sein Entschluss, sich in der Bibliothek auf die Fragen der Leute entsprechend zu präparieren ist folgenträchtig: denn hier, vor dem Weltatlas, trifft er auf Brigitte.
Schon nach der ersten gemeinsamen Nacht ist ihm klar: sie ist die Frau seines Lebens. Und sie hat ihn von seiner Sucht geheilt, denn seine Frau ist einzigartig, mit keiner zu vergleichen, jede ihrer Gesten einmalig.
Ein glückliches Leben - bis Brigitte eines Tages vor Hector die Fenster putzt. Dieser Anblick versetzt ihn zurück in die fieberhaften Zeiten seiner Sammlerkarriere; nie wieder soll sie ein Fenster putzen, wenn er nicht zusehen kann, er installiert dafür eigens eine Kamera. Doch was er darauf zu sehen bekommt, entspricht nicht seinen Erwartungen...
... und den Erwartungen des Lesers wird wahrscheinlich auch dieses Buch nicht entsprechen. Der Titel verheißt eine erotische Geschichte, die nur in Ansätzen zum Vorschein kommt. Und der KLappentext spricht von "der wunderbaren Welt der Amèlie", dem Verkaufsargument schlechthin dieser Tage, um versponnene Geschichten an die Leserin zu bringen.
Die Schwerelosigkeit und den herzlichen Charme, den man sich daraufhin versprechen kann, wollte der Autor zwar gewiss herstellen, doch wie immer, wenn man krampfhaft Leichtigkeit zeigen will, misslingt es.