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Er stellt den Leser schonungslos in das Spotlight und zwingt ihn dazu, sich mit sich selbst genau zu beschäftigen. Die Anweisungen haben etwas parolenartiges wie Marschbefehle, aber es gibt keine Kochrezepte, die Personalentscheidern inzwischen nur noch ein müdes Abwinken entlocken.
Yate will, dass wir uns mit Haut, Haaren, Leib und Seele verkaufen. Alles, auch eine vermeindliche Schwäche, lässt sich als Positivum umbiegen und vermarkten. Hierbei legt der Autor eine geradezu verblüffende Gerissenheit an den Tag.
Die Grundzüge dieser Technik lassen sich nach entsprechender Personalisierung durch den individuellen Leser durchaus nutzenbringend anwenden. Du bist gut und stark, Du hast es in der Hand, gehe hinaus und beweise es allen! Das klingt doch sehr amerikanisch. Aber es ist mitreissend und hey, mal ehrlich - wollen wir den bestmöglichen Job oder uns beim Personalmenschen ausweinen?
Überaus nützlich sind die Antwortenvorschläge auf Fragen, von denen man bei grossen Unternehmen mit Standardfragebögen garantiert einige zu hören bekommt. Diese Vorschläge sind den herkömmlichen aus den 08/15-Bewerbungsbüchern aufgrund ihrer Agressivität und Intelligenz haushoch überlegen - die Erfahrung habe ich zumindest gemacht. Das ist für meine Branche (IT, Unternehmensberatung) genau das Richtige.
Für andere Branchen, in denen z.B. mehr auf soziales Engagement Wert gelegt wird, ist dieser Titel m.E. ungeeignet, weil hier eine zu harte Linie gefahren wird. Auch sollte man sich bei aller Selbstdarstellungseuphorie die Frage stellen, ob die vom Autor angepeilten persönlichen Ziele auch die eigenen sind: absolute Leistungsbereitschaft, Karriere, ein Leben für die (nicht mit der) Firmenphilosophie.
Sind aber auch ganz legitime Ziele und vermutlich mehr als normal, aber - wie gesagt - nicht jederfraus/jedermanns Sache. "Schau in den Spiegel und - erkenne Dich selbst". Das sollte man auch vor dieser eher kleineren Investition auf jeden Fall tun.
Gottseidank gibt es auch noch vernünftige Menschen in den Firmen, die ihre fünf Sinne beisammen haben und über Menschenkenntnis verfügen. Wäre ich Personalverantwortlicher und ein Bewerber käme mir mit einem derart vorgefertigten Antwortenrepertoire unter die Augen, wie es Mr. Yate hier anpreist, er könnte von einem Job allenfalls träumen. Das geht wirklich von vorn bis hinten nach dem Schema: "Fragt man sie dies, geben sie jene Antwort" oder "Von dieser Frage gibt es drei Varianten. Hier die drei passenden Antworten". Man könnte glauben, es gehe um die theoretische Führerscheinprüfung und nicht um eine Bewerbung. Meiner Meinung nach gibt es wesentlich bessere Bücher, die den Bewerber zu einer wirklich realistischen Einschätzung seiner eigenen Fähigkeiten und seiner Eignung für einen Job (und auch der Eignung des Jobs für ihn!) anleiten und nicht nur vorgekaute Antworten liefern.
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