"Das elegante Universum" ist mit erheblichem Aufwand produziert worden. Es gibt kaum eine Szene, die nicht durch Tricktechnik unterlegt ist, die keine Darstellung des gerade Erklärten zeigt. Sehr häufig ist das freilich reine Show, wenn etwa Brian Greene von einem Haus springt, nur um zu zeigen, dass er trotz Gravitation und dank des elektromagnetischen Zusammenhalts der Atome nicht durch den Boden in den Erdmittelpunkt fällt. Die Dokumentation arbeitet mit vielen solch groben Übertreibungen, die manchmal sehr fantasievoll sind, wie etwa im Fall des absurden, unwahrscheinlichen "Quantum Café", und manchmal einfach nur überzogen albern, etwa wenn Greene versucht, seinem Hund eine komplizierte Formel zu erklären. Auf jeden Fall bleibt die Miniserie über sämtliche ihrer 150 Minuten hinweg frisch, interessant und unterhaltsam, zeigt immer neue Ideen und Beispiele, um selbst bereits beschriebene Sachverhalte noch einmal anschaulich zu erklären.
Bei aller Albernheit muss man sich so dann doch irgendwann eingestehen, dass dies wahrscheinlich der Weg ist, in dem sich Wissenschaft heutzutage präsentieren muss, will sie den Anschluss zur - welch Ironie - "realen" Welt nicht verlieren, in der man sich elf Dimensionen und vibrierende Energiebänder nun mal kaum vorstellen kann und auch will. "Das elegante Universum" hilft beim grundlegenden Verständnis der schwierigen String-Theorie jedoch ungemein. Umso schöner, dass das Konzept dabei nicht als definitive Lösung verkauft wird, denn neben vielen Fürsprechern der Theorie kommen auch einige ihrer Gegner zu Wort. Das Argument, dass String-Theorie zwar Eleganz besitzt, aber fast unmöglich empirisch zu belegen ist, kann man nur schwer von der Hand weisen - und das macht "Das elegante Universum" auch deutlich.
Wissenschaftlich ist diese Dokumentation so gesehen erfreulich fair und sauber, wenn auch inhaltlich vielleicht ein bisschen zu bunt. Zum Verständnis des Unverständlichen leistet die Serie aber definitiv einen tollen Beitrag.