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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Freundlich kritischer Blick auf die USA, gelegentlich unfreiwillig komisch und auch deshalb sehr köstlich,
Von Georges de Gueule (Abensberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das eingeschossige Amerika: Eine Reiseerzählung (Gebundene Ausgabe)
Ilja Ilf und Jewgeni Petrow waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts populäre Autoren in der UdSSR, die einige Bücher gemeinsam geschrieben hatten. Im Auftrag der Prawda verfassten die beiden Autoren mehrere Reportagen über ihre Reise durch die USA, die später als Buch unter dem Titel "Das eingeschossige Amerika" herausgegeben wurden. Im Rahmen der "Anderen Bibliothek" hat der Eichborn Verlag diese Reportagen zum ersten Mal in einer deutschen Übersetzung vorgelegt.Der Verlag hat sich für zwei Bände in einem Schuber entschieden, die liebevoll gestaltet sind. Die beiden Bände verfügen über einen mit Aluminiumfolie kaschierten Einband in den amerikanischen Nationalfarben rot und blau. Gedruckt ist auf feines Bücherpapier und die Fadenheftung mit roten Fäden ausgeführt. Selbst die Lesebändchen korrespondieren mit den beiden Bucheinschlägen. Allein schon die Aufmachung ist eine Wohltat in einem Ozean von Büchern, die auf schlechtem Papier gedruckt werden. Ilf und Petrow verfügen über etwas Geld aus den Tantiemen für die Übersetzungen ihrer Bücher ins Amerikanische. Mit diesem Geld kaufen sie sich einen mausgrauen Ford und überreden Mr. Adams und seine Frau, die beiden Russen, die weder über einen Führerschein verfügen noch sich die Fahrt auf den amerikanischen Straßen zutrauen, zu begleiten. Die Eheleute Adams, die zwei Monate lang ihr Kleinkind in New York zurücklassen, sind leicht überzeichnete Karikaturen realer Figuren, die in Wahrheit die beiden Russen begleiteten. In zwei Monaten reisen die vier über Chicago nach San Francisco und Hollywood und von dort teilweise entlang der mexikanischen Grenze und durch die Südstaaten über Washington zurück. Sie nutzen jede Möglichkeit, Anhalter mitzunehmen und von diesen über das Leben in Amerika zu lernen. Höhepunkte sind die Besichtigung der Ford-Werke und eine persönliche Unterredung mit Henry Ford sowie "Das elektrische Haus des Mr. Ripley". Natürlich gehört das Haus nicht Herrn Ripley selbst, dieser ist ein Public Relations Manager von General Electric. In dem Haus wird gezeigt, was bereits in den dreißiger Jahren alles an Komfort mit Hilfe elektrischen Stroms möglich war. Interessant für uns Heutige ist die Tatsache, wie wenig von diesen Möglichkeiten später umgesetzt wurde. Dies sollte unsere Skepsis bezüglich der Umsetzung all der technischen Möglichkeiten, die heute vor uns liegen, wachhalten. In den Dreißigern gab es noch keinen Kalten Krieg und das Verhältnis zwischen der UdSSR und den USA war sicherlich entspannter. Die beiden Autoren gehen vorbehaltlos und mit großer, naiver Begeisterung an ihr Werk. Immer wieder loben sie den hervorragenden Zustand der amerikanischen Straßen und den scheinbar jedem Amerikaner in Mark und Bein übergegangenen Servicegedanken, den sie in der UdSSR so schmerzlich vermissen. Des Öfteren sind sie erstaunt über die großzügige Hilfsbereitschaft von Einheimischen, die sie auf ihrer Reise kennenlernen. Einmal transportieren sie einen verunglückten mexikanischen Migranten, der partout nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden möchte, über eine längere Strecke in sein Dorf, welches überwiegend von weiteren Mexikanern bewohnt wird. Ein Amerikaner heftet sich mit seinem Auto an ihre Fersen und erklärt nach Übergabe des Verletzten an seine Verwandten, dass er den Vieren nur deshalb gefolgt sei, um ihnen zur Seite zu stehen, falls die mexikanischen Bürger die Hilfsbereitschaft der Eheleute Adams und der beiden Russen missverstanden hätten. Ilf und Petrow sind hervorragende Beobachter und mich erstaunt, wie viele Parallelen es noch zu den heutigen Amerikanern gibt. Gelegentlich klingen auch kritische Töne an. Diese sind aber so gut wie nie ideologischer Natur. Die beiden Autoren haben einen witzigen Stil und bringen manche Eigenheit der Beobachteten elegant auf den Punkt. Wer gerne Reisebeschreibungen liest, sollte sich diese beiden Bände nicht entgehen lassen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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