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Das einfache Leben
 
 
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Das einfache Leben [Gebundene Ausgabe]

Ernst Wiechert
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 332 Seiten
  • Verlag: Desch (1953)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0000BPE5J
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 281.410 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ernst Wiechert
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dieser Roman erzählt die Geschichte eines Mannes, der, zurückgekehrt aus dem Ersten Weltkrieg, seine Lebenskrise durch ein Dasein im Einklang mit der Natur und eine Haltung der Entsagung überwindet. Thomas von Orla wird Fischer an den Masurischen Seen. Die ländliche Idylle und die Freundschaft mit der jungen Marianne sowie dem Grafen Pernein helfen ihm, das Trauma des Krieges zu meistern. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenportrait

Ernst Wiechert, geboren am 18.05.1887 (Kreis Sensburg, Ostpreußen) und gestorben am 24.08.1950 (Rütihof am Zürichsee), studierte in Königsberg, war bis 1933 im höheren Schuldienst tätig und ließ sich danach als freier Schriftsteller in Bayern nieder. Sein dichterisches Werk ist geprägt durch die Schwermut seiner ostpreußischen Heimat und das Erlebnis des Ersten Weltkriegs, an dem er als Offizier teilnahm. Wegen Widerstands gegen den Nationalsozialismus wurde er 1938 verhaftet und für einige Monate ins KZ Buchenwald gebracht. Nach dem Krieg siedelte er in die Schweiz über und hielt Gastvorlesungen in den USA. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch thematisiert die Frage nach dem Wesentlichen im Leben. Thomas von Orla, ein desillusionierter Überlebender des Ersten Weltkrieges, will einen Sinn für sein Leben finden. Nachdem er in einem Psalm die Worte "Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz" gelesen hat, beginnt er ein neues Leben als Fischer in Masuren, dem zur Entstehungszeit des Romans (1930/31) wohl einsamsten Winkel Deutschlands. Das "neue Leben" ist anfangs sogar wörtlich zu verstehen, denn zunächst erfährt Orlas neue Umgebung nichts von seiner wahren Identität.
Die Geschichte über Orlas einfaches Leben innerhalb einer hermetischen kleinen Gemeinschaft, in der jeder genau seinen Platz hat, wirkt allerdings allzu verklärt. Die wenigen anderen Figuren sind zwar liebevoll charakterisiert, wirken jedoch alle ein wenig statisch, streng eingefügt in eine Hierarchie, die höchstens unbefriedigte Außenseiter bezweifeln dürfen.
Die idyllische Insel, auf der Orla nun lebt und die deutlich auch auf die "Insellage" dieses Romans und seiner Protagonisten hinweist, kann vielleicht als Eingeständnis des Autors gewertet werden, dass der in "Das einfache Leben" propagierte Eskapismus nicht die einzig mögliche befriedigende Lebensform sein kann. Man kann allerdings auch umgekehrt folgern, dass Wiechert hier prinzipiell größere, unüberschaubare und "ungeordnete" Gesellschaften, wie dies moderne Staaten nun einmal sind, ablehnt.
Für heutige Leser schwer nachzuvollziehen dürfte Wiecherts national orientierte Weltanschauung sein, die sich im Roman klar erkennen lässt und die in ihrer Verklärung der Natur und der Ablehnung hauptstädtischer "Dekadenz" dem Nationalsozialismus nahezustehen scheint. Tatsächlich aber hatte Wiechert sich scharf von den Nationalsozialisten distanziert und kam 1939 zeitweilig ins KZ. (Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass seine rigorose Ablehnung der "Dolchstoßlegende" zu Anfang des Romans bei den Nazis Wohlgefallen erregte,.)
Im Gegensatz zu den ein wenig allzu edlen Protagonisten sind Wiecherts Naturschilderungen sehr eindrucksvoll; viele dieser Passagen lesen sich wie Beschreibungen von Landschaften expressionistischer Maler und dürften heutige Leser genauso beeindrucken wie die Zeitgenossen.
Veraltet ist der Roman jedenfalls nicht, trotz all seiner Schwächen. Vielleicht ein wenig altmodisch, das schon. Aber nicht veraltet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unbedingt lesenswert 12. März 2011
Format:Gebundene Ausgabe
"Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz". Einer der Schlüsselsätze dieses Buches.
Korvettenkapitän Thomas von Orla, die Hauptfigur, kehrt nach traumatisierenden Erfahrungen während des 1. Weltkrieges nach Hause zurück, wo er sich nicht mehr dem gesellschaftlichen Leben anpassen kann. Er verlässt seine Frau und seinen kleinen Sohn und begibt sich zu Fuße auf die Suche nach einem Ort, an dem er in Frieden leben kann. Diesen findet er auf einer kleinen Fischerinsel eines Sees in Ostpreußen, wo er zunächst alleine, dann zusammen mit einem seiner ehemaligen Matrosen, in Abgeschiedenheit ein bescheidenes zufriedenes Leben führt. Er arbeitet im Dienste eines alten, knochigen, ihm sehr zugeneigten Generals und findet in der Arbeit in der Natur die Erfüllung.
Die kleine Enkelin des Generals fühlt sich bereits als Kind sehr zu Orla hingezogen. Zwischen beiden entsteht bals eine fast märchenhafte Seelenverwandtschaft. Als junge Frau verliebt sie sich später in ihn, auf Grund des Altersunterschiedes geht er auf diese Liebe nicht ein.
Das Verhältnis zu seiner Frau bleibt ein entferntes, vor ihrem Tod nähern sucht sie seinen Kontakt. Orla's Sohn strebt seinem Vater nach, seine Bewunderung für den Vater wandelt sich später um in Entfremdung. Er schlägt ebenfalls die Marinelaufbahn ein, allerdings ohne von dessen Erfahrungen profitiert zu haben. Das nahende Unheil durch die neue politische Situation wird angedeutet.
Ein wunderbares Buch in einer unbeschreiblich schönen und bildhaften Sprache, wie man sie nur sehr selten findet.
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Außergewöhnlich 20. April 2012
Von Folkie
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Die Handlung des Buches "Das einfache Leben" von Ernst Wiechert wurde bereits in anderen Bewertungen umrissen. Aber das vielschichtige Werk hat außer dem interessanten (stellenweise faszinierenden) Schicksal eines Menschen auf der Suche nach einem neuen Sinn in seinem Leben viel zu bieten.

Wiechert ist ein Meister der Sprache, die präzise und zugleich sensibel ist. Die Narration ist langsam, passt zum gemächlichen Rhythmus der Geschichte und fesselt trotzdem den Leser. Wiechert beschreibt gekonnt Gedanken, Eindrücke und Gefühlszustände, die man ggf. für nonverbal gehalten hätte. Seine Beschreibungen der Landschaft und der Naturwelt Ostpreußens suchen ihresgleichen.

Das Buch ist nicht nur intelligent, sondern auch weise. Die Fragen nach dem Sinn des Lebens, der zwischenmenschlichen Beziehungen, des Glaubens oder der Religion sind auch ein wichtiger Bestandteil der Handlung, wobei die Gedankengänge die Pfade der offiziellen Theologie oft verlassen und zum Nachdenken zwingen. In dem Sinne ist das Buch alles andere als konservativ.

Und schließlich ist es eine Beschreibung der nach 700 Jahren Existenz untergegangenen Welt des alten Ostpreußens, der Heimat Ernst Wiecherts. Diese Landschaft - teilweise samt Architektur - hat das Inferno von 1944/45 zwar überstanden, aber die alte Zivilisation und die Kultur dieser Provinz hat nur in der Kunst überlebt, auch in den Büchern von Ernst Wiechert. Insofern ist "Das einfache Leben" eine bewegende Zeitreise nach Masuren der 20er Jahre, mit seinen Menschen und mit der noch damals intakten Natur.

Fazit: unbedingt lesen - und es genießen!
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