| ||||||||||||||||||
Produktinformation
Möchten Sie die Produktinformationen aktualisieren oder Feedback zu den Produktabbildungen geben?
Ist der Verkauf dieses Produkts für Sie nicht akzeptabel? |
Moleküle, die als Replikatoren sich selbst kopieren konnten, waren die notwendigen Erfindung, um die Selektion in Gang zu setzen. Ein extrem unwahrscheinlicher Zufall auf den ersten Blick. Rechnet man allerdings in Jahrmillionen arbeitet die Statistik eher für ein solches Ergebnis.
Die Aggregate wurden komplizierter, legten sich Hüllen zu und schlugen verschiedene Wege ein. Die so entstandenen Überlebensmaschinen erreichten irgendwann den Zustand knapper Ressourcen und die natürliche Auslese begünstigte Effizienz.
Nach den notwendigen einführenden Kapiteln kommt es zur Betrachtung des Kernthemas, das egoistische Gen. Ein Gen das fremde Gene zu verdrängen versucht und das verwandte Gene begünstigt. Zum Beispiel in Form von Altruismus gegenüber Verwandten und besonders zu den eigenen Kindern.
Nach Dawkins Ausführungen sind die Gene die eigentlichen Macher auf diesem Planeten. Pflanzen, Tieren und auch Menschen sind lediglich die Überlebenshüllen der unsterblichen Ur-DNA. Dieser Gedanke ist schon extrem und gewöhnungsbedürftig. Die Aussagen und Beispiele dazu leisten gute Überzeugungsarbeit. Die radikale Idee hat außergewöhnlich schnell ihren seriösen Platz in den Regalen der anerkannten Wissenschaften gefunden. Leider ist ihr ein breites öffentliches Interesse bisher versagt geblieben. Diese Idee so über unsere Gene zu denken, gehört in die Schulbücher und sollte auch zur Pflichtlektüre eines jeden Biologiestudenten gehören.
Das Buch enthält neben einem kurzen übersichtlichem Inhaltsverzeichnis, ein gutes Literaturverzeichnis mit weiterführender Literatur und einen nützlichen Index. Etwas umfangreich mit einhundertzehn Seiten schlagen die Nachbemerkungen zu Buche.
Der eine Teil dieses Buches handelt von Realitäten, die uns alle angehen, nämlich denen des tierischen und menschlichen Verhaltens - Eltern-Kind-Beziehung, Sexualität, Feindschaft, Kooperation, usf. - und baut eine schlüssige Theorie dieser Realität auf, in welcher, anders als in den meisten Philosophien, Religionen und alternativen Theorien, der Begriff "Individuum" nicht gebraucht wird, sondern ebenso nutzlos ist wie im obigen Beispiel "Aufenthaltsort+Geschw." in der Quantenmechanik - eine Schlussfolgerung aus Darwin's Evolutionstheorie, welche dem Buch seinen revolutionären Touch verleiht.
Stattdessen wird die Theorie auf dem Begriff "Gen" - einer Art im Medium DNA kodifizierten Programm - aufgebaut, welches seine Umwelt ( im weitesten Sinne: Das "Individuum" ist auch "nur" noch Umwelt ) so modifiziert, daß die Wahrscheinlichkeit seiner Replikation maximiert wird.
Der zweite Teil führt die "klassischen" Individuen wieder ein, die unter bestimmten engen Vorraussetzungen durchaus auch "Spielgemeinschaften" bilden könn(t)en, in welchen die Durchführung ihres Programmes nicht Leid, Tod, Krieg etc. für sie bedeutet.
Dawkins weist darauf hin, daß Menschen auch durch nicht in DNA kodierte Programme gesteuert werden (Meme nennt er diese), welche denselben evolutionären Gesetzmäßigkeiten unterliegen wie die in Genen kodifizierten Programme - es läßt einen ein bißchen für Popper's Vorschlag "Laßt unsere Theorien sterben, nicht uns an unseren Theorien." bangen.
Fazit: Der kühle und klare Reduktionismus, welcher einem aus diesem Buch entgegenweht, ist erfrischend. Das Buch ist spannend zu lesen und öffnet einen Blick auf Darwin's Theorie, der diese erst richtig verständlich macht.
|
|
|