Julia Born liefert ein Hand- und Arbeitsbuch, um online unterstützte Lernangebote in Aus- und Fortbildungen zu konzipieren und zu begleiten. Sie möchte einen handlungsorientierten Leitfaden bieten, wie der Leser selbst in einer virtuellen Lernumgebung Inhalte und Kompetenzen vermitteln kann. Das Buch soll dabei als Teletutor oder Online-Moderator angesehen werden, um alle Herausforderungen meistern zu können. Es ist als Schritt-für-Schritt-Anleitung für diejenigen gedacht, die selbst Seminare konzipieren und leiten wollen. Auf lerntheoretischer Grundlage und mit Hilfe didaktischer Analyse soll der Leser befähigt werden, Online-Bildungsangebote zu entwickeln, zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
Julia Born vermittelt in den ersten Kapiteln zunächst Grundlagen über den Lernprozess und über Kommunikation. Dabei macht sie deutlich, welche Besonderheiten, Vor- und Nachteile beim E-Learning existieren und gibt Hinweise, wie damit umgegangen werden sollte. Sie stellt die möglichen Kommunikationsformen im Internet vor und bringt Vorschläge, wann welche Form am besten eingesetzt werden sollte. Weiterhin greift sie die Fähigkeiten auf, über die die Teilnehmer verfügen müssen, um erfolgreich Online-Lernangebote nutzen zu können und reißt an, wie die Lehrenden diese Kompetenzentwicklung unterstützen können.
Bevor sie auf die Wichtigkeit des Moderators zu sprechen kommt, erklärt sie dem Leser anhand des Gruppenformungsprozesses, wie sich Teams generieren und zeigt, wie wichtig gerade in dieser Lernform Teamarbeit ist. Sie widmet den Aufgaben des Moderators anschließend zwei eigene Kapitel, in denen sie auf die Fähigkeiten des Moderators eingeht und diesen Ratschläge an die Hand gibt, wie eine kooperative Teamarbeit funktionieren kann. Deutlich wird schnell, dass Fachwissen, wie es bei Lehrenden im üblichen Sinne im Vordergrund steht, nicht ausreicht.
Der versprochene Leitfaden für die Entwicklung einer Lernplattform folgt in den Kapiteln 8 bis 11. Schrittweise beginnt hier die Konzeption von Online-Lernangeboten. Dabei wird dies als ein möglicher Vorschlag verstanden. Julia Born verdeutlicht, wie mit Hilfe der didaktischen Analyse und Planung ein grundlegendes Konzept erstellt werden kann, wie dieses konkretisiert wird und welche Entscheidungen zur Strukturierung, Betreuung und zu speziellen Lernaktivitäten getroffen werden müssen. Auch die folgende technische Umsetzung wird von der Autorin behandelt, genauso wie die laufende Betreuung der Lernenden und der Inhalte. Dabei steht Teamarbeit von Seiten der Lehrenden im Vordergrund, da neben diesen auch Techniker und andere Kollegen (wie Experten oder Hilfskräfte im Sekretariatsbereich) mitwirken sollten.
Um eventuelle Defizite an einer bereits erstellten Lernplattform zu erkennen, gehört die Phase der Auswertung neben den anderen Phasen (Planung, Vorbereitung, Durchführung) für die Autorin ebenfalls zur Konzeption, sodass auch die Evaluierung näher behandelt wird.
Julia Born gelingt es, gerade mit dem "Fahrplan für die Durchführung" , der kurz die wichtigsten Fragen jeder Phase beinhaltet, einen klar strukturierten und kurzen Überblick zur Erstellung von online unterstützten Lernangeboten zu geben. Daneben veranschaulicht sie sehr deutlich die verschiedenen Gesichtspunkte, die bei der Konzeption bedacht werden müssen. Kommunikation und Kooperation zwischen allen Beteiligten stellt sie in den Mittelpunkt und lässt den Leser nicht mit seinen Fragen allein, sondern gibt zahlreiche Tipps, wie verschiedene Probleme gelöst bzw. umgangen werden können. Auch wer bisher keine Gruppen begleitet hat, hat nach diesem Buch zumindest des theoretische Wissen, was es als Moderator zu beachten gibt und welche Fähigkeiten man selbst mitbringen oder sich erwerben sollte.
Durch die Orientierung an der religionspädagogischen Plattform rpi-virtuelln.net wird die Lektüre praxisnäher, denn anhand der Entwicklung und Begleitung dieser Plattform werden theoretische Grundlagen oftmals durch Beispiele und eigene Erfahrungen untermalt und dem Leser noch verständlicher gemacht.
Wer selbst eine Online-Lernplattform entwickeln möchte, kann sich aus diesem Buch viele Ratschläge holen. Ein Konzept ist damit zwar längst noch nicht entwickelt, aber Herangehensweisen werden klarer und viele auftretende Probleme können von vornherein ausgeschlossen werden.