Das Buch handelt von einem Schriftsteller, Denton, der einen Mord an einer Prostituierten verfolgt. Den Hinweis dazu hat er von einem Mann namens Mulhcahy, welcher eines Nacht zerstreut in sein Haus gestürmt kommt und von dem Mord berichtet. Nun geht die Jagd nach der Leiche, dem Mörder und Mulcay selbst los. Hinzu kommt, dass Denton sich gerade in einer Schreibkrise befindet und somit auch in Geldnöten steckt.
Doch die vermeindliche Jagd entpuppt sich als langweiliges Verwirrspiel. Nicht nur, dass der Reiz der Geschichte völlig fehlt. Wir haben eine Hauptperson, zu der der Bezug nicht ausreichend hergestellt wird. Er wird als Schriftsteller beschrieben, ein Beruf, welcher schon in zig Büchern gewählt wird, und immer wieder befinden sich die Autoren in einer Schreibkrise. Doch in diesem Buch kommt dessen Hingabe zur Schriftstellerei nicht einmal rüber, die Versuche von Denton, aus seiner Sinnkrise zu kommen, können nicht überzeugen. Wir können uns nicht in ihn hinein versetzen und zweifeln teilweise an seinen Handlungen. Hinzu kommt, dass der historische Hintergrund in keinster Weise zum Ausdruck kommt. Der Roman könnte genauso gut in der heutigen Zeit spielen, der Autor bräuchte kaum etwas ändern. Er verfehlt völlig, den Schrecken und die Hässlichkeit des 19./20. Jahrhunderts im grauen und dreckigen London darzustellen, so wie wir es aus vielen historischen Romanen, welche in dieser Zeit spielen, kennen. Es fehlt einfach die Graumsamkeit des damaligen Londons, die Gleichgültigkeit und die Unpersönlichkeit, die diese Stadt ausstrahlte, um diesen Roman in die Spalte "Historischer Kriminalroman" einordnen zu können.
Dazu kommt eine langweilige Handlung, Protagonisten, welche unsympathisch und Fehl am Platz wirken, und, wie so oft, ein viel zu schnelles und verwirrtes Ende. Viele Teile von Dentons Ermittlungen wirken einfach aus der Luft gegriffen und einige Rückschlüsse können nicht nachvollzogen werden.
Für alle diejenigen, welche mit spannenden Erzählungen wie "Der Totensammler" von James McGee oder den Büchern von Clare Clark verwöhnt wurden und sich, wie ich, auf weitere Romane aus dem ehemaligen London freuten, werden in diesem Buch nicht den erhofften Erfolg finden.