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Das dritte Prinzip [Taschenbuch]

Norbert Krüger
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

2002
Für jeden kommt irgendwann der Tag, an dem er sich sieht, wie er wirklich ist. An diesem Tag stirbt die Selbstgerechtigkeit. Auf dem Weg von Hamburg zu seiner Pariser Wohnung lernt der Filmkritiker Stephan die junge Studentin Suzanne kennen. Nur langsam kommt er hinter ihr düsteres Geheimnis: drei Jahre zuvor wurde sie während eines Korfu-Urlaubs von einem ortsansässigen Maler vergewaltigt. Für Stephan, der das Leben bisher von seiner leichten Seite genommen hat, bricht die Wirklichkeit unvermittelt in seinen Alltag ein. In seiner Verwirrung sucht er Antworten auf die drängendsten Fragen: Wie soll er mit der zutiefst verletzten Suzanne umgehen? Was kann er dieser Untat entgegensetzen? Aber auch: Was treibt einen Mann dazu, das Leben einer Frau derart sinnlos zu zerstören? Entschlossen macht er sich auf die Suche nach dem Vergewaltiger. Doch die Begegnung verläuft vollkommen anders als erwartet...

Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Books on Demand Gmbh (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3831132216
  • ISBN-13: 978-3831132218
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.212.196 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut lesenswert: Das dritte Prinzip 28. Oktober 2002
Format:Taschenbuch
Was macht jemand, der auf der Suche nach Nähe die Zähne ausbeißt ? So geht es
dem Journalisten Stephan mit der Frau seines Herzens. Es ist das langsame
Wachsen einer zunächst spröden Beziehung - aber er stößt immer wieder auf
Mauern.

Mauern, die gebaut sind aus Selbstschutz - und die eine einstmals fröhliche
junge Frau so verändert haben, daß sie sich nur noch um Unauffälligkeit bemüht.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, macht er sich auf nach Griechenland. Ohne
ein Konzept, aber mit dem Wunsch, den Menschen zur Rede zu stellen, dessen
Schatten sich über seine Freundin - und damit auch über ihre Beziehung - gelegt
hat.
Es ist eine Mischung von Haß und Neugier, die ihn treibt.
Völlig unverständlich, völlig undenkbar für ihn, warum ein Mann mit einer Frau
so umgehen sollte, wie es passiert ist.
Als er schließlich selber in eine ähnliche Situation kommt, wandelt sich die
Undenkbarkeit in ein Erschrecken vor dem, was selbst in ihm steckt.

Unterscheidet er sich eigentlich so sehr von seinem Kontrahenten?
Stephan macht eine Wandlung durch, die er sich nicht hätte träumen lassen. Und
er merkt, dass die Theorie - was nicht sein kann - und die Praxis - was dann
doch ist - reichlich weit auseinander liegen können...

Prädikat: Lesenswert!
Der Autor nimmt den Leser mit auf eine eher ungewollte Selbstentdeckungsreise.
Besonders gut gelungen ist dabei die Nähe zur Gedankenwelt der Hauptfigur. Diese
enge gedankliche Begleitung läßt den Spannungsbogen gelingen. In die nicht
wenigen Weichenstellungen wird der Leser einbezogen - er kann sich
identifizieren mit: "Mach' das bloß nicht, Mann!" oder "An deiner Stelle würde
ich genau so (oder - würde ich anders) handeln." Schade ist, daß die
Freundschaft, die Auslöser der Reise war, über den Erlebnissen völlig an den
Rand gerät. Und daß auch offen bleibt, ob sich das alles gelohnt hat... (aber
vielleicht kommt es gar nicht darauf an ?)

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das dritte Prinzip (Taschenbuch) 11. Mai 2011
Von Liv
Format:Taschenbuch
Norbert Ktügers Stil liest sich flüssig und so realistisch, dass man Lust bekommt, die Kaffeetasse auf den Tisch zu knallen und zu erklären: 'Ich bin dann mal für einen Kurztrip weg nach Paris respektive Hamburg.' Der Autor fesselt seine Leser mit originellen Bildern, und es gelingt ihm, mit wenigen Worten Atmosphäre zu schaffen. Gekonnt führt er seine Leser in die Tiefen eines problematischen Themas, lässt ihnen dabei aber genug Raum für eigene Überlegungen und Gedanken. Muss man als Frau in jedem Mann die potentielle Bestie sehen? Treffend schildert er die Schuldzuweisungen und Vorverurteilungen der Gesellschaft, einfühlsam die Verletzlichkeit der Frau und die Folgen, die die ihr angetane sexuelle Gewalt für sie und ihren neuen Partner hat. Doch was wenn sich ihr Partner als Narziss entpuppt, der nur vordergründig aus edlen Motiven zum Rächer mutiert?
Der zweite Teil des Buches, der auf Korfu spielt und wieder viel Detailwissen zeigt, befasst sich kaum mehr mit der eindrucksvoll geschilderten Beziehung zwischen einem Liebespaar, das vor einer großen Herausforderung steht, sondern mit der Befindlichkeit eines narzisstischen Protagonisten, der mit der Kränkung, die ihm durch die Vergewaltigung der Partnerin angetan wurde, nicht fertig wird und grandios untergeht, ohne überhaupt zu begreifen warum.

Die vielen Anspielungen und Literaturzitate machen das Buch für jeden, der mit Literatur oder Musik zu tun hat, zu einem Genuss.
Eindeutig: Kaufempfehlung
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Müssen Männer vergewaltigen ? 25. Juni 2003
Von WoGo VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Stephan, der bewusst französische Lebenskünstler mit kargem Filmkritiker-Einkommen, lernt die spröde Suzanne kennen und schätzen. Trotz langwieriger Versuche gelingt es ihm kaum, sich der jungen Dame seelisch und körperlich zu nähern. Die wurde nämlich auf einer griechischen Insel vergewaltigt, wie sie nach einiger Zeit erzählt.
Stephans heile Welt samt innerer Sicherheit gerät dadurch ins Wanken, kannte er doch leidende Opfer bislang nur virtuell durch Film oder als gedankliches Konstrukt, nicht im wirklichen Leben. Als moralisch empörter Frauenversteher begibt er sich nach Korfu, um Suzanne zu rächen und die Welt zu heilen, in der der (oder das) Böse bestraft wird. Die Reise bietet ihm eine Fülle von Möglichkeiten, seine hohen moralischen Anforderungen an Andere mit eigenen Taten und Untaten in Einklang zu bringen. Oder eben auch nicht.
Zu den Stärken des Autors Norbert Krüger gehören die Beschreibungen zwiespältiger Gefühle und pittoresker Örtlichkeiten. Sehr schön und gut nachvollziehbar werden Widersprüche zwischen korrektem Gedankengut und unkorrektem Handeln herausgearbeitet. Der Protagonist spürt den Gegensatz überdeutlich und vermag sich doch nicht zu wehren. Man fühlt, wie ihm seine Vorstellung der Welt und der eigenen Person entgleitet.
Eher schwach sind Passagen, in denen etwas passiert, weil die Aktionen zu offensichtlich als Vehikel für Gedankenkaskaden dienen sollen. So auch die Schilderung der Vergewaltigung selbst - etwas mehr als 5 Sekunden Gegenwehr und die Frage ‚Was ist denn in Dich gefahren ?' mit unverzüglicher Schicksalsergebenheit hätte es schon sein dürfen.
Das Buch ist umweht vom Charme der 70er Jahre des vergangenen Säkulums, Frauen wurden als die gut handelnden Menschen entdeckt und Männer als Täter mit bösartigen Penetrationsgelüsten.
‚Das dritte Prinzip' fährt auf dieser Schiene: Wenn Frau bei Mann einzieht oder sich gar unbekleidet zu ihm ins Bett begibt, sind sexuelle Begehrlichkeiten des Kerls natürlich unstatthaft. Frau kann schließlich erwarten, dass ihr Opferstatus erahnt wird und außerdem sind doch alle Männer irgendwie Vergewaltiger.
Stephan, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, hat das so verinnerlicht und hinterfragt Suzannes Vergewaltigung und Verhalten nicht. Das erinnert an frauenbewegte Forderungen, die eine Bestrafung eines Täters auf die bloße Behauptung des Opfers hin verlangten, denn Frauen würden in diesen Angelegenheiten nicht die Unwahrheit sagen. Stephan findet es auch nicht seltsam, dass einer vergewaltigten Frau nichts Besseres einfällt, als sich für eine Mitfahrgelegenheit einen unbekannten Mann auszusuchen ...
Die auf den ersten Blick leichte Lektüre hinterlässt den Leser nachdenklich, nicht zuletzt wegen der brachial winkenden Symbole aus Musik und Filmzitaten nach dem Motto: Jetzt lies' doch mal das Hintergründige zwischen den Zeilen !
Vielleicht steckt ja doch nicht in jedem Manne ein Vergewaltiger, aber ‚Das dritte Prinzip' regt an, einmal das eigene Verhalten an dem zu messen, was man für gut und böse hält. Eine Lösung fehlt, was mich unbefriedigt gelassen hat. Aber vielleicht sollte man Befriedigung nicht gerade von einem Buch mit der Thematik ‚Vergewaltigung' erwarten. Krüger erreicht mit dem Buch, was er möchte: Der Leser denkt nach, selbst wenn er eigentlich nicht will (ich wollte nicht!) und sich für einen Gutmenschen hält. Lesenswert !
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