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Das bleiche Herz der Revolution: Roman
 
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Das bleiche Herz der Revolution: Roman [Gebundene Ausgabe]

Sophie Dannenberg
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 1., Aufl. (10. August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342105830X
  • ISBN-13: 978-3421058300
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 466.714 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Annegret Kunkel
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Bevor Agathe Caspari sich an der Blutbuche erhängt, schnürt sie ein Paket. Sie sitzt in ihrer guten Stube, und vor ihrem Fenster stehen die Alpen „wie eine zerknüllte Zeitung“. Agathe Caspari ist eine Überlebende auf dem Absprung -- einstmals begeisterte Teilnehmerin der 68er-Revolte, deren Wirken und Wollen das Bild der Bundesrepublik und ihrer Bewohner verändert hat. Jetzt sind die Casparis im Herzen des Kapitalismus der bayerischen Provinz angekommen: allen voran Agathes Mann Emil, der inzwischen zum Vorsitzenden des Miesbacher Jagdvereins St. Hubertus avanciert ist und sich den Geruch fremder Frauen vom Körper duscht, bevor er wieder in die Firma geht. Lange wusste Agathe sich nur mit Alkohol zu helfen; jetzt hilft scheinbar nur noch der Strick.

Dramatisch und teils subtil grausam geht es zu im Debütroman Das bleiche Herz der Revolution von Sophie Dannenberg. Mehr noch als die Eltern aber interessieren die Autorin die Nachgeborenen, allen voran Kitty Caspari, die mit den zerbrochenen Träumen der 68er groß geworden ist und an ihren antiautoritär gemeinten Erziehungsmethoden fast zerbrochen wäre. Für ihren Vater Emil gehört Kitty zur Generation „fortschrittlicher Menschen, stolzer Besitzer eines selektiven Gedächtnisses, ohne Neugier, ohne Mitleid, ganz und gar gnadenlos“. Etwas ähnliches denken die Kinder der Kinder von Marx und Coca-Cola über ihre Eltern auch.

„Meine Kinder, ja doch, die kennen meine Geschichte“, sagt Emil Caspari einmal im Roman; „aber es ist nicht ihre“. Mit Das bleiche Herz der Revolution hat Sophie Dannenberg diese Geschichte der nächsten Generation nun erzählt. Satirisch und traurig zugleich. -- Isa Gerck

Kurzbeschreibung

Eine Auseinandersetzung mit den 68ern aus der Sicht Ihrer Kinder. Dies ist der erste Roman über 68 aus diesem Blickwinkel. All die großen Projekte wie antiautoritäre Erziehung, Emanzipation, freie Sexualität werden von Grund auf in Zweifel gezogen.

Im Mittelpunkt steht Kitty Caspari, Tochter eines 68er Paares der ersten Stunde. Was als freiheitliche Erziehung gedacht war, entwickelt sich zur seelischen Demütigung des heranwachsenden Mädchens. Doch Kitty geht ihren Weg. Zweite Hauptfigur ist Hieronymus Arber, auf dem Höhepunkt der Revolte Assistent am Frankfurter Institut. Um ihn arrangiert sich eine akademische Intrige und ein weltberühmter Mord. Auch die Kriegsgeneration nimmt der Roman in den Blick und fragt nach den historischen Gründen für den Aufruhr in den 60er Jahren. Das bleiche Herz der Revolution betrachtet 68 von innen: es stellt sich auf die Seite der Schwachen und demontiert Autoritäten, nur daß in diesem Fall die Autoritäten die 68er sind.


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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Bittere Erkenntnis, 24. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Das bleiche Herz der Revolution: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein trauriges Buch. Ein ernsthaftes Buch. Ein wichtiges Buch.
Eine junge Autorin beschreibt die Opfer der 68 Generation- mit erstaunlicher Kenntnis der damaligen Szene an der Frankfurter Uni. Was hebt dieses Buch aus den diversen Lebensberichten von Röhl, Rabehl, Koenen, Mahler, Schütt etc. heraus? Es sind zwei Kapitel, die mich nicht mehr losgelassen haben: einmal der Versuch des ( letztendlich auch von den 68ern erledigten fiktiven Professors Arber), im Jahre 2004 auf einem Soziologenkongreß die Lebensgeschichte von Kitty, einem Kind der 68er Eltern, als Beispiel für die Zerstörungen einer " utopischen" Jugendrevolte zu präsentieren. Er kommt gar nicht zu Wort, die damaligen Krawallstudenten sind etablierte und fette Professoren geworden, aber die Taktik ist die gleiche geblieben: totschweigen, nicht zu Wort kommen lassen, und dabei schon im Vorfeld die Entscheidung zu treffen, wer am Diskurs teilnehmen darf und wer nicht. Selten habe ich heutige Wirklichkeit besser dargestellt gelesen wie in diesem Kapitel. Und dann der Höhepunkt: die Autorin lässt Kittys Großvater zu Wort kommen- ohne jede moralische Arroganz, dafür aber mit einer heutzutage seltenen Einfühlsamkeit: ein alter Mann spricht am Ende seines Lebens aus, was ihm jahrzehntelang verwehrt wurde zu sagen, was verzweifelt kompensiert werden musste, und das unter erheblichen Opfern: Flucht aus Ostpreußen, das Erlebnis der Vergewaltigung der Mutter und der Ermordung des Vaters durch russische Soldaten, das unsagbare Grauen der Flüchtlingstrecks, die von russischen Tieffliegern angegriffen wurden. Das ist Zeitgeschichte, bei der ich mich fassungslos fragte, wie schafft es eine junge Autorin, gegen den Zeitgeist einfach die Geschichte der Opfer zu erzählen? Großartig, beeindruckend , erschreckend.
Der Rest des Buches mag für historisch Interessierte ein hübsches Suchspiel sein ( ist das nun Horst Mahler oder Otto Schily, war Adorno wirklich so in Frankfurt,telefonierte Habermas wirklich die ganze Zeit....) oder mag auch eine Fundgrube für Psychologen sein, denen man das ganze Ausmaß an Kinderzerstörung in Folge der ach so befreiten Verhältnisse zur Untersuchung anbieten könnte.
Dahingestellt. Aber die zwei letzten Kapitel sind literarisch mehr wert als unzählige Bücher irgendwelcher BRD Großschreiber, die eh nur das erzählen, was die Oberlehrer in der Oberstadt , um Degenhardt zu verfremden, untertänig und beflissen von sich geben.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Dachte an meinen Sozialkundelehrer, 21. November 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das bleiche Herz der Revolution: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich bin Jahrgang '56. Meine Eltern waren Gott sei dank keine '68er sondern normale Menschen. Aber ich hatte sofort meine Sozialkundelehrer vor Augen, der ein '68er wie aus dem Buche war. Schon im Gymnasium war ich ziemlich sauer dass diese Chaoten die gesamte Generation meiner geliebten Oma so verdammte, und derweil Mao's rotes Buechlein las. Ich habe das Buch in einer Nacht durchgelesen. Es tat mir gut. Die Autorin entlarvt die Pharisaer gut. Ich kann es nur weiterempfehlen!
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schön, daß die 68er nicht mehr sakrosankt sind, 27. November 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das bleiche Herz der Revolution: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine Generation von Wirrköpfen wird unter die Lupe genommen. Was dabei heraus kommt, ist wenig schmeichelhaft. Die angeblichen Klischees dieses Romans treffen leider allzuoft zu.

Auffällig ist der besonders hohe Wiedererkennungswert bei ehemaligen Lehrern. Wer in den 80ern in der Schule war, wird das eine oder andere Exemplar dieser besonderen Gattung Mensch erlebt und erduldet haben. Anscheinend fühlten sich viele 68er dazu berufen, ideologische Frontarbeit an der Basis zu leisten, natürlich auf Staatskosten.

Amüsant ist das Gestänkere gewisser Herrschaften über dieses Buch.
Eine destruktive Bewegung, die unter dem Deckmäntelchen der Kritik alles kaputtredete, hält sich selbst für sakrosankt.

Eines Tages wird dieses Land das 68er-Unheil bewältigt haben. Gott sei Dank.

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