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Produktinformation
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Dörries Figuren sind immer auf der Suche: nach der großen Liebe, dem kleinen Glück im Alltag oder dem Sinn des Lebens. Manchmal findet man allerdings Unerwartetes, so wie Florian. Er sucht das blaue Kleid, um für Alfred -- verstorbener Geliebter und zudem genialer Modedesigner -- eine "Gedächtnismodenschau" zu veranstalten. Und findet dabei Babette, die ihren Mann bei einem Verkehrsunfall auf Bali verloren hat. Die beiden ungleichen Leidensgenossen freunden sich an, erproben gemeinsam mit vorsichtigen Schritten ein Leben nach dem Schicksalsschlag.
Das Schöne an dem Roman und eigentlich an allen Werken der Autorin und Regisseurin: Das Tragische ist immer nur einen Katzensprung vom Komischen entfernt. Selbst bei einem solchen Thema verlässt Doris Dörrie, die selbst vor einigen Jahren ihren Mann durch Krebs verloren hat, nie ihr Sinn für Humor und ihre Fähigkeit das Leben in seiner Komplexität und existenziellen Schwere federleicht in Worte zu fassen.
Am Ende der Geschichte fliegen Babette und Florian gemeinsam nach Mexiko, wo an Allerheiligen der Friedhof zur Partyzone wird: Musik, Tanz und Totenköpfe aus Zucker, die man seinen Lieben schenkt -- der Verlorenen gedenken und zugleich das Leben feiern. Und genau das gelingt auch diesem Roman auf eindrucksvolle Weise. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Am Anfang scheint es, als haben Babette Schröder, die ihren Mann bei einem tragischen Unfall auf Bali plötzlich und ohne Vorwarnung verloren hat, und Florian, der seinen Lebenspartner Alfred bis zuletzt durch den Krebs begleitet hat, nichts miteinander zu tun. Allein das blaue Kleid verbindet sie! Denn als Babette es mehr gezwungen als überzeugt kaufte, rief Alfred begeistert aus Das Kleid wird ihr Leben verändern! In dem vergeblichen Versuch über eine Gedächtnismodenschau für Alfred mit seinem Schmerz fertig zu werden, lernt Florian Babette kennen. Nach kurzer Zeit zieht Florian sogar bei Babette ein. Zwischen Thomas, dem Anästhesisten, und Babette sie haben sich auf dem Friedhof kennen gelernt hingegen scheinen gewisse Grenzen nicht überwunden werden zu können: Zusammenziehen möchte er nicht, außerdem nimmt er Viagra, was sie verletzt.
Schicht für Schicht schält sich das, was für Babette und Florian vor dem Tod der für sie wichtigsten Menschen passiert ist, heraus. In der Ich-Form erzählen sie sich gegenseitig davon. Beispielsweise, dass Babette so unglücklich über ihr langweiliges Leben war und genau in dem Moment, als Fritz überfahren wurde, von ihrem geheimnisvollen Chinesen träumte. Florian erinnert sich, dass immer Alfred im Mittelpunkt stand ...
Doris Dörrie wurde 1985 mit ihrer Komödie Männer im In- wie im Ausland bekannt. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Seit 1987 veröffentlicht sie Kurzgeschichten und Erzählungen. Die Autorin liest die vollständige Fassung ihres Buches. Angenehm unpathetisch spricht sie von der Trauer (ihr Mann starb 1996 an den Krebs) und dem Schmerz. Ihr Humor und die versteckte Komik können beim Versuch, wieder glücklich zu sein, bestimmt helfen. Autorenlesung, Spieldauer: ca. 282 Minuten, 4 CDs. Auch als MC erhältlich. -- culture.text
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch über Liebe und Tod,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Gebundene Ausgabe)
Florian liebt Alfred, Alfred liebt Florian. Alfred ist krebskrank und wird sterben, der sichere Tod taucht in der Beziehung des schwulen Paares momentan wie ein Gespenst auf, um sich bald darauf wieder im Hintergrund des Alltagstrubels zurückzuziehen. Die Gewissheit, dass Alfred sterben wird, macht ihn unantastbar.Alfred und Florian sind Inhaber einer Boutique, Alfred ist die schöpferische Kraft von den beiden und entwirft Kollektionen; jedes Jahr geht daraus ein besonderes Kleid hervor, in Alfreds letzten Lebensjahr kreiert er „das blaue Kleid". Es scheint schicksalhaft vorgezeichnet zu sein, dass ausgerechnet Babette, die den plötzlichen Tod ihres Ehemannes Fritz während eines gemeinsamen Urlaubes nicht wahrhaben kann, dieses blaue Kleid erwirbt, möglicherweise gerade deshalb, weil Alfred ihr verspricht, dass „das Kleid ihr Leben verändern wird." Nach dem Tod Alfreds spielt das blaue Kleid eine entscheidende Rolle für den Beginn einer tiefen Freundschaft zwischen Florian und Babette. Gegenseitiges Verständnis schweißt sie zusammen, gleichzeitig distanzieren sie sich von ihrer Umgebung, die sie nicht versteht und scheuen sich neue Beziehungen zuzulassen. Bei ihrem täglichen Spaziergang lernt Babette Thomas kennen, der ihr strikt den Zugang zu sich selbst versperrt und vom Zwang beherrscht wird, nichts dem Zufall zu überlassen und alles im vorhinein genau zu planen. Offensichtlich nicht gerade der geeignete Partner für Babette, die ins sich die aufwallende Sehnsucht nach einer erfüllenden Liebe, Geborgenheit und Nähe spürt. Die Autorin verdeutlicht, dass der Tod vor unserer Sehnsucht nach einem möglichst langen, glücklichen Leben keinen Schritt zurückweicht. Der Tod lässt sich nur scheinbar hinter Friedhofsmauern und auf diese Weise aus unsere Köpfe verbannen. Plötzlich und unerwartet schlägt der Tod zu. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
ein reiseführer in das Land der Gefühle,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Gebundene Ausgabe)
Wieder gelingt es Doris Dörrie, bekannte Gefühle aus dem Alltag so zu beschreiben, dass sie einerseits als Teil des ganz gewöhnlichen Lebens erscheinen, selbst wenn es um die großen Themen von Liebe und Tod, von Verlust und Neubeginn geht, andrerseits aber in ihrer Tragweite und Intensität ausgeführt werden, so dass die Geschichten therapeutische Wirkung haben und Wege der Verarbeitung von Trauer und Schmerz aufweisen - und das gelingt mit Leichtigkeit, mit Witz, Liebe zum Detail, und Lust am Erzählen. Ein reifes Werk, wenngleich an manchen Stellen, vor allem dem Ende zu, ein wenig ausufernd, als sollte die Seitenzahl erhöht werden...
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Geschichten auf Augenhöhe,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Gebundene Ausgabe)
Doris Dörrie in ihrem Element: als Alltagschronistin, als scharfe Beobachterin von Befindlichkeiten, die es auch fertig bringt, heiße Eisen wie den Tod literarisch anzupacken, ohne dabei melodramatisch zu werden. Schön in ihrem Buch sind vor allem die kleinen Verwerfungen in den menschlichen Beziehungen, die die etwas konstruierte Situation(2 Menschen, die beide einen Geliebten verloren haben, begegnen sich und wachsen aneinander) trotzdem so glaubhaft machen. Etwa die Rückblicke auf Babettes Reise nach Indonesien zusammen mit ihrem Mann, der auf dieser Reise bei einem Unfall ums Leben kommen wird: Noch im Flugzeug verbringt sie die Zeit mit Gedankenspielen, wie das Leben mit einem anderen Mann für sie aussehen könnte. Genau durch diese Ambivalenz der Figuren wird ihre Trauer umso echter und nachvollziehbarer, und das ist Doris Dörries große Kunst: selbst melodramatisches so auf die Augenhöhe des Lesers zu bringen, dass er in eine Geschichte eintauchen kann. Kein Buch für die Ewigkeit, aber ein tröstliches für den Alltag.
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