Dieses Buch ist gewissermaßen die offizielle Biografie von Alice Schwarzer. Alice Schwarzer ist das lebendige Beispiel dafür, was man mit Rhetorik, Selbstgewissheit, Klugheit, Mut, Instinkt und auch ein bisschen Glück alles im Leben erreichen kann. Um diese Eigenschaften können die meisten Spitzenpolitiker etwa sie beneiden. Ihr Aufstieg ab Anfang der 70er Jahre aus einer keineswegs guten Ausgangslage heraus zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte (siehe die ZDF-Liste "Unsere Besten") grenzt an ein Wunder. Sie hat tatsächlich weitaus mehr aus sich gemacht, als ihr "in die Wiege gelegt" war. Der Schlüssel für ihren Aufstieg war wohl tatsächlich neben ihrer Fernsehdiskussion mit Esther Vilar, in der sie sich als die Anwältin der Frauen präsentieren konnte, vor allem, wohl wenig beachtet, ihre Freundschaft mit Margarethe Mitscherlich. Ohne die Hinwendung von M.Mitscherlich zum Feminismus und ihre (auch finanzielle) Unterstützung von Alice Schwarzer mit ihrer Emma hätte es den Aufstieg von Alice Schwarzer vielleicht gar nicht gegeben. Das eigentliche Schlüsselereignis war das Studiogespräch zwischen Margarethe Mitscherlich und Alice Schwarzer Mitte der 70er Jahre nach dem "kleinen Unterschied". Und natürlich die Stern-Klage, in der sie die Unterstützung solch anerkannter Persönlichkeiten wie Romy Schneider und Inge Meysel gewinnen konnte. Letztlich war es also die Unterstützung rennomierter, allgemein geschätzter Frauenfiguren. M. Mitscherlich spielte aber hier eine Sonderrolle. Sie war sozusagen die "Päpstin" des deutschen Feminismus, welche A.Schwarzer damals gewissermaßen ihren Segen gab. Sehr tragisch muss die Geschichte zwischen Alice Schwarzer und Bruno gewesen sein. Aus beruflichen Gründen verlies Alice Schwarzer Frankreich und ihre damalige "große Liebe".