Mit großem Interesse und Neugier habe ich das Buch "Das bepflanzte Aquarium" gelesen und am Ende gedacht - Und das war alles? Wahrscheinlich waren meine Erwartungen zu hoch.
Sicherlich habe auch ich einige Aha - Effekte gehabt. Manches, was ich durch "try und error" für mich ermittelt hatte, wurde biologisch, chemisch erklärt.
Jedoch reißt auch die Autorin die Themen manchmal nur an und bleibt einige Erklärungen schuldig. Sie scheint hin und wieder schlicht den Faden zu verlieren.
Sie beschreibt, z.B. dass sie in ihren Aquarien keine Algenplage hat. Sie impft ihr AQ sogar extra mit hartnäckigen Algen, um die biologische Stabilität ihres AQ zu testen. Keine zwei Sätze weiter redet sie dann von braunen Pinselalgen und Polstern von Grünalgen, die ihr AQ beizeiten entwickelt.
Ihr Unvermögen / Unwillen Mikromol-Angaben in hier in Europa gebräuchliche Lux-Angaben auszudrücken, löst bei mir Befremden aus. Was soll der Laie mit ihren Mikromolzahlen anfangen?
Interessant sind ihre Versuchsansätze in kleinen Flaschen, die sie als Miniaquarien benutzt, um verschiedene chemische Zusammenhänge wissenschaftlich zu belegen, oder Nährstoffmangel auf den Grund zu gehen.
Ich hätte mir ein etwas systematischeres Vorgehen gewünscht. Nicht erst auf den letzten Seiten die Angabe, was ist weiches / hartes Wasser, sondern vorn.
Nicht irgendwo im Text - Das sind Weichwasserpflanzen / Hartwasserpflanzen, sondern in Tabellenform.
Ich habe darauf gewartet, wann sie bekannt gibt , welche gebräuchlichen Aquarienpflanzen Allelopathien untereinander entwickeln - nicht irgendwelche Teich- und Seepflanzen in Amerika.
Stattdessen der Tipp - "Probieren sie es aus. Versuchen sie es mit einer Vielzahl von verschiedenen Pflanzen und behalten sie die Besten."
Und mal ehrlich - das die Wasserpest gut gegen Algen ist, weiß jeder Anfänger.
Sehr gut wiederum, sind ihre Kapitel über den Aufbau und die Arbeit des Bodengrundes. Diese waren für mich sehr erhellend und den Kauf dieses Buches alle mal wert.
Fazit: Für "normale" Anfängeraquarianer ist dieses Buch zu schwierig geschrieben. Derjenige, der wissenschaftlich interessiert ist und die Zusammenhänge verstehen möchte, kommt auf seine Kosten, wenn auch nicht in allen Bereichen.