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Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus: Postdemokratie II (edition suhrkamp)
 
 
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Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus: Postdemokratie II (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Colin Crouch , Frank Jakubzik
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 248 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (19. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351842274X
  • ISBN-13: 978-3518422748
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.582 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Colin Crouch
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wer wissen will, warum genau es noch mal zur Finanzkrise kam und warum das alles immer noch weitergeht, der höre nicht auf die Banalytiker in Funk und Fernsehen, sondern lese Colin Crouchs neues Buch.«

(Timo Frasch Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Angesichts des hysterischen Tonfalls, in dem derzeit oft über wirtschaftliche Fragen gestritten wird, fällt Crouchs ausgeglichene, besonnene Betrachtungsweise angenehm auf.«

(Lisa Herzog Zeit Literatur )

»Man wünschte ein solches Buch vor allem in den Händen von Studierenden der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, deren Protagonisten über Jahrzehnte die ideologische und ökonometrische Grundlage für das eklatante Martversagen gelegt haben und nun ganz schmerzfrei mit derselben rechthaberei erklären, wie es zur Krise kommen musste.«

(Claus Leggewie WDR 5 )

»Sein Buch liefert keine Bastelanleitung zur Weltveränderung, sondern eine ebenso differenzierte wie originelle Analyse der politischen und ökonomischen Realität. Gerade das aber macht Colin Crouch neben Joseph Vogl (Das Gespenst des Kapitals) zu einem der anregendsten Denker in bewegten Zeiten.«

(Andreas Wirthensohn Sächsische Zeitung )

»Er verwechselt Objektivität nicht mit dem Verzicht auf eine engagierte Stellungnahme zu drängenden Fragen. Mit Intellektuellen, die ihre ironisch garnierte Urteilsenthaltung als Nonkonformismus' ausgeben, will Crouch nichts zu tun haben. Zum Glück für den Leser und dessen Verständnis der Sache.«

(Lutz Wingert Süddeutsche Zeitung )

»Colin Crouch beleuchtet in diesem informativen und sprachlich hervorragenden Buch, wie der Neoliberalismus entstanden ist, was er geleistet und mehr noch was er angerichtet hat.«

(getabstract.com )

Kurzbeschreibung

Spätestens als Lehman Brothers im September 2008 Insolvenz anmelden mußte, hatte es für einen kurzen Moment den Anschein, als habe die letzte Stunde des Neoliberalismus geschlagen: Nachdem das Mantra vom Markt und von der Privatisierung seit den siebziger Jahren in aller Munde war, sollten nun die Regierungen eingreifen, um systemrelevante Banken zu retten. Die Kompetenz der Wirtschaftsführer stand massiv in Frage. Heute, nur drei Jahre später, bekommen die Manager wieder riesige Boni. Zur Refinanzierung der Rettungspakete werden Sozialleistungen gekürzt. Die Logik des radikalen Wettbewerbs und des unternehmerischen Selbst prägt nach wie vor unsere Mentalität. Wie ist das möglich? Diese Frage stellt Colin Crouch in seinem großen neuen Essay. Der Autor des vielbeachteten Bestsellers »Postdemokratie« zeichnet die Ideengeschichte des Neoliberalismus nach und betont, daß der Konflikt Staat vs. Markt zu kurz greift: Es sind die gigantischen transnationalen Konzerne, unter denen die Demokratie »und« das Marktmodell leiden. Doch wir können uns wehren, indem wir uns auf unsere Werte und unsere Macht als Verbraucher besinnen. Das ist Crouchs optimistische Vision einer sozialen und demokratischen Marktwirtschaft.

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46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Prof Dr Olaf-Axel Burow TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Hatte sich Crouch schon mit 'Postdemokratie' als brillanter Gesellschaftsanalytiker erwiesen, so gelingt ihm mit seiner Analyse des Neoliberalismus erneut ein großer Wurf.
Wer verstehen will, wie es zur Krise der Finanzmärkte kam, warum die Spanne zwischen Arm und Reich dramatisch wächst und welche Kräfte unsere Demokratie gefährden, der muss dieses klar gegliederte und ausgezeichnet formulierte Buch lesen. Crouch zeichnet den Aufstieg des Neoliberalismus nach, klärt Hintergründe und Begriffe in einer Weise, die auch für Laien verständlich ist. Die Mechanismen, die zur Finanzkrise führten, werden glasklar herausgearbeitet und nebenbei wird der ideologische Charakter der neoliberalen Ideologie enthüllt.
Crouch benennt entscheidende Wendepunkte: Als nach Maßgabe der neoliberalen Agenda 1999 durch die Abschaffung des 'Glas-Stegall-Acts' von 1933 die Vorschriften für Finanztransaktionen radikal gelockert wurden, war der Weg frei, die Spareinlagen der Bankenkunden für hochriskante Investitionen zu verwenden: 'Durch die Aufhebung dieses Gesetzes erhielten die Investmentbanker Zugriff auf die Ersparnisse von Millionen Menschen, die selbst nichts davon wussten'. (S.145).
Doch anders als zu erwarten, hat die Finanzkrise zu keinem Umdenken geführt, denn: 'Heute wissen die Banken, dass der Staat sie raushauen wird und bereit ist, ihre Rettung mit Kürzungen im öffentlichen Dienst zu finanzieren. Sie gehen jetzt höhere Risiken ein als früher.' (S.148).

Aber Crouch greift weiter. So lotet er die Grenzen der Marktwirtschaft aus und zeichnet den Aufstieg global agierender Konzerne, nach, die nun als mächtige und nur begrenzt kontrollierbare Akteure neben Staat und Markt treten und zum entscheidenden Machtfaktor werden, mit der Gefahr einer schleichenden Aushöhlung der Demokratie.
Er analysiert das Konzept des Shareholder Value, nimmt die Privatisierungsideologie auseinander und zeigt, dass der behauptete 'trickle down effect' (Wenn die Reichen reicher werden, profitieren auch die Armen) eine Illusion ist.

Crouchs Gesellschaftsanalyse ist ernüchternd, belegt sie doch den ungebrochenen Siegeszug des Neoliberalismus, dessen Fragwürdigkeit zwar durch die Bankenkrise für alle sichtbar wurde, der es aber trotzdem ' wie es nicht zuletzt das Verhalten der Banken zeigt - geschafft hat, sich von den von ihm postulierten Markgesetzen zu befreien: Zur Refinanzierung der Rettungspakete werden Sozialleistungen gekürzt und der öffentliche Sektor einem radikalen Sparzwang unterzogen. Crouch resümiert: 'Wir haben erlebt, wie eine von der rücksichtslosen Gier der Banken verursachte Krise in ein Problem der Staatshaushalte umgewandelt wurde. Während die Boni der Banker auf Vorkrisenlevel zurückkehren, verlieren im öffentlichen Dienst Tausende ihre Stellen.'

Wo bleibt der Ausweg aus diesem düsteren Szenario?
Crouch setzt auf ein produktive Spannungsverhältnis zwischen den vier großen Kräften, die eine funktionierende Gesellschaft ausmachen: Staat, Mark, Konzerne und Zivilgesellschaft. Er erhofft kaum etwas von den politischen Parteien, die er als weitgehend korrumpiert durch ihre enge Verbindung zu den 'Marktgiganten' sieht, sondern setzt eher auf die Kraft der Zivilgesellschaft und hier insbesondere von Non Governmental Organisations und Bürgerinitiativen. Wie diese aber wirkungsvolle Gegenmacht entfalten können bleibt leider etwas nebulös. So angenehm sachlich und nüchtern seine Analyse war, so würde man sich im letzten Teil mehr Mut zum visionären Ausblick wünschen.

FAZIT:
Erhellende, brillant geschriebene und provokante Gesellschaftsanalyse. Wer verstehen will, was unsere Gesellschaft derzeit treibt, muss dieses Buch lesen!

Prof. Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein wunderbares Buch, jeder sollte das lesen. Umfassend, durch und durch wissenschaftlich abgesichert, mit klarem Blick und klaren Formulierungen, (aber ohne Zahlen, ohne Statistiken...), objektiv in der Sicht aber durchaus von einem eindeutigen Standpunkt (Kritik am Neoliberalismus) aus geschrieben. Politik und Wirtschaft existierten und existieren mit- und nebeneinander, das Verhältnis der beiden hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder gewandelt. Damit im Zusammenhang stehen Begriffe wie "(Neo-)Liberalismus", die auch immer wieder Umdeutungen erfahren haben (was immer wieder zu Paradoxien der Standpunkte führt).
Die größte Paradoxie scheint mir zu sein, dass die Verfechter des Neoliberalismus "Markt" sagen, wenn sie "transnationale marktbeherrschende Riesenfirma" meinen. Die letzten 30 Jahre haben uns in eine Art weltweite Oligarchie dieser Riesenfirmen manövriert, es liegt nun an uns (Stichwort: Zivilgesellschaft), dazu ein Gegengewicht zu entwickeln.
(Diese Rezension bezieht sich auf die englischsprachige Ausgabe)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Colin Crouch beleuchtet in diesem informativen und sprachlich hervorragenden Buch, wie der Neoliberalismus entstanden ist, was er geleistet und mehr noch was er angerichtet hat. Crouch nennt die Reibungspunkte mit dem Keynesianismus, aber auch mit der neoklassischen Wirtschaftstheorie und dem klassischen Liberalismus. Obwohl manche Stellen ans Polemische grenzen, bleibt Crouch insgesamt fair. Anhand vieler Beispiele arbeitet er die Verstrickungen des Neoliberalismus heraus. Dabei vermeidet er es, in platte Phrasendrescherei zu verfallen, und gesteht der Theorie durchaus Vorteile zu. Im Konzept der Corporate Social Responsibility sieht er eine der Möglichkeiten, den - trotz Finanzkrise - offensichtlich nicht totzukriegenden Neoliberalismus einzudämmen. Gelegentliche Abschweifungen fallen kaum ins Gewicht; alles in allem berichtet Crouch stringent und verliert nie den roten Faden. getAbstract empfiehlt das Buch allen wirtschaftspolitisch und gesellschaftlich interessierten Zeitgenossen.
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