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Am 1. August 1571 kapitulierte der letzte venezianische Statthalter Zyperns, Marcantonio Bragadin, vor den Invasionstruppen des osmanischen Generals Lala Mustafa Pascha und wurde grausam zu Tode gemartert. Die tatsächliche türkische Herrschaft sollte über 300 Jahre andauern, bis die Osmanen die Insel im Jahre 1878 an die Briten verpachteten. Diese annektierten Zypern, als das Osmanische Reich auf Seiten der Mittelmächte 1914 in den Ersten Weltkrieg eintrat. Mit dem Vertrag von Lausanne endete 1923 auch die formale türkische Herrschaft, da die Annexion rückwirkend anerkannt wurde. Nach der Erklärung zur Kronkolonie im Jahre 1925, wurde Zypern schließlich am 16. August 1960 - aufgrund des Abkommens von Zürich zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei - in die Unabhängigkeit entlassen. Nach Unruhen und Spannungen zwischen der griechischen und türkischen Volksgruppe im Jahre 1964 gelang es auch den entsandten UN-Truppen (UNFICYP) nicht, eine weitere Eskalation zu verhindern. Nachdem griechische Nationalisten mit Unterstützung der Athener Junta 1974 den Präsidenten, Erzbischof Makarios III. gestürzt hatten und die Enosis (Vereinigung mit Griechenland) vollziehen wollten, berief sich die Türkei auf ihre Rolle als Garantie- und Schutzmacht der türkischen Inselbewohner, besetzte den Norden der Insel und ließ 1983 die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern ausrufen. Am am 1. Mai 2004 wurde die Republik Zypern als de facto geteiltes Land Mitglied der Europäischen Union. Nachdem beide Seiten erneut Verhandlungen über eine Wiedervereinigung der beiden Inselteile aufgenommen hatten, öffnete sich am 3. April 2008 ein Grenzübergang in der Fußgängerzone der einst geteilten Hauptstadt Nikosia/Lefkosa....

....dies lässt den promovierten Archäologen und Prüfungsmanager des FB07 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Patrick Schollmeyer, in seinem Vorwort an die jüngere Geschichte des Inselstaates anknüfen. Im Frühjahr 2009 schreibt er, dass die gegenwärtige politische Situation infolge der Prosperität im Süden auch auf eine baldige wirtschaftliche Besserung im Norden hoffen lässt. Obwohl es Dr. Schollmeyer als Illusion betrachtet, dass alleine ein Blick in die Vergangenheit schon wegweisend für die Zukunft sein könnte, weist er auf die multiethnische Bevölkerung der Insel während der Antike hin. Es war gerade diese Vielfalt mit ihren weitreichenden Kulturkontakten, die der Insel ihren damaligen Wohlstand bescherte....

....der Autor hat daher dieses überwiegend friedliche und gedeihliche Zusammenspiel unterschiedlichster kultureller Kräfte und Impulse in den Mittelpunkt seiner kompakten kulturhistorischen Betrachtung gestellt. Das erste, von insgesamt fünf Kapiteln ist der "Wiederentdeckung des antiken Zypern" durch die Pioniere der zyprischen Archäologie im 19. und den Erforschungen des 20. Jahrhunderts gewidmet. Mit dem zweiten Kapitel und der neolithischen Siedlung Khirokitia, deren früheste Siedlungsspuren auf die Zeit um 5800 v. Chr. zurückgehen, lässt der Autor seine Chronologie beginnen. Eine Karte des östlichen Mittelmeerraumes (Seite 17) macht deutlich, wie bereits von Anbeginn die kulturelle Entwicklung auf der Insel, die im Schnittpunkt der Handelsrouten zwischen Griechenland, Kleinasien, Vorderem Orient und Ägypten lag, begünstigt wurde. Das auch als Kupferinsel bezeichnete Zypern erwarb sich als Zentrum des bronzezeitlichen Fernhandels den Ruf einer kosmopolitischen Hochkultur, die sich den Import von Luxuswaren leisten konnte. Der Seevölkersturm (um 1200 v. Chr.), dem das Hethiterreich und die mykenischen Paläste zum Opfer fielen, wirkte sich im Anschluss im sogenannten "Dunklen Zeitalter" auch auf "Alaschi", wie die Insel genannt wurde, aus. Den Mykenern und Phöniziern folgten die in Kapitel drei dargestellten Fremdherrschaften der Assyrer, Ägypter, Perser, Makedonier und Ptolemäer. In diese Zeit fällt auch die Blüte und der Untergang der Stadtkönigtümer. Nachdem im vierten Kapitel "Leben in Frieden und Wohlstand", der Ausbau der Städte und die Christianisierung unter "Rom als Herrin der Insel" aufgezeigt wird, beschreibt das letzte und kürzeste Kapitel die Zeit von der Spätantike bis zu Venedigs formeller Abtretung der Insel an das Osmanische Reich am 7. März 1573....

Den Abschluss des mit großformatigen Farbfotos von Ausgrabungsstätten und Artefakten, Grundrisszeichnungen, Lageplänen und anderen Abbildungen ausgestatteten 112seitigen Bandes aus der Reihe "Zaberns Bildbände zur Archäologie", bilden eine Zeittafel der archäologischen Epochen sowie ein Anhang mit erschöpfenden Literaturhinweisen.

Dr. Patrick Schollmeyer ist mit "Das Antike Zypern" ein leicht lesbarer und visuell hervorragender Überblick gelungen der die wichtigsten Grabungsstätten und Forschungsergebnisse zusammenfasst und so einen raschen Einstieg in die Materie ermöglicht. Zur Wahrung der historischen Distanz der antiken Verhältnisse zu den heutigen hat er auf Begriffe wie Zyprer und Zypriot verzichtet und statt dessen die Termini Kyprer und kyprisch verwendet.

timediver® blieb 1992 und 1995 bei seinen Reisen auf der Insel ein Besuch des Nordens zwar noch verwehrt. Die jüngste Entwicklung lässt jedoch hoffen, dass die heutige und auch künftige Generationen der ethnischen, religiösen und sprachlichen Isolation entsagen werden, auf dass eine ähnlich fruchtbare Koexistenz wie zur Zeit der Antike wieder möglich wird.

5 Amazonsterne für die gelungene Darstellung eines kulturhistorischen Schmelztiegels.
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