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am 7. April 2002
Es ist für einen Laien heute wesentlich leichter, sich anhand von geeigneter Literatur über die Alltagsgeschichte des antiken Rom zu informieren, als vielleicht noch vor 10 Jahren. Neben dem wirklich hervorragenden Amazon-Suchkatalog liegt das vor allem daran, dass man insoweit mittlerweile auf eine Mehrzahl von Werken zurückgreifen kann, die in unterschiedlicher Weise diese Thematik behandeln. Die wohl umfassendste Darstellung bietet das Lexikon von Karl-Wilhelm Weeber, das mittlerweile zweibändig vorliegt und dessen erster Teil in ausführlicher Form Antworten auf beinahe alle Fragen zu geben vermag, die der interessierte Laie über das Leben in der Stadt Rom behandelt wissen möchte. Von der lexikalischen Gestaltung braucht man sich hierbei nicht abschrecken zu lassen, jeder einzelne Artikel ist so lebhaft und humorvoll gestaltet, dass man einen fortlaufenden Handlungsstrang kaum vermisst. Der zweite Band, der das Landleben thematisiert, dürfte in der Intensität, mit der er sich diesem Bereich widmet, eher außerhalb des nicht-wissenschaftlichen Interesses liegen. Wenn auch weniger umfassend, so doch ebenfalls sehr informativ gestaltet ist das Werk von Greiner/Pelzl „ROM, Ruinen erzählen“. „Die antike Stadt“ von Connolly/Dodge überzeugt in diesem Zusammenhang weniger, da das Buch vorrangig von aufwendigen Illustrationen lebt und sich stark mit architektonischen Fragen beschäftigt, die eigentliche Sachinformation zur Alltagsgeschichte kommt jedenfalls mir zu kurz. Der von Andrea Giardina herausgegebene „Mensch der römischen Antike“ übersteigt von Stil und Inhalt her wohl das, was ein interessierter Laie gemeinhin zu verarbeiten vermag.
Das hier an sich zu besprechende Werk von Christoff Neumeister nimmt eine absolute Sonderstellung unter all den genannten Erscheinungen ein. Dies liegt vor allem an der durch den Autor gewählten Grundkonzeption, die ausschließlich in einer Beschreibung des antiken Rom anhand von übersetzten und interpretierten Originaltexten hauptsächlich von Horaz, Ovid, Juvenal und Martial besteht. Als äußeren Rahmen verwendet der Verfasser hierfür einen Spaziergang durch die Straßen und Gassen der damaligen Stadt, auf dem er an bestimmten Plätzen und Bauwerken immer wieder verweilt und Alltagsgeschichte anhand jeweils geeigneter zeitgenössischer Quellen demonstriert. Dabei wird der Leser mit den antiken Autoren aber nie allein gelassen (wie dies z.B. in „Leben im alten Rom“ hrsg. von Rolf Rilinger geschieht), sondern Neumeister begleitet den imaginär durch die Stadt wandelnden Menschen der Moderne durch erläuternde Übersetzungen und einfühlsame Interpretation, ohne je allzu belehrend oder gar schulmeisterlich zu wirken. Auf diese Weise entsteht ein Einblick in die Zeit des römischen Imperiums zwischen der späten Republik und der frühen Kaiserzeit, der zwar noch nicht einmal ansatzweise mit der beschriebenen Vollständigkeit des Werks von Weeber mithalten kann, in seiner durch die Originaltexte vermittelten subtilen Eindringlichkeit aber einfach nur Begeisterung auszulösen vermag, so zu sagen ein „mittendrin statt nur dabei“-Gefühl erzeugt. Wollte man irgendetwas kritisieren, dann das Fehlen eines Stadtplans, auf dem sich „ab ovo usque ad mala“ der eingeschlagene Weg bildlich verfolgen lässt.
Es mag allerdings sein, dass das Buch diese Beglückung nur dann hervorrufen kann, wenn man sich in die Materie bereits einen gewissen Einblick verschafft hat. Wer also genug Zeit und Muße für den Alltag im alten Rom aufzubringen gewillt ist, dem sei zunächst Karl-Wilhelm Weebers Stadtleben und im Anschluss Neumeisters Stadtführer empfohlen. Wenn jemand nur eine eher geraffte Information wünscht, ist er mit dem oben erwähnten Buch von Greiner/Pelzl recht gut bedient.
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