Dieses Buch, die aktualisierte Kurzfassung eines Buches von 1993, stellt Delphi als Heiligtum des Apollon und berühmteste Orakelstätte vor. In den ersten drei Kapiteln bespricht Maaß die Ursprünge und den Aufstieg des Orakels bis zum 6. Jh. Die Frage nach dem Aussehen der mykenischen Siedlung und nach dem Übergang in den Dunklen Jahrhunderten bleibt dabei jedoch im Ungefähren.
Maaß versucht in den vier Kernkapiteln über das 6.-4. Jh. v. Chr. sowohl auf das Orakelgeschehen als auch auf die Baugeschichte einzugehen, wobei die entscheidende Frage - wie kamen die Orakel zustande? - nicht recht beantwortet wird. Mehr erfährt man zur Baugeschichte Delphis bei einem Gang durch den antiken Ort mit Pausanias. Wichtig wäre noch ein Hinweis gewesen, dass man mit der Zeit im Zuge einer Erweiterung immer weitere Schatzhäuser und Bauten hangabwärts, also von Norden Richtung Süden, gebaut hat. Da sich Pausanias hangaufwärts bewegt und Maaß ihm folgt, wäre dann deutlicher geworden, warum sich der Rundgang durch Delphi bisweilen in der Zeit zurück zu bewegen scheint, während das Buch im großen chronologisch aufgebaut ist. Sehr kurze Bemerkungen zur römischen Kaiserzeit und zur Gestalt der pythischen Festspiele beschließen das Büchlein.
Generell werden viele verschiedene Aspekte aus Religion, Lebenswelt und Architektur angesprochen, teilweise etwas sehr bunt gemischt. Für einen Einstieg aber recht geeignet, von einem Experten geschrieben.