Das Buch von Dr. Wolfschlag beruht auf seiner Dissertation aus dem
Jahr 2001. Es handelt sich, so weit ich weiß, um das einzige deutsche Buch, das sich seriös und kritisch mit dem "Antifaschismus" auseinandersetzt.
In jahrelanger Arbeit hat der Verfasser Material über antifaschistische Bestrebungen seit 1945 zusammengetragen und ausgewertet. Herausgekommen ist etwas, das man als "Standardwerk" bezeichnen kann.
Wolfschlag geht von der Beobachtung aus, daß der Antifaschismus eine wesentliche Rolle für das politische Leben in Deutschland spielt("Aufstand der Anständigen", Lichterketten, schulische Erziehung, gewalttätige autonome Antifa etc.). Er stellt die Frage, wie es zu dieser Erscheinung "Antifaschismus" gekommen ist und ob man sie in unterschiedliche Strömungen gliedern kann.
Wolfschlag macht drei verschiedene Arten Antifaschismus aus: erstens den orthodoxen Antifaschismus der "Alten Linken", zweitens den aggressiven Antifaschismus der "Neuen Linken" und drittens den Neo-Antifaschismus - einen sozialdemokratisch und linksliberal dominierten Aktionismus. Für alle drei arbeitet der Verfasser die
geschichtliche Entwicklung, den Habitus und sprachliche Charakteristika, Bewußtseinslage und Motivation heraus. Außerdem ordnet er den einzelnen Antifaschismen unterschiedliche Aktionsformen zu. Zahlreiche Organisationen und Publikationen werden in dieses Schema eingeordnet.
Anschließend geht Wolfschlag der Frage nach, inwieweit es bestimmte Agitations- und Ideologie-Elemente gibt, die den verschiedenen Formen des Antifaschismus zu eigen sind. Am Ende steht das Resümee, daß der Antifaschismus in seiner heutigen Form eine latente Gefährdung für eine lebendige Demokratie darstellt.
Zu bemängeln habe ich eigentlich nur den Schreibstil Wolfschlags,
den ich manchmal als etwas gewunden empfinde. Das liegt vielleicht an der Herkunft des Buches als Dissertation.