Na, das ist ja wunderbar, dieses Buch über DDR-Traktoren
der Marke Eigenbau. Die Trecker sehen alle so aus, als wären
sie aus dem Museum Tinguely abgehauen, um mal zu seh'n wie es
so zugeht in der richtigen Welt. Wir erinnern uns: Jean Tinguely mit
seinen verrückten motorgetriebenen Eisenplastiken.
Die Fotos in einer Art magischem Realismus, so schön, da können sich
die Ready-Made Künstler alle 'ne Scheibe von abschneiden. Mit der Flex
natürlich.
Die technischen Details werden kurz beschrieben und man kann so schöne Worte
lesen wie: Mistlader, abgesägter Wartburg, Robur, Hexler Getriebe,
Mähbinder 4 PS, rumänischer Kleinlaster, 'Balkanschreck'.
Ein typisches Vehikel wird so beschrieben:
Motor: EMW,
Getriebe: Moskwitsch
Tank: Baumaschine von der Reichsbahn
Hinterachse: Moskwitsch
Vorderachse: Opel Kadett
Ventilator: Wartburg
Auspuff: Skoda
Bei einem Traktor wird als Herkunft der Hinterräder angegeben:
Russische Kanone.
Drumherum oder als Passagiere: Schafe, Pferde, Kinder Hunde und Hühner.
Der Begleittext ist von Franz Josef Görtz, FAZ-Redakteur,
der gerade auch das Anekdotenbuch 'Fabelhaft! Aber Falsch', über
Marcel Reich-Ranicki, den Eigenbau-Traktor der deutschen Literaturkritik
herausgebracht hat.
Taktaktaktak, pfff, klöter-di-klöter, rrrr, . Moment, springt
nicht an, erstmal die große Kurbel holen..