Das Literatur- und Quellenverzeichnis beweist es ja schon. Hier schreibt nicht nur die Mutter eines Spaltkindes, sondern eine Frau, die sich viel mehr als von Eltern angenommen mit dem Thema LKGS beschäftigt hat.
Schade, dass das Buch nicht schon Mitte 2003 fertig war. Da hätte ich es dringend gebraucht, und es hätte mir sehr weitergeholfen bei den vielen Fragen, die sich nach der Diagnose LKGS bei mir aufgetan hatten.
Die Autorin geht auf wirklich alle wichtigen Themen ein, die einen so beschäftigen, wenn ein Kind mit Spalt unterwegs ist und es hilft über die ersten Jahre, die gefüllt sind mit Sorgen, Zweifeln, Arztterminen, Therapien, Ämtergängen und Operationen hinweg.
Da sie selbst Mutter eines Spaltkindes ist, die zudem noch eine Ausbildung zur Stillberaterin absolviert hat, kann sie hervorragend auf eines der wichtigsten Themen eingehen; wie bekomme ich mein Kind satt.
Wenn ich gewusst hätte, was Muttermilch alles aushält, hätte mein Sohn noch viele Fläschchen mehr von der wertvollen Kost bekommen. Aber so sind einige Liter in den Ausguss gewandert. Um so schöner, dass alle, die dieses Buch zur Hand nehmen und die Milch für ihr Kind abpumpen nun in der glücklichen Lage sind, mehr Wissen zu haben.
Frau Caspers geht emotional gut auf die Eltern ein. Sie wurde selbst von der Spalte ihres Sohnes überrascht und ist so in der Lage, den Wirrwarr der Gefühle gut darstellen zu können und holt damit die Eltern dort ab, wo sie gerade stehen.
Sie beschreibt die wichtigsten OP-Konzepte mit all ihren Vor-und Nachteilen, gibt Hilfen, wie man die richtige Klinik/Arzt für die Entbindung findet und auch für die Operationen. Sie geht auf die für den Anfang erst mal Nebenschauplätze, wie Paukenergüsse und Sprachprobleme ein und auf die kieferorthopädische Behandlung.
Es ist alles drin, was man so vor und in den ersten Jahren nach der Geburt des Kindes mit Spalte wissen sollte. Und es ist lesenswert nicht nur für Eltern, sondern auch für Fachleute, die mit unseren Kindern zu tun haben. Denn viel zu oft noch sind selbst Ärzte und Schwestern, die nicht tgl mit Spaltpatienten zu tun haben erst mal überfordert und mehr als unwissend im Umgang mit ihnen.