"Das andere Kind" von Charlotte Link, war für mich wieder ein fulminantes Leseerlebnis.
Ein Buch das über Schuld, Hass,Lieblosigkeit und dessen Konsequenzen und Gleichgültigkeit gegenüber seinen nächsten Mitmenschen handelt,übt im Laufe des Lesens eine immer größere Sogwirkung auf den Leser aus,sodass man sein Ende kaum erwarten kann.
Zwei brutal begangene Morde, die kurz hintereinander in einem kleinen nordenglischen Küstenstädchen geschehen ,erschüttern die Bewohnern von Scarborough. Haben die Morde ihren Ursprung in der Vergangenheit?
Auf zwei Zeiteben spielt dieser neue Roman von Charlotte Link, bei dem mir der Strang, der in der Vergangenheit spielt,äußerst gut gefallen hat.
Die Gegenwartsgeschichte schien mir zu Anfang etwas in die Länge gezogen, durch die etwas ausschweifende Beschreibung der Charaktere und ihrer Lebensumstände, war aber auf den letzten 200 Seiten dermaßen spannend, dass ich das Buch nicht vor seinem Ende aus der Hand legen konnte.Die Geschichte der Vergangenheit hat mir so manches Mal einen Schauer über den Rücken gejagd, ob der Grausamkeiten zu denen Menschen fähig sind.
Frau Link versteht es immer wieder spannend über die Abgünde der menschlichen Psyche zu schreiben. Verletzte Seelen, Opfer der Einsamkeit oder der Gleichgültigkeit ihrer Mitmenschen sind immer wieder Thema ihrer Romane und bilden den Grundstock für eine spannende Krimihandlung. Die Autorin beherrscht es ,ihre Figuren interessant, lebendig und real zu beschreiben.
Mir hat dieser,zum Ende hin fast unerträglich spannende Roman fantastisch gefallen, obwohl die eingangs erwähnten Längen durch die Beschreibung der vielen Personen, den Anfang etwas zäh gemacht hat. 4,5 Sterne, wegen der kleinen Längen.